Mit Online-Angeboten, Sozialen Medien und Telefonaten hat das Jugendreferat der Stadt Rheinfelden versucht, die vergangenen zwei Monate seit der Schließung der Jugendeinrichtungen den Kontakt zu den Jugendlichen zu halten. Das hat laut Referatsleiter Andreas Kramer gut geklappt und soll auch nach den Corona-Einschränkungen zum Teil beibehalten werden. Trotzdem fehlt der direkte Draht. Seit dieser Woche ist immerhin die mobile Jugendarbeit wieder aufgenommen.

„Wir müssen alle lernen, mit der Situation umzugehen“, sagt Kramer im Gespräch mit dieser Tageszeitung. Die Arbeit mit Jugendlichen sei seit Anfang März durch Corona „von 100 auf 0 runtergefahren“ worden. Am 9. März wurden die Jugendeinrichtungen geschlossen, auch das Jugendhaus im Tutti-Kiesi-Areal. Die Mitarbeiter des Jugendreferats hätten zunächst Überstunden abgebaut und Urlaube genommen, dann aber relativ schnell begonnen, fachliche Alternativen zu erarbeiten, etwa Online-Angebote oder Video-Konferenzen. Über Instagram wurde ein kleines Programm aufgebaut, zum Beispiel mit Videochats. „Wir haben gemerkt, dass der Bedarf bei den Jugendlichen hoch ist, mit uns in Kontakt zu treten“, sagt Kramer.

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Insbesondere rechtliche Vorgaben wurden offenbar von vielen Jugendlichen nicht verstanden. „Wir haben begonnen, die Landesverordnungen in kurzen Videoclips zu erklären.“ Das Angebot sei von Jugendlichen gerne angenommen worden, die sich so informiert hätten, was noch erlaubt ist. Auch mehrere andere Jugendreferate hätten diese Videos geteilt.

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Die Produktion von Videos sei immer wichtiger geworden. Mit Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) Trariq Masumi habe man zum Glück jemanden im Jugendreferat, der die Videos schneiden und professionell aufbereiten konnte. Ansonsten habe sich jeder im Referat eingebracht, etwa mit Videos zum Kochen oder zu Fitness-Themen.

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Neben diesen Angeboten blieb für Jugendliche auch die Möglichkeit, ihre Kontaktpersonen im Jugendreferat anzurufen. „Wir wollten ihnen Verfügbarkeit signalisieren“, erklärt Kramer. Denn nicht für alle Jugendlichen wäre es leicht gewesen, die zwei Monate durchzustehen. Das Jugendreferat sei sich bewusst, dass telefonische und Onlineangebote kein Ausgleich für persönliche Kontakte sein können. Trotzdem will man auch nach einer weitergehenden Öffnung digitale Kontaktmöglichkeiten stärker beibehalten. Bis 25. Mai sind Jugendhäuser laut Verordnung geschlossen zu halten. „Aber die Kontaktbeschränkungen dauern ohnehin länger“, sagt Kramer. „Selbst, wenn wir öffnen dürften, dürften dann nur zwei Jugendliche ins Jugendhaus kommen. Das macht keinen Sinn.“

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Aber man habe auch anderweitig aus der Krisenzeit gelernt. „In solchen Ex­tremsituationen zeigen sich die Bedarfe von Jugendlichen“, sagt Kramer. Viele Mädchen hätten online Kontakt gesucht. „Das ist etwas, wo wir sagen, es ist an der Zeit, nach der Krise einen Mädchentreff einzuführen.“

Nicht nur die regelmäßigen Angebote des Jugendreferats liegen seit zwei Monaten brach, auch besondere Aktionen fallen weg. Auf jeden Fall werde das sonst überaus beliebte Pfingstferienprogramm nicht stattfinden können. Falls es doch Möglichkeiten geben sollte, würde das Jugendreferat sehr schnell reagieren, etwa mit Angeboten für Kleingruppen mit vier Jugendlichen und einem Betreuer.

Weitere Absagen

Beim Sommerferienprogramm warte man noch ab. „Wir sind in Kontakt mit den Organisationen und Personen, die sonst immer Angebote hatten.“ Kramer geht davon aus, dass es wohl auch nur Angebote für kleine Gruppen wird geben können.

Ansonsten fallen auch bis auf Weiteres alle Konzerte und Festivals aus. Und auch auf den Achterrat als Jugendbeteiligung im kommunalen Bereich hat die Krise Auswirkungen. „Wir wollten eine zweite Runde machen, doch das ist im Moment undenkbar“, so Kramer. Das Jugendreferat überlege derzeit, ein Format anzubieten, um Jugendliche auf freiwilliger Basis einzuladen. „Oder wir setzen dieses Jahr aus und starten im nächsten Schuljahr neu.“

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