Von Geburt und von seiner Einstellung her war er ein Rhinemer. In dem Dorf Rhina kam er in einem Bauernhaus mit Kaufladen – gegenüber dem später erbauten „Salmen“ – am 30. September 1884 auf die Welt und zwar als zweitjüngstes von acht Kindern des Bauern Theodor Döbele und seiner Frau Klara, geb. Hausin. Der hochbegabte Bub konnte nach der Volksschule die kirchlichen Gymnasien Sasbach und Konstanz besuchen und mit dem Abitur abschließen. Danach studierte er die alten Sprachen Griechisch und Latein sowie Französisch in Freiburg, Straßburg und Paris. Nach dem Examen war er als Lehramtskandidat in verschiedenen Städten eingesetzt.

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1915, im zweiten Jahr des Ersten Weltkriegs, wurde er eingezogen und kämpfte in Nordfrankreich an der Westfront. Verwundet und ausgezeichnet kehrte er zurück und ging wieder in den Schuldienst und zwar am Progymnasium in Säckingen. 1920 wurde er zum Professor ernannt, heiratete Anna Maria Brutschin aus Rhina und zog in das Haus Säckinger Straße 20.

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Bald danach half der Wanderer aus Passion, in Laufenburg eine Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins zu gründen, deren Vorsitzender er wurde. In der Politik engagierte er sich für die katholische Zentrumspartei und saß seit 1926 im Stadtrat. Er sorgte dafür, dass die Wildnis beim Kriegerfelsen beseitigt wurde und trat für das Ehrenmal der Gefallenen ein, er befürwortete den Bau der Hans-Thoma-Schule und half mit einer Denkschrift Bürgermeister Alois Häfner, die Vereinigung von Rhina und Laufenburg zu ermöglichen. Nach dem Motto: die Laufenburger Stromschnellen und das Kraftwerk in Rhina gehören zusammen.

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Nach der Machtergreifung wurden alle Gremien und Einrichtungen gleichgeschaltet, alle Missbilligen ausgeschaltet. Im Stadtrat wurden nur noch Nationalsozialisten geduldet. Adolf Döbele protestierte in einer Säckinger Zeitung gegen seinen Hinauswurf und wurde 1934 ans Hilda-Gymnasium in Pforzheim versetzt. Dort verlor er später seinen 18-jährigen Sohn auch bei einem Bombenangriff der Alliierten am 23. Februar 1945 sein Hab und Gut. Alle Bücher, Bilder und historische Unterlagen fielen dem Feuersturm zum Opfer. Bei einem weiteren Luftangriff wurde Döbele verschüttet und konnte sich nur mit letzter Kraft retten. Nach Kriegsende lief er dann Anfang Mai mit einem Rucksack voller Habseligkeiten in nur sechs Tagen von Pforzheim nach Laufenburg und erreichte mitgenommen und völlig entkräftet seine Wohnung und seine Frau.

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Ende 1945 konnte Professor Döbele wieder in Säckingen seinen geliebten Beruf aus Lehrer aufnehmen, fünf Jahre später ging er in den Ruhestand. Der musikalische Mann sang im heimischen Kirchenchor, vor allem aber im Männer-Gesang-Verein, der ihn auch zum Ehrenmitglied erhob. Seine hauptsächliche Beschäftigung war der Besuch der Stadtarchive beider Laufenburg, sowie der Staatsarchive in Aargau und Karlsruhe, die Lektüre alter Schriften und die Ausarbeitung von Vorträgen und Zeitungsartikeln. Schon in den „Heimatbriefen“ für die Laufenburger Soldaten hatte er geschichtliche Beiträge geliefert, ebenso 750-Jahr-Feier beider Laufenburg im Jahr 1957. Zu einer Stadtgeschichte aus seinem Material und seinem Wissen ist es leider nicht gekommen, denn am 20. Juni 1966 nahm der Tod dem 82-jährigen Adolf Döbele die Feder aus der Hand. Seinen reichhaltigen Nachlass hat seine Witwe der Stadt überlassen, die ihn bis heute in ihrem Archiv aufbewahrt.