Alles war für die 122 Abiturienten des Kollegs St. Blasien in diesem Jahr anders als geplant: Die letzten Monate der Schulzeit, die Prüfungen und am Freitagnachmittag nun auch die Abiturfeier. Im Westhof ging die Schulzeit mit der Zeugnis- und Preisvergabe und einem Wortgottesdienst zu Ende. Lena Knüppel, Carlotta Rümelin, Henri Ohl und Alexander Werny erzielten die Traumnote 1,0. Drei Schüler wurden mit dem Alfred Delp-Preis ausgezeichnet.

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Abiball, Zeugnis- und Preisverleihung in der Alfred Delp-Halle mit abschließenden feierlichen Gottesdienst im Dom gehören seit Jahrzehnten zum traditionellen Abschied der Abschlussschüler.

Den besten Notendurchschnitt (1,0) hatten Henri Ohl, Carlotta Rümelin, Lena Knüppel und Alexander Werny (von links).
Den besten Notendurchschnitt (1,0) hatten Henri Ohl, Carlotta Rümelin, Lena Knüppel und Alexander Werny (von links). | Bild: Christiane Sahli

In diesem Jahr machte aber die Corona-Pandemie dem einen Strich durch die Rechnung. Dennoch sorgten die Verantwortlichen für einen würdigen Abschied der Abiturienten. Im Westhof des Altbaus kamen die Schüler mit gebührendem Abstand mit ihren Lehrern und Erziehern zusammen. Die Eltern konnten die Abschlussfeier auf einer Großleinwand im Osthof ds Neubaus verfolgen.

Ein besonderes Abitur

Nach allem, was drunter und drüber gegangen sei, tue es gut, diesen Moment erleben zu dürfen, sagte Schulleiter Michael Becker. Es sei ein ganz besonderes Abitur, aber kein minderwertiges Corona-Abitur, betonte er. Überdeutlich sei in der vergangenen Zeit geworden, dass die Begegnung mit anderen Menschen ein zentrales Moment des täglichen Lebens sei, aber auch zu einem unkalkulierbaren Risiko werde. Man sei geneigt, die Mitmenschen als potentielle Bedrohung zu sehen. In der vergangenen Zeit habe man eine Barbarisierung, aber auch ungeheuer viel Aufmunterndes und Helfendes erlebt. „Helfen wir alle mit, dass diese zweite Seite der Menschen die Oberhand gewinnt“.

Anerkennung für Leistung

„Ihr habt eine besondere Reifeprüfung unter erschwerten Umständen abgelegt. Darauf könnt Ihr stolz sein und wir sind es auch“, zollte Elternvertreterin Gabriele Mast-Ohl den Abiturienten unter dem Beifall der Versammelten Anerkennung. Es zeichne das Kolleg aus, dass nicht nur auf Bildung, sondern auch auf Werte geachtet werde, fuhr sie fort. „Tut was ihr für richtig haltet und nicht das, was bequem und angenehm ist und gründet dabei auf die Werte, die am Kolleg vermittelt werden“, gab sie den Abiturienten auf den Weg.

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Mit verschmitzen Humor, wie der scheidende Kollegsdirektor Pater Klaus Mertes später bei der Verleihung des Alfred-Delp-Preises formulierte, wandte sich der „Meister des Wortspiels“ Léopold de Buman an die Versammelten. Dank der ignatianischen Pädagogik habe man gelernt zu denken, habe Erfahrungen gesammelt und sei hervorragend vorbereitet auf die Zukunft, führte er aus.

Den Pater-Alfred-Delp-Preis für besonderes Engagement am Kolleg erhielten Lennart Yasuboglu, Léopold de Buman und Henri Ohl (links).
Den Pater-Alfred-Delp-Preis für besonderes Engagement am Kolleg erhielten Lennart Yaguboglu, Léopold de Buman und Henri Ohl (links). | Bild: Christiane Sahli

Den Werdegang seines Jahrgangs verglich er mit dem Entstehen eines guten Weines: Die jungen Reben wüchsen behutsam, geprägt durch die Eltern, langsam heran. Die Lagerung sei dann wichtig, in der Reifephase entscheide sich die Qualität des Weines. Das Kolleg verglich der Abiturient mit eine Burgunderholzfass, in die sich die, wie er sagte, gute Qualität entwickele.

Mit dem Alfred-Delp-Preis, der höchsten Auszeichnung des Kollegs, würdigte Pater Mertes das herausragende Engagement von Lennart Yaguboglu, Léopold de Buman und Henrik Ohl auf verschiedenen Gebieten im Kolleg.

Schulleiter Becker und seine Stellvertreterin Cathrin Stoll übergaben Zeugnisse und Fachpreise, ein Ellenbogengruß ersetzte den Händedruck. 122 Schüler hatten das Abitur bestanden, einer erreichte das Ziel nicht. Der Notendurchschnitt lag bei 2,3. Die Traumnote 1,0 erzielten Lena Knüppel, Carlotta Rümelin, Henrik Ohl und Alexander Werny.