Spaziergänger und Radfahrer, die schon einmal beim Wasserkraftwerk in Schwörstadt unterwegs waren, haben sicherlich schon eines von Leo Aitas besonderen Stücken gesehen. Vielleicht haben sie es sogar auch schon benutzt, um ein kleines Päuschen darauf einzulegen. Denn der 42-Jährige hat vor seinem Haus in der Kraftwerkstraße eine Snowboardbank, oder, wie er sie nennt, „Snowbääänk“ aufgestellt.

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Die Idee zu dieser Bastelei kam Aita vor etwa sieben Jahren. Als gelernter Raumausstatter hatte er schon immer Spaß daran, selbst schöne und praktische Dinge zu entwerfen und zu bauen. Außerdem ist er ein begeisterter Snowboarder. „Irgendwann kam mir die Idee, dass man aus den alten Brettern doch etwas Neues machen könnte“, erzählt er. „Da hängen so viele Erinnerungen dran und es wäre schade, sie einfach wegzuwerfen.“ Und da sie sich von ihrer Form her perfekt dafür anbieten, entschied er sich, eine Sitzbank daraus zu bauen.

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Damals werkelte er noch in seiner Werkstatt im Keller des Milchhüslis in Warmbach. Kurz bevor er die Idee für die Snowbänk hatte, hatte er mit zwei Freuden die Allerhand UG gegründet, eine Firma, die Raumausstattungsservice, aber auch Arbeitskraft für alle möglichen handwerklichen Projekte anbietet. Wenig später stieß er auf das leerstehende Milchhüsli in Warmbach. „Ich fand, dass das eine sehr nette Location ist“, erzählt Aita. Also mietete er das kleine Haus in der Warmbacher Straße an, baute es zu einem Büro mit Werkstatt im Keller und Lagerraum im ersten Stock um, und empfing von da an dort seine Kunden.

Da seine Familie aus Italien stammt und er Verwandtschaft in Kalabrien hat, verkauft der Tausendsassa dort ganz nebenbei auch noch original italienisches Olivenöl und Oliven. Und eben seine Snowbänks. Eine steht direkt im winzigen Eingangsbereich des Milchhüslis, Aita hat die Snowboards für dieses Stück mit einem Bezug aus alten Sportmatten bezogen. Warum? „Einfach so, weil es Spaß macht“, sagt er lachend. Er hat die Boards für eine Bank auch schon einmal mit Fell bezogen.

Vom Prototypen zum Produkt

Den ersten Entwurf für die Snowbänks hat ein Freund Aitas vor etwa sieben Jahren gezeichnet und, zusammen mit einem Metallbaubetrieb, einen Prototypen entwickelt. „Die erste Snowbänk habe ich aus alten Snowboards von mir gemacht“, erinnert sich Aita. „Mein Bruder war so begeistert, dass er sie sofort gekauft hat.“ Die originelle Idee sprach sich bald herum, bis heute hat Aita sieben bis acht seiner besonderen Bänke verkauft, einige hat er immer auf Vorrat. Aber er nimmt auch Bestellungen auf. „Gerade arbeite ich an einem Geburtstagsgeschenk“, erzählt er. Eine Kundin brachte dafür das erste Snowboard vorbei, mit dem ihr Freund je gefahren ist. Dieses wird die Grundlage für die Snowbänk. Das zweite Board steuert Aita bei. „Ich bin immer auf der Suche nach guten Angeboten, etwa auf ebay“, sagt er. Dort hat er schon so manches Schnäppchen ergattert, etwa ein gebrauchtes 1000-Euro-Board für gerade mal 15 Euro.

Liebe zum Detail

Mittlerweile werkelt er in seiner winzigen, aber sehr gut ausgestatteten Werkstatt hinter seinem Haus in Schwörstadt, in das er vor etwa zwei Jahren mit seiner Ehefrau und seinen Kindern gezogen ist. Wie wichtig ihm seine Werkstatt ist, sieht man sofort an den liebevollen Details – die Tür ist voller bunter Aufkleber, ein kleiner Sessel – das Gesellenstück seines Trauzeugen – lädt zum Ausruhen ein. Aita hat es sogar geschafft, in den winzigen Raum, in einer Nische direkt unter der Decke, eine Art Bett zu integrieren. „Falls es jemand nach einem langen Tag mal nicht nach Hause schafft“, sagt er und lacht.