Weil er seine 20-jährige Exfreundin nach einer Liebesbeziehung misshandelt hatte, musste sich ein 19-Jähriger aus einer Kreisgemeinde wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Schopfheim verantworten. Vorgeworfen wurde ihm, am 14. Dezember 2021 seine damalige Freundin während einer Aussprache in seiner Wohnung durch Schläge ins Gesicht und auf andere Körperteile verletzt und gewürgt zu haben.

Die Frau habe durch die Attacken Verletzungen am Wangenknochen, am Hinterkopf und an der Unterlippe, Hämatome am Oberschenkel sowie Kratz- und Würgemale am Hals erlitten. Vollumfänglich räumte der Mann das ihm Vorgeworfene ein und schilderte, wie sich das Verhältnis nach zwei Jahren veränderte. So sei er schon eifersüchtig geworden, wenn sich die junge Frau mit ihren Schulkameraden getroffen oder mit ihnen gesprochen habe. Er sei über sein Verhalten erschrocken, mit ihm eine besorgniserregende Veränderung erfolgt sei, gab er an. So habe er bei fast jedem Zusammensein seine Freundin beleidigt und sei immer öfter gewalttätig geworden. Daraufhin habe sich die Freundin, auch auf Anraten ihrer Mutter, von ihm trennen wollen, weil auch der Mutter mehrmals Verletzungsmerkmale an den Armen ihrer Tochter aufgefallen seien.

Am 14. Dezember 2021 habe er die junge Frau zu einem klärenden Gespräch in seiner Wohnung überreden können. Schon zu Beginn sei er zunehmend aggressiver geworden und habe sie mehrmals geschlagen und auf ein Sofa gestoßen. An Details könne er sich nicht erinnern, weil er völlig außer sich gewesen sei. Nach den lauten Hilferufen seiner Freundin habe sich deren Mutter Zutritt zur Wohnung verschafft. Dann habe er sich beruhigt. Wegen seiner Gewaltausbrüche, die er sich nicht erklären könne und bereue, habe er sich um professionelle Hilfe bemüht, erklärte der Angeklagte.

Die Exfreundin schilderte unter Tränen den Tathergang so, wie er in der Anklage geschildert wurde und zu dem sich ihr Exfreund größtenteils bekannte. Die Liebesbeziehung sei zwar beendet, sie pflege aber bei Begegnungen mit ihrem Exfreund einen normalen Umgang. Die als Sachverständige geladene Psychologin erklärte, dass der 19-Jährige Defizite in seinem sozialen Verhalten aufweise, deren Ursachen in dessen schwierigen Familienverhältnissen begründet seien. Zudem stehe er in seiner Entwicklung einem Jugendlichen näher als einem Erwachsenen. Deshalb empfahl sie die Einstellung des Verfahrens und eine Beratungstherapie.

Der Staatsanwalt sah den Vorwurf gegen den 19-Jährigen erwiesen und forderte für den Angeklagten nach dem Jugendstrafrecht eine Verwarnung und eine Geldauflage von 500 Euro an eine gemeinnützige Institution. Dem schloss sich der Verteidiger an. Amtsrichter Stefan Götz verurteilte den 19-Jährigen zu einer Verwarnung sowie einer Geldauflage von 600 Euro an den Verein Frauen helfen Frauen. Zudem muss er nachweisbar einen Anti-Aggressions-Kurs belegen und mit der psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Kontakt aufnehmen.