Ohne das Kreiskrankenhaus Rheinfelden (KKH) kann die Bevölkerung des Landkreises nicht ausreichend versorgt werden. Deshalb wird das Haus am Vogelsang bis zur Fertigstellung des Zentralklinikums in Lörrach erhalten bleiben. Mit diesem Grundsatzstatement möchte der medizinische Geschäftsführer Bernhard Hoch die immer wiederkehrende Befürchtung aus der Welt räumen, dass KKH werde früher abgewickelt.

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„Rheinfelden bleibt als Krankenhaus erhalten, weil wir es brauchen“, so Hoch beim Pressegespräch am Donnerstag. Mit den rund 100 Betten in der Großen Kreisstadt habe man an allen Standorten insgesamt gerade genügend, um die Bevölkerung zu versorgen.

„Bis zum Zentralklinikum ist dieser Standort gesetzt.“ Dass Operationen abgesagt oder nach Lörrach verlagert worden waren, sei der Covid-19-Pandemie geschuldet. „Wir haben in der ersten Welle versucht, mit den höchstmöglichen Standards Rheinfelden corona-frei zu halten“, so Hoch. Insbesondere um die vulnerabelsten Patienten – ältere Menschen – bestmöglich zu schützen. Bis das Zentralklinikum 2025 eröffnet werde, bleibe Rheinfelden ein Haus der Grundversorgung mit drei Fachdisziplinen: Innere Medizin, orthopädische Chirurgie und Geriatrie (Altersmedizin). Letztere wird unter Chefarzt Albrecht Kühnle aufgebaut. 34 Betten statt bisher 19 werden der geriatrischen Abteilung zugeschlagen, weitere acht stehen im Lörracher Haus bereit. „Das gab es hier am Standort noch nicht und es macht mir Freude, das aufzubauen“, so Kühnle, der seit November 2019 im Haus ist.

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Für die geriatrische Versorgung brauche es eigene Konzepte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Versorgung dementer Patienten. „Diese sind bei einem Krankenhausaufenthalt häufig noch verwirrter.“ Auch darauf müsse man reagieren. Interdisziplinäres Arbeiten ist für die Geriatrie unerlässlich. „Die Geriatrie kommt nie ohne die innere Medizin aus“, so Kühnle. Für Geschäftsführer Hoch ist diese Versorgungsstruktur notwendig, weil die Bevölkerung immer älter wird. Ein wichtiger Aspekt dabei sei die Mobilisierung der Patienten. „Die Menschen müssen raus aus dem Bett, sonst ist es vorbei“, so Hoch. Für diesen Fachbereich wird das eigene Personal regelmäßig geschult, aber auch weitere Fachkräfte gesucht.

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Gesucht wird auch ein Nachfolger für Stefan Endres. Wie berichtet, hatte der Chefarzt für orthopädische Chirurgie das Haus Ende September verlassen. „Wir haben nächste Woche einige Bewerbungsgespräche“, so Hoch. Er sei zuversichtlich, bis Mitte nächsten Jahres eine gute Lösung gefunden zu haben. Bis dahin führt Christoph Haag die Abteilung kommissarisch. „Wir holen den OP-Bereich langsam wieder zurück“, so Haag. Begonnen werde mit kleineren Eingriffen an zwei OP-Tagen die Woche.

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Doch auch der Schwerpunkt Endoprothetik – künstlicher Gelenkersatz – wird in Rheinfelden wieder angeboten werden. „So groß wie jetzt waren wir noch nie“, macht Chefarzt der Inneren, Udo Schwehr, die Bedeutung des Standorts deutlich. „Wir bieten das gesamte Leistungsspektrum an.“ Neuerdings sei auch eine Radiologin im Haus, die das Feld der Diagnostik abdecke, mit Kühnle habe man einen weiteren Palliativmediziner, der die Lebensqualität der Patienten verbessern könne. Zudem könne man auf ein breites Netzwerk mit den niedergelassenen Ärzten setzen.