Im Rahmen des von der Stadt initiierten Wertejahres wurde die Förderung von 27 Projekte bewilligt. Durch die Corona-Pandemie konnten aber viele Projekte noch nicht umgesetzt werden und wurden auf das kommende Jahr verschoben. „Das Wertejahr ist ein Ergebnis aus dem eineinhalbjährigen Prozesses mit Bürgern zur Erstellung des Konzepts für Integration und Teilhabe“, erklärt Bürgermeisterin Diana Stöcker. Bei einem Workshop kam damals seitens der Teilnehmer der Vorschlag, auch das Thema Werte zu besprechen unter der Fragestellung: Von welchen Werten wird die Stadtgesellschaft getragen? Welche Werte sind uns wichtig? Die Idee kam bei der Stadtverwaltung gut und eine zügige Umsetzung wurde beschlossen.

Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur und Bürgermeisterin Diana Stöcker vor dem Wertejahr-Emblem.
Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur und Bürgermeisterin Diana Stöcker vor dem Wertejahr-Emblem. | Bild: Horatio Gollin

„Da lassen sich auch ganz viele andere Ideen rein packen“, meint Stöcker. Ein Förderantrag wurde beim Landesministerium für Soziales und Integration gestellt, dass über das Förderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt“ eine Fördersumme von 40.000 Euro gewährte, sagt Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur und des Bürgertreffpunkts Gambrinus. Stöcker ergänzt: „Die waren von Anfang an begeistert von unserem Antrag. Das Thema war ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“

Projektvorstellung im Dezember 2019

Schon im Dezember 2019 wurden Interessierte zu einer Projektvorstellung eingeladen, bei der der Dietschy-Saal im Haus Salmegg voll besetzt war, berichtet Franosz, die zusammen mit Stöcker, Armin Zimmermann, Leiter des Amtes für Familie, Jugend und Senioren, und dem Integrationsbeauftragten Dario Rago die Lenkungsgruppe für das Projekt bildet. Bei dem Treffen gab es eine breite positive Resonanz und seitens der 35 Teilnehmer, die privat oder als Vertreter von Einrichtungen gekommen waren, gab es schon die ersten Projektvorschläge. „Dann haben wir losgelegt“, meint Stöcker. Von der Fördersumme stellte die Stadtverwaltung 17.000 Euro für Projekte anderer Träger zur Verfügung und entwickelte einen unkomplizierten Bewerbungsantrag. „Wir wollten breit aufgestellt sein in der Bürgerschaft. Jeder sollte sich beteiligen und für Projektgelder bei uns bewerben können“, sagt Stöcker.

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Die Fördersumme pro Einzelprojekt begrenzte die Stadt auf 1000 Euro und insgesamt gingen 27 Anträge ein, von denen aber gar nicht alle Geld oder die volle Fördersumme brauchten, erklärt Franosz. Die Entscheidung über die Anträge wurden in der Lenkungsgruppe gefällt, wobei sich alle 27 Anträge qualifizierten. Nach den Auftaktveranstaltungen der Stadt hätte es im Frühjahr eigentlich losgehen sollen. „Wegen Corona kamen verschiedene Dinge zum Halt“, sagt Stöcker. Die Akteure wurden angeschrieben, ob sie das Projekt verschieben wollen oder coronatauglich anpassen können.

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Hilfreich war auch, dass das Ministerium angesichts der Pandemie eine Verlängerung des Förderzeitraums über das Jahr 2020 hinaus bewilligte und die Einzelprojekte noch bis Ende Juli 2021 durchgeführt werden können. Über den Sommer konnten neben den Aktivitäten der Stadt nur vier Projekte durchgeführt werden wie etwa der Wertetag der evangelischen Christus- und Paulusgemeinde mit Diskussion, Musik und Film oder das Maskennähen der Internationalen Nähwerkstatt der Chrischona-Gemeinde. Neun Projekte verschiedener Akteure, wie dem Spiel- und Kulturhaus Tutti Kiesi, dem Verein Stadtkino Rheinfelden, dem Familienzentrum oder dem Elternbeirat der Scheffelschule und Fridolinschule sind noch für dies Jahr geplant. Bei zehn Projekte setzen die Träger auf eine Verschiebung ins kommende Frühjahr. Für drei Projekten steht die Rückmeldung noch aus, ob das Projekt stattfinden wird.

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Ergebnisse wie die Bilder aus dem Fotowettbewerb der Lenkungsgruppe werden auf der städtischen Webseite veröffentlicht. Wie eine abschließende Dokumentation des Wertejahres aussehen könnte, steht noch nicht fest, sagt Franosz. „Das Wertejahr kommt gut an“, meint Stöcker. Die Solidarität in der Stadtgemeinschaft sei durch das Wertejahr auch schon sichtbar geworden, da die Aktionen noch vor der Pandemie angestoßen wurden. Als zentrale Werte der Stadtgemeinschaft identifiziert Stöcker Demokratie, Solidarität, Zusammenhalt, bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung. Franosz ergänzt diese Aufzählung noch um den Wert Integration. Stöcker verweist darauf, dass auch noch die Förderung von weiteren Projekte bei der Stadt beantragt werden kann, da der Förderzeitraum verlängert wurde und bislang erst 13.130 Euro für Einzelprojekte veranschlagt sind.

Projektantrag und weitere Informationen zum Wertejahr im Internet (www.mehr.bz/wertejahr2020).