Die Nachfrage nach dem Car-Sharing-Angebot in Rheinfelden, hinter dem Stadtmobil Südbaden und my-e-car stehen, ist während des Corona-Lockdowns kurzzeitig stark eingebrochen. Ob die Unternehmen die Hilfsprämie des Landes von 4000 Euro pro stationiertem Auto annehmen, ist jedoch noch nicht sicher.

  • Nachfrage hat sich erholt: Zu Beginn und in der Hochphase des Lockdowns, also Ende März bis Mitte April, habe es einen recht kurzen, aber heftigen Einbruch bei der Nutzung der Sharing-Autos in Rheinfelden gegeben, sagt Alexandra Edlinger, Sprecherin der Energiedienst Holding AG. Danach habe sich die Nachfrage wieder nahezu auf dem üblichen Umfang eingependelt.
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Da viele Car-Sharing-Anbieter mit Umsatzeinbrüchen während des Lockdowns zu kämpfen hatten, hat das Land eine Erhaltungsprämie für Car-Sharing-Standorte außerhalb der Großstädte aufgelegt (Infobox). „Wir haben noch nicht darüber befunden, ob wir für die Fahrzeuge in Rheinfelden in Gänze, teilweise oder gar nicht die Landeshilfe in Anspruch nehmen werden“, sagt Michael Nowack von Stadtmobil Südbaden. Zunächst müsse geprüft werden, ob die Förderbedingungen für Rheinfelden zutreffen, also ob es einen coronabedingten Umsatzrückgang gegeben hat. „Werden wir diesen Rückgang nicht explizit bei einzelnen Standorten feststellen können, so werden wir für diese Standorte selbstverständlich keine Hilfe beantragen“, so Nowack.

  • Kaum Änderungen für Nutzer: Für die Nutzer des Car-Sharing-Angebots ergeben sich durch Corona kaum Änderungen. „Die Fahrzeuge wurden und werden weiterhin im üblichen Intervall gereinigt. Es obliegt stets den Kunden, die Fahrzeuge sauber zu hinterlassen. Eine Desinfektion der Kontaktflächen kann und darf von den Kunden nach eigenem Bedürfnis selbst durchgeführt werden“, erläutert Edlinger. Eine regelmäßige Desinfektion durch den Anbieter würde nur eine Scheinsicherheit bieten. „Diese wollen wir gar nicht erst aufkommen lassen und appellieren an die Eigenverantwortung der Kunden.“ Dazu gehöre natürlich auch, die Autos im Verdachtsfall einer Infektion nicht zu nutzen.
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  • Etwa 430 Kunden in Rheinfelden: Aktuell stehen fünf Fahrzeuge öffentlich in Rheinfelden zur Verfügung: Vier Elektroautos von my-e-car und ein konventioneller Hochdachkombi von Stadtmobil Südbaden. Zwei E-Autos und der Hochdachkombi sind am Rathaus stationiert, jeweils ein E-Auto am Bahnhof und eines in Herten am St. Josefshaus. In Rheinfelden Schweiz steht beim Gesundheitszentrum Fricktal ein E-Fahrzeug. Insgesamt haben die Car-Sharing-Angebote von Stadtmobil Südbaden und my-e-car zusammen etwa 430 Kundinnen und Kunden in Rheinfelden. Diese haben eine Chipkarte, mit der sie die Autos öffnen können. Der Zundschlüssel bleibt im Fahrzeug. Insbesondere wegen des niedrigschwelligen Angebots von my-e-car – die Anmeldung sei sehr einfach und kostenfrei – ließen sich keinerlei Rückschlüsse auf die Nachfrage ziehen, so Edlinger.
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  • Ältere E-Autos werden ersetzt: Die Frage nach möglichen Ausbauplänen des Angebots verneint sie. Derzeit sei dies nicht geplant, obwohl es noch „Luft nach oben“, also noch Kapazität für weitere Nachfragen, gebe. Geplant ist jedoch, die E-Autos der ersten Generation mit einer Reichweite von 140 Kilometern je Akkuladung durch neuere Fahrzeuge mit mindestens doppelter Reichweite auszutauschen.

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