Der Gemeinderat von St. Blasien, der als erster darüber abstimmte, entschied sich geschlossen dafür. Der neu zu erstellende Plan soll an den demnächst auslaufenden Rahmenplan Feldberg 2020 anschließen, eine ganzjährige Nutzung des Skigebiets und langfristig die Fusion der Gesellschaften im Liftverbund ausloten.

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„Das große Ziel ist die Fusion der Gesellschaften“, sagte Bürgermeister Adrian Probst, als er das geplante Projekt im Gemeinderat vorstellte. Man müsse das Skigebiet als eines denken und daher auch einen gemeinsamen Investitionsplan entwickeln. Beauftragt werden sollen die Deutsche Sporthochschule Köln sowie die Büros Melzer & Hopfner, WWL und Klenkhart & Partner. Alle waren schon einmal im Skigebiet tätig, einige nötige Informationen liegen ihnen also bereits vor.

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Die Angebotssumme, so erläuterte Probst, belaufe sich auf 63.000 Euro netto und solle innerhalb des Liftverbunds Feldberg geteilt werden. Es gehe darum, sagte der Bürgermeister, das Skigebiet qualitativ und nicht quantitativ weiterzuentwickeln und Trainingsmöglichkeiten zu sichern. Die Bahnen etwa seien viereinhalb Monate in Betrieb, im Sommer stünden sie bislang still.

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„Der Feldberg wird künftig die einzige Insel sein“, was den Wintersport angehe, prophezeite Menzenschwands Ortsvorsteher Joachim Gfrörer angesichts des Klimawandels. Es brauche einen roten Faden für die Zukunft, auch mit dem Rahmenplan sei man ja bisher gut gefahren.

Plan von etwa 20 Seiten Länge

Diethard Rüger wollte wissen, in welcher Form der Gemeinderat die Ergebnisse der Büros bekommen werde und für welchen Zeitraum der Masterplan gedacht ist. Der Bürgermeister erläuterte, dass die Vorgabe ein lesbarer Plan von etwa 20 Seiten Länge sei, der nicht im Schrank verstaube, sondern wirklich zur weiteren Planung genutzt werden könne. Er solle einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren umfassen.

Adrian Probst
Adrian Probst | Bild: SK

Frank Defrenne wollte wissen, warum in der Vertragsvorlage die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Plänen ausgeschlossen sei. Ebenso sind dort die Verkehrssituation und Parkplätze, Skischulen und Innerbetriebliche Organisation aufgeführt. Aussagen sollen dagegen getroffen werden zu einer Beschneidungsanlage für das gesamte Skigebiet, Aufstiegshilfen (Lifte), Restaurationsbetriebe, Pistenbaumaßnahmen, eine Flutlichtanlage am Zeller 2 sowie gegebenenfalls eine Winterrodelbahn am Seebuck.

Grobe Kalkulation

Zu der Wirtschaftlichkeitsrechnung erklärte Adrian Probst, dass das Büro Melzer & Hopfner eine grobe Kalkulation vornehmen werde. Die Detailkosten hingen allerdings stark von den weiteren Ergebnissen der Untersuchungen ab und könnten nicht im Rahmen des Masterplans berechnet werde. Verkehrssituation, Parkplätze oder auch die Ausrichtung auf Familien seien schon im Rahmenplan abgehandelt und müssten nicht noch einmal mit bewertet werden. Christoph von Ascheraden sprach sich grundsätzlich dafür aus, solch einen Plan zu erstellen, fand aber die veranschlagten Kosten zu hoch angesichts der Tatsache, dass alle Büros schon einmal im Skigebiet tätig waren und daher schon Daten vorliegen haben. Der Bürgermeister erklärte, dass dies zwar für Einiges zutreffe.

Verweis auf Skiort Serfaus in Tirol

Anderes, wie etwa Skifahrerstromanalysen (wie viele Wintersportler fahren wo lang) gebe es dagegen noch nicht, die ökologischen Untersuchungen seien zum Teil so alt, dass sie nicht mehr akzeptiert würden. Frank Defrenne wandet zudem ein, dass ja vier Büros beauftragt würden, jedes bekomme daher 15.000 Euro.

Das Spießhorn bleibe zunächst außen vor, sagte Probst auf Nachfrage von Andreas Fritz, man wolle sich zunächst auf das Kerngebiet konzentrieren. Als mögliches Beispiel, wie das Skigebiet ganzjährig genutzt werden könnte, verwies er auf den Skiort Serfaus in Tirol. Dort gebe es einen Beschneiungsteich, der als naturnaher See angelegt ist, mit Niedrigwasserbereichen zum Schwimmen.

Die Entscheidung

Einig war sich der Gemeinderat schließlich, dass es notwendig sei, in die Zukunft zu planen und Prioritäten für Sanierungen oder Ausbau übergreifend zu ermitteln. Ziel sei nun, so Probst, dass die Gespräche darüber im Liftverbund Fahrt aufnehmen. Schließlicht stimmte der Gemeinderat geschlossen zu, den Auftrag an die interdisziplinäre Gruppe aus den vier Büros zu vergeben.