40.000 Euro netto sollen die vorgeschlagenen Untersuchungen für die Jahre 2020 und 2021 der Leitungen im Albtal kosten. Den Auftrag hat der Gemeinderat St. Blasien dem Technologiezentrum Wasser des Deutschen Vereins das Gas- und Wasserfaches (DVGW) aus Dresden erteilt.

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„Was ist im System eigentlich falsch?“, fasste Bürgermeister Adrian Probst den Auftrag an die Wissenschaftler kurz zusammen. Denn die Probleme mit dem getrübten Wasser treten im Albtal zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten auf. „Wir haben versucht, sanft zu spülen, wir haben einen Leitungsstrang ausgetauscht“, zählte er die Versuche auf, die Quelle des Problems zu finden und zu beheben. Erfolg haben diese aber bisher nicht gebracht, immer noch fließt es in verschiedenen Häusern zeitweise rostig oder trübe aus der Leitung. Gemeinderätin Alexandra Kistler konnte dies als Betroffene bestätigen.

Zustandsorientiertes Intervallspülen

„Das gesamte Leitungsnetz können wir nicht austauschen, das wären Millionenbeträge“, machte der Bürgermeister deutlich. Die Alternative könnte das vom Technologiezentrum Wasser angebotene zustandsorientierte Intervallspülen sein. Zuerst werde das Leitungsnetz grundgereinigt, dann werde darin intensiv gemessen, etwa der Durchfluss an Wasser in den Leitungen und dessen Fließgeschwindigkeit sowie die Korrosionsgeschwindigkeit in den Leitungen. Mit diesen Ergebnissen solle dann ein genauer Plan erarbeitet werden, wann die Rohrleitungen wo gespült werden müssen, damit keine Wassertrübungen mehr entstehen.

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Wassermeister Carsten Fritz erläuterte, dass es sich bei diesen Trübungen nicht, wie von einigen Ratsmitgliedern angesprochen, um Schadstoffe handele. Stattdessen sind es Mineralstoffen, die im Wasser vorhanden sind, sich in den Leitungen ablagern und wieder lösen. Gründe dafür sind laut Fritz die für den tatsächlichen Verbrauch zu groß dimensionierten Leitungen im Albtal. Dadurch bleibe das Wasser zu lange in den Leitungen stehen und die Ablagerungen könnten sich bei Bodenerwärmung von den Rohrwänden lösen. Der Bürgermeister wies ausdrücklich darauf hin, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe.

Vor der Messung keine Prognose

„Jeder Tag, den wir zögern, ist ein verlorener Tag“, sprach sich Thomas Mutter grundsätzlich für die Untersuchung aus. Allerdings warf er die Frage auf, wie lange es bei den auf zwei Jahre geplanten Arbeiten dauere, bis erste Verbesserungen für die Betroffenen merkbar sind. Außerdem fragte er, wie es vermittelbar sei, dass die Verwaltung in beiden Jahren jeweils 4000 Euro für Abschlussbericht und Präsentation bezahlen müsse. Der Bürgermeister erklärte, dass die DVGW vor den Messungen noch keine Prognose abgeben könne, wie lange es bis zu ersten Verbesserungen dauern kann. Bei den Präsentationen, so meinte er, könne man sicher noch verhandeln. Allerdings brauche es auch eine Veranstaltung vor Ort für die Betroffenen, diese solle ihr Geld auch wert sein.

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Auf Nachfrage von Manfred Leber erläuterte Wassermeister Fritz, dass sich der Brennpunkt der Probleme in Schlageten befinde, die Leitung komme von Immeneich. Die bisherigen Lösungsversuche hätten teilweise zu Verbesserungen, teilweise zu Verschlechterungen geführt. Leitungsschäden, wie von Diethard Rüger vermutet, könne man ausschließen, so Fritz, die bemerke man am erhöhten Wasserverbrauch. Dass Wasser aus der Umgebung in eine rissige Leitung eindringen könne, sei zudem wegen des Wasserdrucks fast unmöglich. Menzenschwands Ortsvorsteher Joachim Gfrörer erkundigte sich, wie viele Häuser und wie viele Kilometer Leitung betroffen seien und ob die Möglichkeit einer Notleitung abgeklärt worden sei. Bürgermeister Probst erklärte, dass durch das diffuse Auftreten der Trübungen die Anzahl der Häuser nicht bekannt sei. Bei etwa 20 Kilometern Leitungsnetz sei eine Überbrückung per Notleitung zudem unmöglich.

Die Entscheidung

Nachdem Carsten Fritz sich noch einmal deutlich für die geplanten Arbeiten ausgesprochen hatte, vor allem auch für den Spülplan, den der DVGW auf Grundlage seiner Messungen erstellen wird, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Auftrag wie vorgesehen zu vergeben. Die Kosten sollen in den Haushalten 2020 und 2021 eingeplant werden.