Ein Bürger in Herten hat sich an die Redaktion gewandt, weil er an mehreren Stellen der Stadt Rheinfelden falsche oder fehlende Beschilderungen beim Rechts- und Linksabbiegen sieht. Ob dem so ist, befindet sich noch in der Abklärung bei der städtischen Verkehrsbehörde. Ob die jeweilige Situation auf der Straße richtig oder falsch ist, hat die Redaktion auch im Polizeirevier und bei einem Fahrlehrer erfragt. Antworten und Bewertung fallen unterschiedlich aus.

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Der Verkehrsteilnehmer aus Herten möchte, dass im Kreuzungsbereich von B 34/Autobahn-Abfahrt Süd für Linksabbieger nachgebessert wird. Aus seiner Sicht führe es zu bedenklichen Situationen, weil „nicht korrekt beschildert“ sei. Rechtsabbieger, die von Warmbach kommen, sehen sich bei der Einfahrt mit Vorfahrt achten konfrontiert. Wer aber links in die A 861 einbiegt, habe darauf keinen Hinweis.

Keine Hinweise auf Vorfahrt

Ähnlich verhalte es sich an der Kreuzung Grieshaber Logistics, auch da verwirre die Situation und dies gelte auch in der Innenstadt. Wer von der Warmbacherstraße rechts in die Rheinbrückstraße einfahre, müsse Vorfahrt achten. Wer aber links von der Stadtmitte abbiege, habe darauf keinen Hinweis. Bisher sei es ihm nicht gelungen, sich damit bei den maßgeblichen Stellen Gehör zu verschaffen, meint der er.

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Das wird aber nun nächste Woche geschehen, erklärt Dominic Rago als Leiter der Verkehrsbehörde auf Anfrage. Gemeinsam wolle man die Situationen dann besprechen. Vorneweg stellen sich für Rago allerdings keine Knackpunkte dar. Nach der erst Anfang Oktober erfolgten Verkehrsschau mit allen maßgeblichen Behördenvertretern habe es an den Beschilderungen nichts auszusetzen gegeben, meint er. Auch er selbst könne bei Fahrten durchs Gebiet nichts feststellen, was zu beanstanden wäre. Für den Bereich der B 34 zwischen Ortsende Warmbach und Anschluss A 861 wird es demnächst durch eine verkehrsabhängige Ampelregelung ohnehin eine Entschärfung geben. Außerdem gilt dort dann ein Tempolimit 50 statt bisher 70.

Müssen Rechtsabbieger von Warmbach in die Rheinbrückstraße warten?
Müssen Rechtsabbieger von Warmbach in die Rheinbrückstraße warten? | Bild: Ingrid Böhm

Polizei-Revierleiter Siegfried Oßwald mag auf den ersten Blick an den genanten Stellen kein Versäumnis feststellen. Es gebe mit einem fehlenden „Positiv-Zeichen“, also einem Schild, das auf Vorfahrt achten des anderen hinweise „kein Mega-Problem“. Schlimmer wäre es, wenn ein Vorfahrt-achten-Schild fehlen würde. Er gibt zu bedenken, dass man sich etwas gedacht habe, als dies für Rechtsabbieger installiert wurde und verweist auf die Zuständigkeit der Verkehrsbehörde für Beschilderungen. Ganz allgemein werde der Grundsatz verfolgt, keinen Schilderwald zu produzieren.

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Und wie sieht es ein Verkehrsexperte, der jährlich Hunderte von Schülern zur Führerscheinreife führt? Günter Höferlin, der seit 1988 mit Straßen und Schildern vor Ort tägliche Erfahrung hat, kennt die Regeln, aber auch die Abweichungen von ihnen. Grundsätzlich habe rechts vor links Vorfahrt, allerdings gibt es da Varianten: „Aber die Fahrschüler lernen das“. Der Fahrschulbetreiber zeigt sich jedoch keinesfalls restlos mit den Verkehrssituationen vor Ort zufrieden.

Unfallschwerpunkt Kreisel

Dass der Turbinenkreisel beim Gewerbegebiet Unfallschwerpunkt sei, habe planerische Ursachen aber auch Gründe in der Signalisation. Wer von der B 316 aus Nollingen in die Schildgasse einfahre, bekomme etwa angezeigt, dass es sich um einen Bypass handle. Tatsächlich werde der Fahrer aber mit Vorfahrt achten unerwartet gebremst: „Es ist vorprogrammiert, dass es dort kracht. Die Autofahrer „verdienen Lob, dass „dort nicht jeden Tag Unfälle passieren“, sagt Fahrlehrer Günter Höferlin. Knackpunkte kennt Höferlin jedenfalls noch einige.

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