Pack die Badehose ein: Dieses Liedchen darf in Schopfheim angestimmt werden. „Wir werden das Freibad definitiv öffnen“, verspricht Bürgermeister Dirk Harscher. Angepeilter Eröffnungstermin ist der 29. Juni. Mit dem Bad-Betreiber seien die Konditionen ausgehandelt. Zwar muss der Gemeinderat noch am 22. Juni zustimmen – im Grundsatz aber hätten die Fraktionen Zustimmung signalisiert. Badegäste werden ihre Tickets vorab im Internet erhalten. Die Kosten für ein Tagesticket sollen erhöht werden – und nur für Frühschwimmer soll es eine Saisonkarte geben.

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Bei Freibad-Fans dürfte diese Nachricht für Freude sorgen: Zwar hatte sich bereits vergangene Woche abgezeichnet, dass das Bad wohl öffnen wird – eine Wasserstandsmeldung der Stadtverwaltung vom vergangenen Mittwoch war allerdings noch mit Fragezeichen versehen. So waren zwar Vorbereitungen für eine Öffnung eingeleitet worden. Ob das Bad aber auch wirklich aufmacht, hatte die Stadtverwaltung noch offengelassen. Grund: Sie verhandelte zu diesem Zeitpunkt noch mit dem privaten Badbetreiber über Sonderzuschüsse. Dies sei nun so weit in trockenen Tüchern. Somit stehe einer Öffnung des Schopfheimer Freibades eigentlich nichts mehr im Wege. Das Schweigmatter Bad wird hingegen wie berichtet geschlossen bleiben. Zwar hat der Gemeinderat am kommenden Montag das letzte Wort. Hinter den Kulissen aber haben die Fraktionen in der Tendenz grünes Licht gegeben, berichtete am Montag Dirk Harscher, der auch schon ein Datum in Aussicht stellt: „Wenn es gut läuft, macht das Bad am 29. Juni auf.“ Geöffnet wäre dann – so Corona nicht in irgendeiner Form dazwischen grätscht – bis 13. September. Theoretisch wären das im allerbesten Fall 75 Badetage.

  • Beschränkte Besucherzahl: Allerdings müssen sich Wasserratten und Badenixen auf Einschränkungen einstellen. So muss wegen der Corona-Auflagen die Besucherzahl begrenzt werden. Als Berechnungsgrundlage dienen die Beckengrößen und die Liegeflächen, wie Remko Brouwer, kommissarischer Tiefbauamtsleiter, erläutert. Für Schwimmerbecken gilt: Eine Person muss zehn Quadratmeter zur Verfügung haben; in Nichtschwimmerbecken vier Quadratmeter. Für Liegewiesen gelten ebenfalls zehn Quadratmeter pro Person.

Zwar wären bezogen auf die Gesamtfläche bis zu 1600 Besucher zulässig. Im Becken sind aber lediglich 255 Personen erlaubt. Da nun komme eine Richtlinie ins Spiel, die empfehle, dass „die Gesamtbesucherzahl nicht größer sein soll wie das Dreifache der erlaubten Personenzahl im Becken“, so Brouwer. Daher werde die Gesamtbesucherzahl auf 765 Personen begrenzt – wobei es im Ermessen des Betreibers liege, die Zahl zu reduzieren. Dies könne dann erforderlich werden, wenn die Abstandsregelungen (zwischen den Badegästen mindestens 1,5 Meter) nicht eingehalten würden. „Der Betreiber wird deshalb auch voraussichtlich mit maximal 500 Gästen anfangen“, erklärt Remko Brouwer. Diese Zahl soll dann je nach Erfahrungswert stufenweise erhöht werden. „Ganz bewusst soll das Bad deshalb auch an einem Montag öffnen, um die Abläufe kennenzulernen“, erklärt Harscher.

  • Eintrittskarten online buchen: Es gibt aber auch noch andere Vorgaben. So sind etwa Ansammlungen im Eingangsbereich untersagt. „Warteschlangen müssen vermieden werden“, erklärt Brouwer. Außerdem muss der Badbetreiber die Daten der Badegäste für den Fall notieren, dass neue Infektionsketten rückverfolgt werden müssen. Um all dem gerecht zu werden, sei ein Online-Buchungssystem „unumgänglich“. Dieses wird vom Betreiber auf seiner Internetseite eingerichtet, auf der städtischen Internetseite wird es eine direkte Verknüpfung dazu geben. „Die Besucherzahl muss gesteuert werden, da führt kein Weg dran vorbei“, stellt Bürgermeister Harscher klar. Doch was ist mit Menschen, die kein Internet haben oder sich damit nicht so gut auskennen? Die Stadt und der Betreiber denken da noch über Lösungen nach, erklärt Dirk Harscher auf Nachfrage. Auch soll es bei der Ticketbuchung insofern Einschränkungen geben, als nicht im Voraus bereits für die ganze Saison Tickets reserviert werden können. Wie das Buchungssystem genau aussieht und funktioniert, ist allerdings noch unklar. Der Betreiber arbeite noch daran – ebenso noch an Details des Hygienekonzepts.
  • Mehrkosten: Zusätzlich zum jährlichen Zuschuss in Höhe von 195.000 Euro werde der Badbetreiber einen Sonderzuschuss erhalten, der bei maximal 75.000 Euro gedeckelt sei – allerdings wird er mit allergrößter Wahrscheinlichkeit niedriger ausfallen. So sei vereinbart, dass der Badbetreiber zwar von den Eintrittsgeldern die ersten 25.000 Euro vollständig behält – danach aber würden Betreiber und Stadt die Eintrittsgelder hälftig aufteilen. Harscher macht dazu eine „sehr konservative“ Rechnung auf: Selbst bei nur 40 Badetagen und lediglich im Schnitt 400 Besuchern pro Tag kämen brutto um die 50.000 Euro an Eintrittsgeldern zusammen – der Stadt stünden davon 12.500 Euro zu, so dass sich der Sonder-Zuschuss dann noch auf 67.500 Euro belaufen würde. „Und das ist wie gesagt eine sehr vorsichtige Rechnung“, betont Dirk Harscher.
  • Eintrittspreise: Der Eintrittspreis soll für die Saison von 3,50 Euro auf 4,50 Euro pro Erwachsener erhöht werden. Für Ermäßigungsberechtigte (Kinder, Schüler, Rentner und Schwerbehinderte) soll der Eintrittspreis unverändert 2,50 Euro betragen. Eine Saisonkarte soll nur für das Frühschwimmenangeboten werden. Diese soll 40 Euro kosten und nur für die Frühschwimmerzeiten gelten. Weitere Sondertarife wird es nicht geben. Diesen Regelungen muss der Gemeinderat am kommenden Montag zustimmen.