Der Verein Winterhalter in Menzenschwand hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Bekanntheit der Malerbrüder Franz Xaver und Hermann Winterhalter zu fördern. Vieles wurde in dieser Hinsicht schon erreicht, bald werden sich die Maler nun auch in Japan einer großen Bekanntheit erfreuen: Ein Kamerateam aus Japan war im Museum zu Besuch. Im Dezember wird der kurze Film über die Malerbrüder und das Museum im Rahmen einer beliebten Fernsehsendung zur besten Sendezeit in Japan ausgestrahlt.

Filmaufnahmen im Museum

Mitte November erreichte Elisabeth Kaiser, Vorsitzende des Vereins Winterhalter in Menzenschwand, eine Anfrage eines japanischen Filmteams. Es habe den Auftrag Filmaufnahmen im Museum für den japanischen Sender Nippon TV zu machen. Regisseur Kento Tamakoshi und Kameramann Ken Iwai kamen nun vor einigen Tagen nach Menzenschwand. Im Auftrag von japanischen Redaktionen recherchieren die beiden in Berlin lebenden Japaner in ganz Europa.

Projekt entsteht im Disneyland in Tokio

Die Idee für das Filmprojekt entstand im Disneyland in Tokio. Dort hängen in einem Restaurant zahlreiche Porträts, was die Verantwortlichen von Nippon TV veranlasste, sich auf die Suche nach Porträtmalern zu machen, um diese in einem Film vorzustellen. Und so war man auf die Winterhalterbrüder gestoßen, berichtete Regisseur Tamakoshi.

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Zunächst standen an diesem Nachmittag Außenaufnahmen vom Museum, dem benachbarten Geburtshaus der Brüder Winterhalter und von Menzenschwand an. Anschließend ließ sich Regisseur Tamakoshi von Elisabeth Kaiser durch das Museum führen, um zu entscheiden, welche der Bilder man im Film festhalten will. Man wolle sich auf weibliche Porträts konzentrieren, sagte der Regisseur.

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Erstaunt zeigte er sich angesichts des bekannten Porträts der Kaiserin Elisabeth. Dieses sei auch in Japan sehr bekannt, dass es von Winterhalter gemalt wurde, habe er allerdings nicht gewusst. Und Tamakoshi wollte wissen, was die Porträts der Winterhalterbrüder von denen anderer Maler unterscheidet. Anders als andere Bilder strahlen die Werke der Winterhalters Wärme und Lebendigkeit aus, erklärte Elisabeth Kaiser den Unterschied.

Lebensechte Darstellung

Und sie räumte mit der in Japan vertretenen Auffassung auf, die Bilder hätten dazu gedient, die Porträtierten auf dem Heiratsmarkt vorzustellen. Es handele sich entweder um Staatsporträts oder um für die Familie angefertigte Bilder, erläuterte sie. Und: Die Porträts stellten die Dargestellten nicht geschönt dar, beantwortete sie eine weitere Frage des Regisseurs. Die Persönlichkeiten seien sehr lebensecht dargestellt worden, allenfalls sei die ein oder andere Falte oder ein Pickel kaschiert worden. Auch wenig attraktive Frauen seien nicht geschönt dargestellt worden, so Kaiser und zeigte dem Regisseur Beispiele.