„Was magst Du für Farben? Vielleicht Pink?“, fragt Petra Heck und sucht die passende Spraydose heraus. Und schon sprüht die Teilnehmerin eine pinkfarbene Linie auf die Leinwand. Action-Painting im Stil von Jackson Pollock war angesagt am Samstagvormittag beim Frauen-Kultur-Frühstück im Stadtteiltreff „Pfiffikus“ in Rheinfelden.

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Erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise konnten die Frauen wieder zusammenkommen. Eine Gruppe von neun Besucherinnen aus Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen, Wehr und Schopfheim hatte sich zu diesem Frauen-Kultur-Treff im Rahmen der „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ angemeldet.

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Geboten wurde eine künstlerische Aktion mit der Malerin Petra Heck aus Adelhausen, die für zwei Stunden ein Freilichtatelier aufgebaut hatte. Auf den mit einem grauen Teppich abgedeckten Holzplanken lag die Leinwand aus, auf der Heck ihre spezielle Technik der gestisch-expressiven Farbmalerei vorführte. Die Besucherinnen durften ebenfalls mit Spraydose, Pinsel und Schwamm aktiv werden und bei diesem kleinen Workshop ein Gemeinschaftswerk in Action Painting schaffen.

Die Malerin, deren farbexplosive Werke kürzlich im Rheinfelder Haus Salmegg ausgestellt waren, hatte aus ihrem Atelier Material mitgebracht: Spray-, Acryl-, Airbrush- und Markierungsfarben, die zum Markieren von Wegen benutzt werden und besonders kräftig und grell wirken. Jede Menge Farbtuben und kleine -eimer standen parat.

Im heimischen Atelier arbeitet Petra Heck sonst auch mit Pigmenten und Beizen. „Die habe ich heute aber weggelassen, weil es sonst viel länger dauern würde“, sagt die Künstlerin. Den Teilnehmerinnen, alle mit Mund-Nasen-Maske, machte es viel Vergnügen, sich in der spontan-gestischen Malweise des Action Painting zu versuchen. Mit Elan, Schwung und Energie sprühten sie blaue, violette, grüne, gelbe, orangene und rote Farben auf die am Boden liegende Leinwand, ließen mit Pinseln die Farben auf das Bild tropfen, während Petra Heck zusätzlich Wasser auf die Farben sprühte, „damit alles in Fluss kommt.“

Mit Schwämmen konnten die Frauen zusätzliche Effekte und Strukturen in die fließenden Farbverläufe bringen. „Wir müssen aufpassen, dass die Farben nicht zu sehr ineinander laufen“, erklärte Heck, „sonst gibt das so ein Matschbraun“. Es sei wichtig, dass die Farben ihre Leuchtkraft und Brillanz behalten.

In allen Regenbogenfarben leuchtet das Gemeinschaftsbild. „Das sieht richtig schön aus“, kommentiert eine Teilnehmerin. Eine andere meint: „Ich finde, da müsste noch etwas Knalliges drauf.“ Petra Heck wägt ab, welche Farbe noch dazu kommen könnte. „Es besteht immer die Gefahr, dass es zu viel wird, dann muss man ein bisschen bremsen.“ Normalerweise brauche so ein Bild tagelang zum Trocknen. Da es heute schneller gehen muss, greift die Malerin zum Heißluftföhn, um den Prozess zu beschleunigen. „Wenn man auf der nasse Farbe föhnt, gibt es ein Craquelé“, lacht Heck.

Sie und die Frauengruppe sind froh, dass das Action Painting im Freien ablaufen konnte. Für die Frauen war es spannend, der Künstlerin über die Schulter zu schauen und selbst an der Entstehung eines Bildes mitzuwirken. Ein Titel für das Gemeinschaftswerk ist schnell gefunden: „Frauenpower!“

Der Geruch von Lack und Farbe vermischte sich an mit dem Duft des Kaffees. Nach getaner Mal-Arbeit saßen die Frauen an Tischen im Freien zusammen und genossen Kaffee, Tee, Brezeln und Hefezopf. Ein Buffet wie sonst beim Frauen-Kultur-Frühstück gab es dieses Mal nicht, sagte Slavica Stanojevic, Mitarbeiterin der Stadt für Quartiersarbeit. Aber immerhin konnten die Frauen in kleinerem Rahmen und etwas anderer Form nach langer Zeit wieder zusammen kommen.

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