Wenn es brennt und Menschenleben in Gefahr sind, zählt jede Sekunde. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Rettungskräfte wertvolle Zeit verlieren, weil Straßen zugeparkt sind und im schlimmsten Fall gar kein Durchkommen ist. Die Feuerwehr Rheinfelden befährt daher jedes Jahr gemeinsam mit dem Ordnungsamt die neuralgischen Punkte, um die Anwohner zu sensibilisieren.

Viele geparkte Autos in Straßen

Dieses Jahr hatten alle Beteiligten bewusst den Sonntag geopfert, um zu sehen, wie die Situation ist, wenn die meisten Werktätigen zu Hause sind und die Fahrzeuge in den Wohngebieten parken. Von Herten ging es über Degerfelden, Nollingen, Minseln, Karsau, Rheinfelden und Warmbach wieder zurück nach Herten.

Bei der Tour wurde eine Vielzahl kritischer Punkte abgefahren, wo es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gab. Mit dabei das Sonderlöschfahrzeug der Abteilung Herten, am Steuer Stefan Rietschle, mit seiner Tochter Fabiene als Beifahrerin. Mit 9,50 Metern Länge, 2,50 Meter Breite und fast 17 Tonnen Gewicht gehört dieses Löschfahrzeug zu den größten und entspricht etwa der Drehleiter.

Fahrzeuge benötigen viel Platz

Das Problem: Fahrzeuge mit derartigen Abmessungen benötigen mehr Platz, was von vielen Autofahrern oft unterschätzt wird, die dann meinen, da kommt man doch locker durch. „Vorgeschrieben ist eine Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern. Bis 2,95 Meter drücken wir ein Auge zu, aber darunter geht es nicht mehr“, so Kommandant Dietmar Müller.

Immer wieder gab es enge Stellen, an denen Rietschle langsam und vorsichtig rangieren musste, um kein Hindernis zu streifen. Was jetzt bei Tageslicht und mit viel Zeit kein Problem ist, kann mitten in der Nacht bei einem kritischen Einsatz anders aussehen. Denn alle Beteiligten stehen unter Stress, wissen, dass vielleicht Menschen in Gefahr sind, und wollen schnell ankommen, um helfen zu können. Hinzu kommt, dass die Fahrer alle keine Berufskraftfahrer sind. Sie versuchen zwar in ihrer Freizeit so oft wie möglich zu fahren, aber es sind keine Berufsfeuerwehrleute, die täglich die Fahrzeuge steuern.

Von dem Ergebnis waren sowohl Müller als auch Dominik Rago als Leiter des Ordnungsamtes überrascht. Denn insgesamt gab es fast keine Probleme. Es mussten nur neun Verwarnungen ausgestellt werden.

Eine Frau rannte gerade noch in letzter Sekunde heran und kam mit einer mündlichen Verwarnung davon. Hatte sie eine enge Straße doch so zugeparkt, dass kein Durchkommen möglich war.

Ein anderer Anwohner hatte seinen Transporter auf einer Aufstellfläche für die Drehleiter geparkt. Zu seinem Glück war er gerade vor seiner Garage beschäftigt und kam mit einer Verwarnung davon. Im Ernstfall hätte das Menschenleben kosten können, wenn eine Rettung aus dem brennenden Haus nicht mittels Drehleiter nicht möglich gewesen wäre.

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