Es steht Aussage gegen Aussage: Eine Frau soll laut Polizeibericht alkoholisiert die Besatzung eines Streifenwagens in Rheinfelden beleidigt haben. Als die Beamten sie daraufhin kontrollieren wollten, habe sie sich gewehrt. Die 34-Jährige widerspricht: Der Streifenwagen sei ohne Rücksicht auf Fußgänger auf den Gehweg gefahren – und die Polizisten seien ihr gegenüber aggressiv und gewalttätig gewesen.

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Am Samstagabend gegen 23 Uhr fuhr ein Streifenwagen vom Hof der Polizei an der Basler Straße und hielt auf dem Gehweg – hier stimmen die Berichte von der Polizei und der Frau noch überein. Laut Polizeisprecher Mathias Albicker habe die Frau dann im Vorbeigehen die Beamten beleidigt und sich beschwert, dass der Wagen auf dem Gehweg stand. Die 34-Jährige, die sich auf die entsprechende Meldung in dieser Zeitung von Montag bei der Redaktion meldete, sagt, der Fahrer sei „ohne auf Fußgänger zu achten, direkt über den Gehweg gefahren“.

Blaue Flecken

Daraufhin habe sie „gerufen, dass das so nicht geht“. Die Beamten seien „direkt auf mich los, um mich festzunehmen“, sagt sie. Polizeisprecher Albicker sagt, die Beamten hätten nach der Beleidigung die Personalien der Frau aufnehmen müssen – wogegen sie sich gewehrt habe. Sie habe um sich geschlagen und geschrien, daher hätten die Beamten sie festgehalten und ihr Handschellen angelegt. Nach der Darstellung der 34-Jährigen habe sie erklärt, ihr Ausweis liege zu Hause. Das habe die Polizisten „nicht interessiert“, diese seien „aggressiv“ und „gewalttätig“ geworden. Ihre blauen Flecken bezeugten dies. Laut Albicker könne es in einer solchen Situation, wenn sich jemand mit aller Kraft wehrt, durchaus zu blauen Flecken kommen. Die Frau sei dann auf die Dienststelle gebracht worden, wo sie sich weiterhin nicht habe beruhigen lassen. Laut Polizeimeldung hatte die Frau 1,36 Promille Alkohol im Blut. Sie erwarte eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Gegenanzeige

Die Frau will die Beamten anzeigen – bei der Polizei sei dazu noch nichts eingegangen, sagt Albicker. Es habe Zeugen gegeben, das sagen beide Seiten. Diese würden nun nach und nach vorgeladen, um den Hergang nachzuvollziehen, sagt Albicker. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass es Aussage gegen Aussage steht.“ Solange das Verfahren läuft, könne er dazu nicht mehr sagen.

Beleidigungen nehmen zu

Generell beobachtet die Polizei laut Albicker, dass Beleidigungen gegenüber Beamten zunähmen. In solchen Situationen gebe es einen Ablaufplan, nach dem sich die Polizisten verhalten sollen, etwa die Personalien aufnehmen oder die Person durchsuchen. „Wenn die Person nicht bereit ist, mitzuwirken, ist das schwierig und kann sich aufschaukeln“, so Albicker.

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