Die vorgesehenen großen städtebaulichen Veränderungen werden immer greifbarer: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan „Märkte am Kugelrain“ beschlossen und kurz danach auch dem Bauantrag für den Neubau eines Lidl-Marktes auf dem Gelände zwischen Friedhof und Alb zugestimmt.

„Das Verfahren haben wir recht zügig durchgekriegt“, sagte Planer Christian Sammel vom Planungsbüro FSP in Freiburg in der Sitzung des Gemeinderats. Anfang November hatte der Gemeinderat das Verfahren auf den Weg gebracht. Die während der Offenlage eingegangenen Anregungen waren in der Ratssitzung am Dienstag Thema, ehe die Änderung des Bebauungsplanes beschlossen werden konnte.

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Nur zu kleineren Änderungen haben die Anregungen geführt, erläuterte der Planer: Der Bebauungsplan sieht beispielsweise jetzt die Möglichkeit vor, dass die Parkplätze mit Solaranlagen überdeckt werden. Mit dieser Änderung ermöglicht es der Bebauungsplan den Bauherren, neue gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Im offengelegten Entwurf war auch eine Fläche für eine große Werbeanlage nahe der Umgehungsstraße vorgesehen. Die musste nun wieder gestrichen werden.

Erweiterung in die Höhe?

Der Bebauungsplan „Märkte am Kugelrain“ schließt auch die Schmidts-Märkte-Filiale ein. Zwar plane das Unternehmen möglicherweise einen höheren Neubau statt einer Erweiterung mit der Höhe des bestehenden Marktes, doch sollte man sich damit erst dann beschäftigen, wenn Pläne vorliegen. Deshalb reduzierte der Planer auf Anregung von Anwohnern die mögliche Gebäudehöhe des Edeka-Marktes wieder deutlich.

Die beteiligten Unternehmen (Schmidts-Märkte und Lidl) seien mit den Änderungen einverstanden, sagte Planer Sammel. In den Bauvorschriften werde auch geregelt, wo und wie die rund drei Meter hohen Lärmschutzwände (zu den Wohngebäuden am Kugelrain und zur Alb hin) gebaut werden müssen.

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Der Gehweg, der zwischen Friedhof und neuem Lidl-Markt entstehen soll, rückte erneut in den Blick der Ratsmitglieder. Ob er so breit sei, damit zum Beispiel zwei Rollstühle oder zwei Personen mit Rollatoren aneinander vorbeikommen können, wollte Andreas Fritz wissen. Das gehe, auch wenn der Weg mit 1,20 Meter relativ schmal sei, antwortete der Planer, zumal im Winter auch noch der Schnee den Weg noch enger mache, ergänzte Fritz.

Möglicherweise, so die Anregung von Diethard Rüger, könne man noch ein wenig vom städtischen Grund dazugeben, um den Weg breiter zu machen. Das sei ein guter Vorschlag, fand auch Bürgermeister Adrian Probst, mittelfristig werde man sich ohnehin überlegen müssen, wie die Grenze zum Friedhof gestaltet wird. Wenn das Marktgebäude steht, werde man die Situation genau anschauen und dann regeln.

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Dass der Discounter so nahe an den historischen St. Blasier Friedhof heranrückt, war bereits im November ein Diskussionsthema im Gemeinderat. Die Verhältnisse seien sehr beengt, sagte Gemeinderat Thomas Mutter am Dienstagabend. Mit der Entscheidung für die Bebauungsplanänderung und mit der Zustimmung zum Lidl-Bauantrag geschehe eine Abwägung: Man könne entweder die reine historische Schönheit des Friedhofes schützen „oder/und die Garantie zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Versorgungssicherheit“ wählen. Stadtplanung bedeute, zwischen öffentlichen und privaten Interessen abzuwägen, bestätigte Planer Sammel.

Die Entscheidung

Einstimmig beschloss der Gemeinderat den geänderten Bebauungsplan „Märkte am Kugelrain“ und stimmte ebenso einstimmig dem Bauantrag für den Marktneubau zu.