30 Monate, nachdem bei der Sparkasse Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden, erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen zwei Ex-Mitarbeiter. Ihnen wird Betrug in besonders schwerem Fall vorgeworfen. Geschädigt worden sein sollen insgesamt elf Kunden.

Der Fall im Sommer 2018 hatte für Aufsehen gesorgt: Bei einer Geschäftsstelle der Sparkasse Schwarzwald-Baar sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen – die Rede war davon, dass zwei leitende Mitarbeiter mehrere Kunden betrogen haben sollen.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Davon geht nun, nach umfangreichen Ermittlungen, auch die Staatsanwaltschaft aus und hat deshalb Anklage erhoben. Dies erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth auf Anfrage unserer Zeitung.

Schwerer Betrug in 16 Fällen

Im Mittelpunkt der Unregelmäßigkeiten steht demnach ein Bankkaufmann aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Vorwürfe, die die Ermittlungsbehörde den ehemaligen Mitarbeitern der Sparkasse zur Last legt, haben es in sich: Der Bankkaufmann soll sich laut Roth wegen Betrugs im besonders schweren Fall in 16 Fällen sowie einem Diebstahl im besonders schweren Fall vor dem Landgericht Konstanz verantworten.

Roth: „Der durch die Taten verursachte Schaden liegt nach den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft im sechsstelligen Bereich.“ Insgesamt, so haben die Ermittlungen ergeben, seien elf Kunden der Sparkasse geschädigt worden.

Auch Bankkauffrau involviert

Teilweise in den Betrug involviert gewesen sein soll auch eine Bankkauffrau, wie Roth erklärt. Denn gegen die Frau sei in diesem Zusammenhang ebenfalls Anklage erhoben worden. Ihr werden laut des Leitenden Oberstaatsanwalts „im Wesentlichen Betrug im besonders schweren Fall in zwei Fällen“ zur Last gelegt. Den beiden Angeschuldigten droht bei einer Verurteilung wegen Betrugs in besonders schwerem Fall eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Betrogene in betagtem Alter

Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz gegenüber unserer Redaktion erklärt, hätten sich die Ermittlungen kompliziert dargestellt und seien deshalb langwierig gewesen. In diesem Zusammenhang seien die elf Geschädigten, allesamt Sparkassen-Kunden im betagten Alter, umfangreich vernommen worden. Dies habe viel Zeit in Anspruch genommen.

Umfangreiche Ermittlungen

Trotz der umfangreichen und penibel genau geführten Ermittlungen stellt Roth klar: „Auch nach Anklageerhebung bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung gilt für die Angeschuldigten die Unschuldsvermutung.“ Nicht nur deshalb, sondern auch weil zunächst noch das Gericht über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden muss, möchte sich Roth nicht näher zu Details der möglichen kriminellen Machenschaften äußern.

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Über diese hatte der SÜDKURIER im August 2018 berichtet, weil sich mehrere Kunden über die Vorgänge bei der Filiale in Furtwangen gewundert hatten. Tatsächlich war es dort, nachdem Angaben der Sparkasse zufolge die Innenrevision auf die Unregelmäßigkeiten aufmerksam wurde, zu fristlosen Kündigungen zweier Mitarbeiter gekommen. Dies hatte die Sparkasse aber erst auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt – nachdem intern zunächst offenbar nach Informationen unserer Redaktion angeordnet worden sein soll, über das Vergehen Stillschweigen zu bewahren.

Schaden soll ersetzt werden

Die Sparkasse betonte damals in einer Stellungnahme, dass sie den „Sachverhalt lückenlos und transparent aufgeklärt“ habe und „den betroffenen Kunden die festgestellten Schäden vollumfänglich ersetzen“ werde.