Seit vielen Jahren sind die beiden Jesuiten, Pater Josef Singer und Pater Wolfgang Bauer, in St. Blasien tätig. Seit der Gründung der Seelsorgeeinheit St. Blasien im Jahr 2015 sind sie als Kooperatoren in den Pfarreien St. Blasien, Albtal und Menzenschwand tätig. Nun wurden sie am Sonntag im Dom verabschiedet. Pater Singer geht in die Oberpfalz nach Neumarkt, Pater Bauer bleibt in St. Blasien und als Priester ehrenamtlich in Menzenschwand.

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„Als 2015 die acht Pfarreien der Seelsorgeeinheit zusammengelegt wurden, erklärte die Diözese, dass sie einen Ordensmann über 70 Jahre nur zu 50 Prozent einstellt“, berichtet Pater Bauer. Ihm reichten 50 Prozent, da er noch Superior der Jesuitenkommunität in St. Blasien ist. Weil das für die Seelsorgeeinheit aber nicht reichte, sei auch Pater Singer, langjähriger Pfarrer der Domgemeinde, noch dageblieben. „Da wir schon 77 sind, wird nun Pater Ralph Klein die Stelle übernehmen“, erklärt Pater Singer. Denn einen Gestellungsvertrag mit Ordensleuten gibt es in der Diözese Freiburg lediglich bis 75.

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„Jeder hat einige Stationen hinter sich und langweilig ist es nie geworden“, verraten die Patres. Pater Singer kam mit seiner Familie als Heimatvertriebener aus Ungarn. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung als Graveur. Der Pfarrer seiner Heimatgemeinde Sasbach ermutigte ihn, das Abitur nachzuholen, was er 1967 auch tat. Es folgten der Eintritt in den Jesuitenorden, das Studium der Philosophie und Theologie in München und Innsbruck und sieben Jahre Tätigkeit in Nürnberg in der Jugendarbeit. Nach dem Terziat, der letzten Prüfungszeit, bevor die Priester in den Orden eingegliedert werden, in Mexiko und Kolumbien war er zunächst zehn Jahre lang in Hof tätig. „Danach war ich in unserem Freiwilligendienst ‚Jesuit Europe People Volunteers‘ mit Sitz in München tätig und in der Welt unterwegs“, erzählt Pater Singer.

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2007 kam er nach St. Blasien, weil der Orden hier eine Aufgabe für ihn hatte. „Die ersten sechs Jahre war ich Superior der Kommunität, von 2011 bis 2015 vier Jahre zusätzlich Pfarrer in der noch kleinen Seelsorgeeinheit St. Blasien-Albtal-Menzenschwand. Als Pater Bauer mich als Superior abgelöst hat, haben wir uns zusätzlich die Stelle in der Seelsorgeeinheit als Kooperatoren geteilt.“

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Pater Wolfgang Bauer war Schüler des Kollegs. Nach dem Abitur 1963 trat er in den Orden ein, hat die übliche Ordensausbildung gemacht und wurde nach der Priesterweihe acht Jahre Direktor eines Internats in Nürnberg, wo er auch Religion unterrichtete.

1983 zog es ihn wieder nach St. Blasien, für sieben Jahre als Internatsleiter, ging fünf Jahre als Studentenpfarrer nach Würzburg und nach München. Dort war eine Stelle für die „Glaubensorientierung“ eingerichtet worden. Sie sollte eine Anlaufstelle für die Menschen sein, die aus der Kirche ausgetreten sind und wieder eintreten wollen, für Konvertiten, für Erwachsene, die getauft werden wollen. „Das habe ich acht Jahre gemacht, war auch dort im Haus Superior und habe nebenbei drei Jahre das Grab von Rupert Mayer ‚bewacht‘“. Später war er im Provinzialat (Leitung des Jesuitenordens) Beauftragter für die älteren Mitbrüder in Deutschland, Schweden und Dänemark. Es folgte St. Blasien: Als die Zeit von Pater Singer als Superior nach sechs Jahren zu Ende war, übernahm Bauer die Aufgabe.

Sein Jugendtraum sei gewesen, erzählt Pater Bauer, im Rentenalter Pfarrer einer kleinen Schwarzwaldgemeinde zu werden. „Allmählich geht mein Wunsch in Erfüllung, ich bleibe nämlich in St. Blasien und habe mich angeboten, ehrenamtlich in der Seelsorge mitzuarbeiten. Und nachdem Pfarrer Jan und Pater Klein meine Liebe zu Menzenschwand erkannt haben, haben sie gesagt, dann bist du für Menzenschwand weiter tätig.“