Ungewöhnliche Klang­installationen haben Studenten der Hochschule Furtwangen und der Trossinger Musikhochschule entwickelt. Wobei die Instrumente maßgeschneidert sind für Schüler der Bregtalschule. Diese tauchen gerne in die neuen Klangwelten ein.

Ein Ball tönt bei Bewegung

Ein Ball ist an sich nichts Ungewöhnliches. Aber die Studenten haben ihn technisch so ausgestattet, dass er beim Bewegen plötzlich einen Sound erzeugt. Oder wie wäre es mit einem künstlichen Sternenhimmel, der an die Decke gehängt wird? Beim Anleuchten mit einer Taschenlampe blitzen nicht nur Sterne auf, sondern sind auch Töne zu hören.

Andreas Förster demonstriert die Funktionsweise der Sternenhimmel-Installation, die mittels Licht einer Taschenlampe aktiviert wird. Dabei ertönen sphärische Klänge.
Andreas Förster demonstriert die Funktionsweise der Sternenhimmel-Installation, die mittels Licht einer Taschenlampe aktiviert wird. Dabei ertönen sphärische Klänge. | Bild: Markus Reutter

Unterwasser-Geräusche fürs Bällebad

Ein weiteres Beispiel für die besonderen Installationen: Über dem Bällebad hängt eine Kamera. Wenn sich nun einer der Schüler im Bällebad bewegt, registriert das die Kamera und erzeugt ein passendes Klangbild, das Unterwassertöne widerspiegelt oder auch an das Rauschen eines Bächleins erinnert.

Besondere Bedürfnisse berücksichtigt

Entwickelt wurden die besonderen Installationen von den Studenten. Wobei sie die Bedürfnisse der Schüler der Bregtalschule im Blick hatten. Der Schulleiter der sonderpädagogischen Bildungseinrichtung, Jürgen Dicke-Bonk, ist begeistert.

Durch Bewegung Klang erzeugen

Seine Schüler könnten in der Regel kein Instrument wie ein Klavier erlernen. Aber durch dieses Erleben mit den Installationen der Hochschulen werde den Schülern schnell klar, wie durch eigene Bewegung Klang erzeugt und verändert werden könne.

Das „eHang“ erzeugt mittels Sensoren unterschiedliche Töne bei Berührung.
Das „eHang“ erzeugt mittels Sensoren unterschiedliche Töne bei Berührung. | Bild: Markus Reutter

Umfangreiche Zusammenarbeit

Zur feierlichen Übergabe der Installationen trafen sich die Projektverantwortlichen sowie die beteiligten Studenten und Bregtalschüler am Dienstag im I-Bau der Hochschule in Furtwangen. Dabei wurde auch an die Vorgeschichte erinnert. So wurden die Installationen im Laufe des vergangenen Jahres im Rahmen des Projektstudiums unter Leitung von Professor Norbert Schnell von Studenten der Hochschule Furtwangen der Studiengänge Medieninformatik, Medienkonzeption, Online-Medien und Music-Design sowie Studenten der Musikhochschule Trossingen im Kooperations-Studiengang Musikdesign entwickelt.

Aufgabe für weitere Studentengenerationen

Sowohl Norbert Schnell von Hochschulseite als auch Schulleiter Jürgen Dicke-Bonk freuen sich auf eine weitere Zusammenarbeit beim Thema Klanginstallationen. Das Thema soll laut Schnell auch weiteren Studentenjahrgängen angeboten werden, wobei aus bisherigen Erfahrungen gelernt und die jetzigen Prototypen verfeinert werden könnten. Vorstellbar seien auch Klangkörper mit tiefen Tönen unter 100 Hertz, die auch von Gehörlosen als Schwingung gut wahrgenommen werden könnten.

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Neben Professor Norbert Schnell gehört Andreas Brand von der Musikhochschule Trossingen zu den Projektbetreuern.Im studentischen Projektteam engagieren sich Peter Bandle, Tanita Deinhammer, Antony Britz, Leonie Eder, Jaqueline Köchel, Leah Kappelmann, Andreas Förster und Christina Komesker.