Die Frage ist noch nicht abschließend geklärt, ob die Bewohner der künftigen Bürgerheims unterschiedliche Sätze für den Investitionskostenanteil zahlen, oder es eine Mischkalkulation zugunsten eines einheitlichen Tarifs gibt. Derzeit bestehen zwei Sätze. Wer im Altbestand untergebracht ist, den Häusern C und E, zahlt unabhängig vom Pflegegrad 13,32 Euro pro Tag, im Neubau von 2012 macht der Investitionskostenanteil für die 52 Bewohner 13,20 Euro aus. Was der Preis ist, den 135 Bewohner in Einzelzimmern nach der Investition von knapp 16 Millionen zahlen müssen, lässt sich heute noch nicht exakt sagen. Teurer wird es auf jeden Fall, denn die Kommune als Betreiber wird 92 Prozent der Baukosten auf die Bewohner umlegen.

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Thorsten Braatz, der für die Finanzen des Hauses zuständig ist, rechnet nach den umlegungsfähgien Kosten von 14,5 Millionen Euro damit, dass der Investionskostensatz für den Tag etwa bei 25,47 Euro liegen wird. Das heißt, Bewohner werden pro Monat 761 Euro für die Finanzierung der Baukosten aufbringen. Heute sind es maximal knapp 400 Euro. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Braatz gehen davon aus, dass das Bürgerheim dann noch wettbewerbsfähig auf dem Markt sein wird, auch andere Häuser müssten neu bauen. Die Neubaukosten des Projekts werden so gedeckelt, dass ein sozialfähiger Investitionskostensatz herauskommt. Nach heutigem Stand darf der Platz pro Person höchstens 160.000 Euro kosten.

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Wenn sich der Gemeinderat für die mit Projektsteurer Decker entwickelte Variante ausspricht, trage die Heimaufsicht des Landkreises dieses Konzept mit, sagt Braatz. Diese hat für das Bürgerheim eine Ausnahmegenehmigung für den Betrieb in der heutigen Form bis Ende Dezember 2024 erteilt. Bis dahin dürfen noch Zwei-Bett-Zimmer belegt werden. Die künftigen Standards im Entwurf für die neuen Gebäudeteile, in denen Wohngruppen wie gefordert separat erschlossen sind, finden damit auch die Zustimmung des Sozialministeriums, erwartet Braatz.

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Geht der Gemeinderat den Weg mit, wird das Projekt vom Regierungspräsidium zu prüfen sein, ehe ein Auftrag erteilt wird. Der Gemeinderat hat 2018 beschlossen, die Umstrukturierung des kommunalen Pflegeheims mit zwei Millionen Euro finanziell zu unterstützen. Ob diese Summe bei angenommener jährlicher Baukostensteigerung von 4,5 Prozent reicht, wird zu prüfen sein. Der Zuschuss ist bei einer niedrigeren Investitionssumme von 13,6 Millionen Euro festgelegt worden. In dieser Größenordnung war die Umstrukturierung nach Variante 2 A gerechnet. Weil dort aber der Investitionskostensatz bei nur 54 Prozent liegen würde, lässt sich diese nicht wirtschaftlich umsetzen. Das Bürgerheim müsste zur Finanzierung 6,3 Millionen Euro selbst beitragen.