Seit 60 Jahren unterstützt die Kolpingfamilie Rheinfelden mit der Andheri-Aktion die Society of Helpers of Mary (Gesellschaft der Helferinnen Mariens). Während der Corona-Pandemie sind die Ordensschwestern in Indien wichtiger denn je, während in Deutschland das Spendenaufkommen eingebrochen ist.

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Durch das Wirken der Schwestern der Society of Helpers of Mary wird in Indien große Not gelindert. Aktuelle Zahlen hat Egon Hoffmans zwar nicht, aber an den Zahlen von 2011 dürfte sich nicht viel geändert haben, meint er. In 30 Gesundheitszentren wurden 2011 150.000 Patienten ambulant behandelt, 2000 Patienten stationär behandelt, 1500 Entbindungen vorgenommen und 8200 Menschen geimpft. 17 000 Menschen wurden von Früherkennungsprogrammen für Lepra erfasst, 7700 Menschen bekamen ambulante Hilfe im Leprakrankenhaus, 120 Patienten wurden stationär betreut und 350 Mädchen leprakranker Eltern im Kinderdorf aufgenommen.

Die Schwestern kümmern sich auch um Ausbildung. In 50 Kindergärten wurden 3000 Kinder betreut, 3800 Kinder besuchen Slum-Schulen, 500 Kinder befinden sich in Stipendienprogrammen, 800 Jugendliche nahmen an Berufsbildungskursen teil und 1800 Erwachsene an Schreib- und Lesekursen.

Aktion in neuen Händen

Die Andheri-Aktion der Kolpingfamilie Rheinfelden wurde bis Februar 2019 von Hans Martin betreut, der altersbedingt die Aktion abgeben musste. Egon und Gerty Hoffmans übernahmen die Aktion. Die beiden sind ebenfalls Mitglieder der Kolpingfamilie. „Wir kannten die Aktion schon, haben sie auch immer unterstützt“, erklärt Gerty Hoffmans. „Hans Martin hat uns gut eingearbeitet.“ In Deutschland gibt es zehn Zentren, die die Schwestern unterstützen. „In Rheinfelden sind knapp 700.000 Euro seit 1960 an Spendengeldern zusammengekommen“, sagt Egon Hoffmans. „Jedes Jahr kommen hier 20.000 bis 30.000 Euro zusammen. Das ist eine große Hilfe für die Schwestern“, sagt Gerty Hoffmans. Rheinfelden ist das kleinste Unterstützungszentrum und aus Deutschland fließen jährlich 300.000 bis 400.000 Euro an Spenden an die Society.

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Die Society of Helpers of Mary wurde von der deutschen Ordensschwester Anna Huberta Roggendorf gegründet, die in jungen Jahren nach Indien gegangen war und sich in Andheri, einem Vorort von Mumbai, um Waisen kümmerte. „Ihr Anliegen war es, vor allem den Unterprivilegierten, Kastenlosen und ausgestoßenen Mädchen zu helfen. Ihnen Ausbildung und Selbstbewusstsein zu vermitteln“, sagt Gerty Hoffmans. Die Society ist inzwischen auf rund 65 Zentren angewachsen und weltweit aktiv. 1960 waren Arbeiter der Dynamit Nobel (heute Evonik), die auch der Kolping-Familie angehörten, aus beruflichen Gründen in Mumbai und lernten dort das Elend und die Arbeit der Schwestern kennen. „Nach ihrer Rückkehr haben die gesagt, dass sie von hier aus helfen wollten“, sagt Gerty Hoffmans. So fand die Andheri-Aktion ihren Anfang in Rheinfelden.

Vertrackte Situation

Eine Delegation der Schwestern kommt alle paar Jahre nach Deutschland, um die Unterstützer aus den zehn Städten zu besuchen. „Coronabedingt musste das in diesem Jahr ausfallen“, erklärt Gerty Hoffmans. Der Besuch war für September geplant, aber aus dem Hochrisikoland Indien ist den Schwestern die Ausreise nach Deutschland nicht möglich. „Dies Jahr ist eine besonders vertrackte Situation, weil auch die Spendenaufkommen zurückgehen“, sagt Gerty Hoffmans und Egon Hoffmans ergänzt, dass die Anlässe fehlen, bei denen für die Aktion gesammelt werden könnte.

Das Spendenkonto: Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, IBAN: DE09 6835 0048 0002 0050 02, BIC: SKLODE66 oder Volksbank Rhein-Wehra, IBAN: DE07 6849 0000 0034 0442 01, BIC: GENODE61BSK