Reisen in den warmen Süden oder ein Skiwochenende in den Alpen? Was sonst für viele Menschen normal ist, geht derzeit nicht. Die Corona-Krise hat weitreichende Auswirkungen auf fast alle Geschäftszweige – auch auf die Reisebranche. Trotz aller Widrigkeiten blickt Unternehmer Elmar Wild optimistisch in die Zukunft: „Die Menschen werden wieder reisen“, davon ist er überzeugt, es bedürfe aber eines langen Atems.

Neugierige Menschen reisen

„Solange die Menschen neugierig sind, wird es auch weiterhin Reisen und die Reisebranche geben“, prognostiziert Elmar Wild, der in St. Blasien ein Reisebüro und Omnisbusreiseunternehmen betreibt. Wie die gesamte Reisebranche habe die Corona-Krise auch sein Unternehmen arg gebeutelt. Mit dem ersten Lockdown sei es zu einem absoluten Stillstand gekommen, schildert er. Man habe lediglich einige Geschäftskunden verzeichnen können, die hätten fliegen müssen, ansonsten sei der Reisebürobetrieb eingeschlafen.

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Arbeit gab es für Wild und seine Mitarbeiter aber dennoch mehr als genug, denn er galt, jede Menge Stornierungen und Rückabwicklungen zu bewältigen – „viel Arbeit für nichts“, sagt der Unternehmer. Aber das Wichtigste sei gewesen, die Kunden zufriedenzustellen.

Völlig zusammengebrochen

Das Busreisegeschäft war ebenfalls völlig zusammengebrochen. Ein herber Schlag sei der Lockdown für das Unternehmen gewesen, da man noch im Februar einen neuen Bus angeschafft hatte. Angeboten werden konnten aber Halbtagesfahrten mit Senioren unter Einhaltung der Hygienevorschriften.

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Um den erforderlichen Abstand zwischen Passagieren einhalten zu können, seien für 50 Mitfahrende zwei Reisebusse eingesetzt worden. Verdient habe man dabei nichts, so Unternehmer Wild, aber die Senioren seien sehr froh gewesen, wenigstens einen halben Tag herauszukommen. Die Psyche spiele eine große Rolle, so Wild.

Der Sommer

Im Sommer änderte sich die Situation dann. Die Fluggesellschaften boten wieder Flüge an, wenn auch in geringerem Umfang als gewohnt. Ein Reiseprogramm konnte aufgelegt werden, allerdings mit weniger Fernreisen, da die Menschen mehr im Land blieben.

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Bei den Tagestouren mit dem Bus habe man von Null auf 100 hochfahren können, da man aufgrund der langen Erfahrung wisse, was die Menschen interessiere. Er habe ein Ausflugsprogramm in der Schublade gehabt, erklärt der Busunternehmer. Alles in allem seien die Menschen im vergangenen Jahr mit kleineren Reisen zufrieden gewesen, so der Unternehmer.

Das Geschäft sollte in einem halben Jahr wieder laufen

Trotz aller Widrigkeiten blickt Elmar Wild optimistisch in die Zukunft. „Es geht wieder los, die Menschen werden wieder reisen“, sagt er. Allerdings werde man einen langen Atem brauchen, das Busgeschäft sollte aber in einem halben Jahr wieder laufen, lautet seine Einschätzung. Und möglicherweise lösten die aktuellen Ereignisse ein kollektives Umdenken aus, vielleicht entwickle sich auch ein neues Bewusstsein für das Reisen.

Durchhalten und weitermachen

Elmar Wild bleibt aber realistisch: „Niemand kann die Zukunft vorhersagen, aber wir versuchen, durchzuhalten und weiterzumachen“, erklärt er. Und so werde er auch das Reisebüro nicht schließen, wie es ihm angesichts der Buchungsmöglichkeiten über das Internet geraten worden war. Denn: Wer vorsichtig sei, gehe ins Reisebüro, in dem die Beratung der Kunden eine große Rolle spiele. So habe man bei allen Eventualitäten immer einen persönlichen Ansprechpartner, sagt Wild.