Die Skizunft Rheinfelden ist digital gut aufgestellt. Auf der Webseite kann man sich schon für die Skikurse anmelden und statt des abgesagten Skibasars können Interessierte in der Materialbörse der Skizunft-App nach Skiern, Skischuhen und Skizubehör stöbern. Traditionell findet der Skibasar der Skizunft Rheinfelden am Samstag nach den Herbstferien in der Hebelhalle statt. In normalen Zeiten bringen vormittags die Anbieter Skier, Snowboards, Skischuhe und anderes Zubehör zum Aufbau und nachmittags können die Interessenten über den Basar schlendern. Dies Jahr wäre es der 28. Skibasar gewesen. „Wir hätten den Skibasar gerne gemacht, aber wir wollten ihn verantwortungsvoll und sinnvoll durchziehen“, sagt Gudrun Hauck, Vorsitzende der Skizunft im Verein Naturfreunde Rheinfelden. „Wir hätten keinen Aufwand gescheut, aber wir haben keinen Rahmen gesehen, um den Skibasar durchzuführen.“

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Ein Hygienekonzept hatte die Skizunft schon Anfang Oktober eingereicht, aber aufgrund der Entwicklung hat Hauck dem Ordnungsamt mitgeteilt, dass dieses gar nicht mehr geprüft werden muss. „Der Basar lebt von einem großen Publikumsverkehr, den es gerade zu vermeiden gilt“, meint Hauck. Spätestens mit dem Teil-Shutdown im November ist eine Durchführung nicht mehr möglich. Bei den Verkäufen schlägt die Skizunft eine Mindestkommission von 50 Cent auf, die mit dem Preis steigt. Bei einem Paar Profiski fallen für die Skizunft auch mal acht Euro ab. Der Ausfall des Basars bedeutet aber nur einen geringen Einnahmeausfall, schwerwiegender ist für Hauck, dass der Skibasar eine wichtige Kontaktbörse ist, wo sich Interessierte über die Skikurse informieren.

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Für den Skibasar bietet die Skizunft eine Alternative mit der Skizunft-App an. Dort ist eine Materialbörse implementiert, über die Verkäufer ihre Artikel anbieten können. Dazu muss nur ein Profil erstellt werden und schon können ein Foto des Skisportartikels, eine Beschreibung und Kontaktmöglichkeiten eingestellt werden. „Wir empfehlen, eine Beschreibung und eine Preisvorstellung dazuzustellen, aber das liegt im Ermessen des Anbieters“, erklärt Hauck. Interessenten können ohne Anmeldung die Materialbörse auf dem Smartphone durchstöbern. Die Skizunft erhebt bei der Materialbörse keine Kommission. Aktuell werden 20 Artikel angeboten. Hauck hofft darauf, dass noch mehr Anbieter die Materialbörse nutzen. „Über 100 Artikel würde ich mich schon freuen, aber wenn der Skibasar wegfällt, dann könnten da auch 200 Artikel drin stehen“, meint Hauck.

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Die Skizunft stellt nur die Plattform zur Verfügung, die Abwicklung und Übergabe müssen Anbieter und Interessenten vereinbaren. Die App betreibt die Skizunft schon seit letztem Herbst. Die Möglichkeit geht auf den Deutschen Olympischen Sportbund zurück, der als Dachorganisation mit dem App-Entwickler einen Rahmenvertrag geschlossen hat.

120 registrierte Nutzer

Für die Vereine fällt bei Nutzung der App noch eine Gebühr an. Neben der Materialbörse bietet die App aktuelle Informationen und Termine der Skizunft. Bei 400 Vereinsmitgliedern zählt die App mittlerweile 120 registrierte Nutzer. „Man muss aber nicht Vereinsmitglied sein, um die App zu nutzen“, sagt Hauck. Die App wird auch zur Anmeldung bei nicht-kostenpflichtigen Angeboten wie von der vereinsinternen Wandergruppe Gratwanderer genutzt. Die Anmeldung für kostenpflichtige Angebote wie die Skikurse ist aber auf der App nicht möglich, da hierzu viele Daten erhoben werden müssen.

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„Wir haben Glück und sind schon länger gut digitalisiert“, sagt Hauck. Schon seit fünf Jahren läuft die Anmeldung für die Skikurse über die Webseite. Normalerweise wird die Anmeldung erst nach dem Skibasar freigeschaltet, diesmal wurde die Anmeldung schon früher frei gegeben und bislang zählt Hauck 30 Anmeldungen für das breite Kursangebot, das Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene umfasst. Jährlich nehmen 200 Personen an den Kursen teil, davon sind etwa zwei Drittel Kinder und Jugendliche. Die Webseite bietet zudem für den neuen Shutdown eine gute Möglichkeit, sich mit Home-Workouts fit zu halten. Hauck berichtet, dass die Trainer schon im März Videos zum Mitmachen aufgenommen haben, die online abgerufen werden können.