Die Laborräume im Obergeschoss der Schule am Heidenstein sollen zu Gruppenräumen für zwei Kindergartengruppen mit jeweils 56 Quadratmetern ausgebaut werden. Die Gruppen sind derzeit in den Räumen der Ortsverwaltung Dossenbach untergebracht. Das Stockwerk kann derzeit wegen Mängeln im Brandschutz und eines fehlenden Fluchtwegs nicht genutzt werden. Dieser soll am Westende des Gebäudes durch eine über das Flachdach erreichbare Außentreppe hergestellt werden, wozu auch eine Neugestaltung des Außenbereichs notwendig wird.

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Zudem ist eine Mensa mit 45 Quadratmetern geplant, sowie ein kleinkindgerechter Umbau der Toiletten, die Einrichtung eines Büros und zweier Personalräume. Um das Raumangebot zu erhöhen, sollen die Kindergartenkinder den Kreativraum der Grundschule im Erdgeschoss und die Schulküche mitnutzen können. Als Kosten für die Arbeiten sind 475.000 Euro veranschlagt.

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Kritik an der Verwaltungsvorlage gab es von CDU-Gemeinderat Stephan Frank, der das Fehlen von Barrierefreiheit, Intensivräumen, Bewegungsräumen und einer Schmutzschleuse sowie die Beschränkung auf ein Stockwerk kritisierte. Im Vergleich zu anderen Kindergärten stünden den Kindern weniger Quadratmeter zur Verfügung. Er verlangte die Erstellung eines Nutzungskonzepts der Räume vor Beschlussfassung. CDU-Gemeinderat Matthias Kipf kritisierte, dass ein Ausweichraum fehle. Zudem vermisste er eine Beratung im Gemeinderat vor der Beschlussfassung über den Bauantrag. Er erkundigte sich, weshalb die Kosten so hoch seien. Auch Gemeinderat Frank Lückfeldt (Freie Wähler) vermisste eine vorangegangene Diskussion.

„Was gewünscht wäre, übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten“, sagte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat zur Barrierefreiheit. Zur Errichtung eines inklusiven Kindergartens bestehe auch keine Verpflichtung, sehr wohl aber zur Erfüllung des Rechtsanspruchs der Eltern auf Kindergartenplätze.

Vorteil der Maßnahme

Der Vorteil der Maßnahme sei, gleichzeitig einen Kindergarten zu bauen und den Brandschutz der Schule zu aktualisieren. Durch diese Lösung müssten auch keine für die Schulräume erhaltenen Zuschüsse anteilig zurückgezahlt werden. Die Mindestflächen werden eingehalten, sagte Jacqueline Dumont, Fachbereichsleiterin Finanzen und Personal. Sie verwies darauf, dass eine gemeinsame Nutzung von Räumen seitens der Schul- und Kindergartenleitung im Sinne eines Bildungshauses mit enger Kooperation zwischen den Einrichtungen gedacht sei. Zudem sei geplant, mit beweglichen Tischen die Mensa als Bewegungsraum zu nutzen.

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Architekt Tilmann Frank erklärte, dass die Kosten aufgrund von Unwägbarkeiten hoch gerechnet seien, damit es keine Überraschungen gibt. Dumont ergänzte, dass ein Antrag auf Zuschuss von 200.000 Euro gestellt worden sei. CDU-Gemeinderat Harald Ebner findet die Lösung besser – und auch nicht teurer – als eine jahrelange Containerlösung, und Gemeinderat Tobias Asal (Unabhängige Bürger) befand, dass der Bedarf da sei, während die Schule leer stehe. Der Gemeinderat fasste bei einer Enthaltung zunächst den Beschluss, das obere Stockwerk im Anbau der Schule zu einem zweigruppigen Kindergarten auszubauen.