• Ausgleich: Der Haushalt 2021 ist nicht ausgeglichen. Schon im Ergebnishaushalt klafft eine Lücke von 446 .700 Euro zwischen ordentlichen Erträgen (5,768 Millionen Euro) und ordentlichen Aufwendungen (6,215 Millionen Euro). Der Finanzhaushalt weist ein Minus von 104 .300 Euro auf. Damit steht Einzahlungen von 53 700 Euro ein Gesamtbetrag von 4,904 Millionen Euro an Investitionen gegenüber, was einem Finanzierungsbedarf von 4,851 Millionen Euro entspricht.
  • Hebesätze: Der Kämmerer sieht darin, in Abstimmung mit dem Finanzausschuss, einen Kreditbedarf in Höhe von 5,235 Millionen Euro. Es soll es bei den derzeitigen Hebesätzen für Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Grundsteuer B (für Grundstücke) bleiben mit 445 Prozent, auch der Hebesatz der Gewerbesteuer ist konstant bei 350 Prozent. „Wir waren bei der Grundsteuer immer eher am oberen Rand, nach den teils deutlichen Anhebungen im Umkreis sind wir mittlerweile eher im Mittelfeld“, so Hafner.
  • Einschätzung des Bürgermeisters: „Unser erklärtes Ziel ist es stets, noch im alten Jahr einen Haushaltsplan zu präsentieren“, stellte Bürgermeister Christian Wörpel fest. Ein Haushaltsplan sei immer vergleichbar mit dem berühmten Blick in die Glaskugel, in diesem Jahr treffe das besonders zu. Er sehe landauf, landab dieselben Probleme – der Kommunalaufsicht sei daher angeraten, die Zahlen nicht allzu kritisch anzusehen. Nachdem man 2019 mit einem nur leicht blauen Auge davon gekommen sei, bewerte er auch das laufende Geschäftsjahr nicht gut, doch immerhin besser als befürchtet. „Für 2021 rechnen wir aber ringsum mit einer Delle, wobei bei uns beispielsweise mit einer Streichung bei den Ausgaben für den Straßenunterhalt zu kurz gedacht wäre – das würde uns in nur wenigen Jahren verheerend einholen“, betonte Wörpel. Dabei werde der vorliegende Haushalt nicht der schönste sein.
  • Schwierige Zahlen: Zwar habe man einige Puffer eingebaut, so Hafner. So seien viele Zahlen eingefügt, von denen es bei Weitem nicht sicher sei, ob sie tatsächlich im andachten Umfang eintreffen werden – beispielsweise das Ortssanierungsprogramm (1,526 Millionen Euro) und der Breitbandausbau mit 2,7 Millionen. Leider seien die Zuweisungen vom Land geschrumpft, während zugleich viele Zahlungen sich erhöht hätten. Kräftig angezogen hätten die Ausgaben für den Kindergarten, allerdings würden mittlerweile so viele Kinder betreut wie nie zuvor.
  • Einschätzung der Gemeinderäte: „Wenn wir die Abschreibungen nicht erwirtschaften müssten, wäre das Ergebnis tatsächlich ganz gut“, sagte der Kämmerer. Was wiederum den Widerspruch von Unternehmer Johannes Göppert (FLS) hervorrief: „In der freien Wirtschaft müssen wir die Abschreibungen schon immer erwirtschaften, was auch Sinn macht, um danach Investitionsanreize zu schaffen“, machte er deutlich. Im Finanzausschuss habe man versucht, so Göppert, den Haushalt nicht ins Uferlose zu planen, daher könne man einigermaßen beruhigt ins nächste Jahr gehen, erklärte der Fraktionssprecher der Freien Liste. Sebastian Duffner, SPD, fehlt der Unimog für den Bauhof, da der alte fast ausein­anderfalle. Dazu erklärte ihm der Bürgermeister, dass dieser, wie auch Fahrzeuge und die Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus in der mittelfristigen Finanzplanung enthalten sei. „Die Wunschliste für 2021 ist recht groß“, so Wörpel. Hans-Peter Schwer , SPD, sah einen recht ordentlichen Haushalt mit wichtigen Puffern: Dieser Haushalt könnte tatsächlich in diesem schwierigen Jahr machbar sein.
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  • Genehmigung: Nach der einstimmigen Verabschiedung des Haushalts obliegt es nun der Kommunalaufsicht, diesen zu genehmigen oder Auflagen zu erteilen. Der Gesamtschuldenstand der Gemeinde könnte zum Jahresende 2021 von 6,932 Millionen auf fast 13 Millionen steigen.
  • Eigenbetriebe: Leicht taten sich die Ratsmitglieder, die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasser, Tourismus und Nahwärmeversorgung zu verabschieden. Beim Eigenbetrieb Wasser plant Hafner nach mageren Jahren sogar wieder einmal mit einem kleinen Gewinn. Wie es mit dem Tourismus unter der Flagge der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) weitergeht, sei noch nicht wirklich gesichert, bemerkte der Kämmerer. Der Fehlbetrag von
    678 .200 Euro wird, wie in vielen Vorjahren, durch die Zuführung aus dem Hoheitsbereich abgedeckt. Einen kleinen Kredit mit 29.000 Euro für Investitionen wie ein Tourismuskonzept, den Trimm-Dich-Pfad und ähnliches sowie einen neuen Heißwasser-Boiler für das Hallenbad müsse man dennoch aufnehmen. Neu ist der bis jetzt kostenneutrale Haushalt des Eigenbetriebs Nahwärme. Die Ausgaben und Einnahmen sind deckungsgleich – was sich im Verlauf der weiteren Investitionen (für 2021 sind 1,2 Millionen Euro geplant) zugunsten der Pachteinnahmen für die Gemeinde verschieben soll – natürlich abzüglich des Schuldendienstes.