„Bald schneebedeckt, in Blüten bald, oh schütz mich Gott, mein Hotzenwald.“ Das ist der Refrain im „Hauensteiner Lied“, das Alfred Joos 1926 gedichtet hat und das früher gerne als Bekenntnis zur angestammten Heimat gesungen wurde. Er besaß eine poetische Feder und konnte das Land zwischen Jura und Schwarzwald mit seinen Naturschönheiten liebevoll beschreiben. Am 5. November 1883 wird Alfred Joos in eine Rhinaer Familie geboren.

Der Wunsch, den aufgeweckten Schüler Priester werden zu lassen, scheiterte an den finanziellen Möglichkeiten. Der Lehrer Johann Egger förderte den Buben, der nach der Schule eine kaufmännische Lehre absolvierte. Im Ersten Weltkrieg war der Bürgermeister von Rhina eingezogen und der noch recht junge Alfred Joos agierte als sein Stellvertreter. 1915 sollte hier neben dem Kraftwerk die kriegswichtige Enag, die Elektro-Nitrum-AG, angesiedelt werden. Beim Grunderwerb vermittelte er erfolgreich zwischen dem Käufer und den Eigentümern. Nach dem Krieg wurde er von dieser Firma angestellt und stieg in der Enag bis zum hochgeschätzten Prokuristen auf.

Als 1924 in Laufenburg die Narro-Altfischerzunft als Verein begründet wurde, war Alfred Joos maßgeblich bei der Formulierung der Satzung und mit geschichtlichen Vorträgen dabei. Wie auch ein Jahr danach bei der Bildung der Badisch-Fricktalischen Vereinigung für Heimatkunde, die den ehemaligen politischen Zusammenhang links und rechts des Rheins in Vorderöstereich gedanklich wiederbeleben sollte. In deren Zeitschrift „Vom Jura zum Schwarzwald“ hat er zahlreiche Beiträge veröffentlicht, poetisch und historisch, denn er las im Selbststudium sehr viel und wusste auch in Büchern und Archiven nachzuforschen. Auch in der „Badischen Heimat“ und in den Zeitungen der Region wurden seine Beiträge gerne abgedruckt. Seine Erzählung „Schwere Tage“ mit dem Schicksal des Thimos-Hänsele ist vor vier Jahren in Oberhof als Erzähltheater erfolgreich vermittelt worden.

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Noch ein interessantes Detail. Der Laufenburger Bürgermeister Alois Häffner holte Alfred Joos als ehrenamtlichen Archivar in sein Rathaus, wo sich auch ein bescheidenes Museum befand. Dieses wurde nach der Eingemeindung von Rhina 1933 in das dortige Rathaus gebracht, das leer stand. Dort gestaltete der Archivar vor allem aus vor- und frühgeschichtlichen Funden eine Ausstellung. Diese wurde in den 1980er Jahren in bürgermeisterlicher Unvernunft aufgelöst. Zum Glück hat Alfred Joos das nicht mehr erleben müssen, denn er ist am 26. Juni 1940 in seinem Rhinaer Haus einem Krebsleiden erlegen und zwei Tage später unter großer Beteiligung auf dem Murger Friedhof beerdigt worden. 1984 ehrte die Stadt den verdienten Heimatforscher mit dem Alfred-Joos-Weg.