Was vor gut einer Woche im Ortschaftsrat Dossenbach begonnen hat, wurde in der Gemeinderatssitzung am Montag fortgesetzt. Viele Einwohner des Wohngebiets Zohlen und aus ganz Dossenbach waren gekommen. Sie stellten gleich zu Beginn der Sitzung Fragen zu einer möglichen Gaststätte im Wohngebiet.

Bürger stellen viele Fragen

Dabei interessierte die Einwohner, welche Art von Gaststätte in Frage komme, welche Öffnungszeiten vorgesehen sind, ob ein offener Grill im Freien betrieben werden könne und wo Gäste parken könnten? Ein Café mit beschränkter Öffnungszeit könne man sich vorstellen. Aber sehr begrenzt sollte es sein, schließlich hätten sich die Bewohner für dieses Gebiet entschieden, weil es eine ruhige Wohnumgebung erwarten ließ.

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Es gibt keine konkreten Antworten

Doch weder Verwaltung noch Gemeinderäte konnten konkrete Antworten auf diese Fragen geben, denn es liegen weder ein Antrag noch überhaupt eine Anfrage zum Gaststättenbetrieb im Wohngebiet Zohlen vor. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat konnte zunächst auch nur die Rechtslage erläutern. „Zohlen ist ebenso wie zum Beispiel der Hofacker als allgemeines Wohngebiet eingestuft“, erklärte sie. “Darin ist zum Beispiel der Betrieb von Schank- und Speisewirtschaften zur Versorgung des Gebiets möglich. Doch wir wissen bisher von nichts.“ Sie habe mit den möglichen Betreibern zunächst ein Gespräch vereinbart, um dabei weitere Einzelheiten zu erfahren.

Gemeinderäte sehen alles kritisch

Die Gemeinderäte sahen die Angelegenheit insgesamt doch recht kritisch. Harald Ebner wies den als Gerücht kursierenden Gedanken einer Eventgaststätte gleich zurück, solcherlei Ziel für vorwiegend auswärtige Gäste werde seiner Ansicht nach im Wohngebiet keine Bewilligung finden. Anwohner hatten zuvor erklärt, dass sie sicherlich mit gelegentlichem Grillen der Nachbarn klar kämen, aber nicht mit lange anhaltender Rauchbelästigung. Deshalb wurde die Idee eines offenen Grills als fehlplatziert bewertet.

Öffnung ohne Bewilligung geht nicht

Jörg Schmidt erkundigte sich danach, was im Falle einer Eröffnung ohne vorherige Bewilligung erfolge. Dann werde sofort der Weiterbetrieb untersagt, antwortete die Bürgermeisterin. Frank Lückfeldt sprach an, was denn eigentlich geschehen solle, wenn niemand eine Veränderung wolle, auch dies sei aber erst nach konkretem Antrag zu entscheiden. Rebecca Eckert mahnte an, sich ausführlich über das Vorhaben zu informieren und dabei mit den Anwohnern im Gespräch zu bleiben.

Nach der Rechtslage kann die Entscheidung über eine beantragte Veränderung um ein Jahr aufgeschoben werden, so dass dann ausreichend Zeit zur Verfugung stehe. Die Verwaltung beantragte allerdings beim Gemeinderat, bei Bedarf einen Planer benennen zu können, der die Änderung des Bebauungsplans erarbeiten kann. Diese Berechtigung begründete Christine Trautwein-Domschat mit den anstehenden Kommunalwahlen, denn weil danach sich der neue Gemeinderat erst konstituieren muss, könnte dann eine weitere Entscheidung unnötig lange verzögert werden.