Das 25. Holzbildhauersymposium, das Fürstabt-Gerbert-Jubiläum und der Start der Vorbereitungen für die nächsten Domfestspiele – all das hätte im vergangenen Jahr in der Kulturstadt St. Blasien stattfinden sollen. Aufgrund der Coronavirus-Situation wurden die Feste und Projekte verschoben. Was in diesem Jahr möglich sein wird, wissen die Verantwortlichen aber auch noch nicht. Manches soll, soweit die Planung derzeit überhaupt möglich ist, in abgespeckter Form stattfinden.

Domfestspiele auf der Kippe

„Noch ist nicht entschieden, ob wir wieder Domfestspiele machen“, sagte Bürgermeister Adrian Probst im Gespräch mit dieser Tageszeitung. Dennoch stellte er das idealerweise alle fünf Jahre wiederkehrende Großprojekt nicht infrage, denn: „Sie gehören zu St. Blasien dazu.“ Aber man könne derzeit einfach kein so großes Ereignis planen und „finanziell stellt sich die Frage in diesem Jahr eher nicht“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf die angespannten Gemeindefinanzen. Trotzdem werde an Ideen gearbeitet, wie die Domfestspiele in Zukunft aussehen könnten. Klar scheint indes zu sein, dass das Projekt „zumindest in Teilen personell neu aufgestellt werden“ müsse. Auch „inhaltlich-konzeptionell muss man neu denken“, sagte Bürgermeister Adrian Probst.

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Ohne die Coronavirus-Krise wäre das Projekt, das alle fünf Jahre stattfinden soll, schon weiter. Ob nach den Domfestspielen im Jahr 2018 im Jahr 2023 die nächste Ausgabe möglich sein wird, scheint derzeit eher fraglich – die langwierigen Vorbereitungsarbeiten hätten eigentlich schon anlaufen müssen.

Gemeinschaftsgefühl

Das Projekt sei aber für die Gemeinschaft in der Stadt und der Region sehr wichtig, sagte Bürgermeister Probst, „vielleicht einer der wenigen Punkte, wo gemeinschaftliches Tun so intensiv möglich ist“. Nach der Corona-Zeit werde so ein Projekt deshalb vielleicht noch wichtiger. Die während der Pandemie gemachten negativen und positiven Erfahrungen könnten in die Geschichte der nächsten Domfestspiele eingearbeitet werden, sagte Probst. Krisen und Zukunftsängste seien auch in der Vergangenheit schon thematisiert worden. Aber nicht nur die Domfestspiele, die ohnehin nicht in diesem Jahr stattfinden sollten, geraten in dieser Zeit ins Wanken.

Erstes Halbjahr ohne Veranstaltungen

„Im ersten Halbjahr hat die Stadt keine Veranstaltungen geplant“, sagte Probst, beispielsweise der Musikfrühling falle sehr wahrscheinlich aus – der Werbe-Aktiv-Kreis und die Hochschwarzwald Tourismus GmbH führten dazu noch Gespräche, „die Prognose ist aber eher schwierig“, erklärte er.

Das Holzbildhauersymposium

Aber auch das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Holzbildhauersymposiums – eigentlich hätte es schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen – wird es in diesem Jahr nicht geben. Ein Hindernis sind zum Beispiel die Reiseeinschränkungen. Es sei kaum vorstellbar, dass im Sommer Künstler aus der ganzen Welt nach St. Blasien reisen können. Aber „in einer veränderten Form wollen wir es in diesem Jahr schon versuchen“, sagte Probst, es stehe aber noch nicht fest.

Der Fürstabt

Auch das Jubiläum „300 Jahre Fürstabt Martin Gerbert“, fand 2020 nicht in der angedachten Form statt. Teile des geplanten Programms sollen aber in diesem Jahr umgesetzt werden. So soll es eine Multivisionslichtershow im Oktober im Dom geben. Diese könne auch coronakonform funktionieren, sagte Bürgermeister Probst, die Verantwortlichen seien sehr optimistisch.

Die Domkonzerte

Auch die Domkonzerte sollen das Thema – wenn sie denn möglich sein werden – aufgreifen. Ende Mai solle möglichst ein wissenschaftliches Symposium zu Fürstabt Martin Gerbert stattfinden.