Vor zwei Jahren zerstörte ein Brand einen Großteil des „Käppelehof“ von Robin Vogelbacher in Tiefenhäusern und damit die Existenzgrundlage. Ein Blitz schlug während eines gewaltigen Gewitters ins Stallgebäude ein und setzte es und das Zwischengebäude vom Stall ins Wohnhaus in Brand. Für den Jungbauern stand aber von Anfang an fest: Aufgeben gibt es nicht, und dass er die Landwirtschaft fortführen will.

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Das Leben des 28-Jährigen stand von einem auf den anderen Tag auf dem Kopf. „Jetzt aber sind wir auf einem guten Weg“, sagt Robin Vogelbacher. Nach dem Brand war klar, dass man schnell eine unkomplizierte Lösung braucht, um den Betrieb am Laufen zu halten. „Damit der Betrieb überhaupt Einnahmen hat, haben wir uns auf die schon existierende Idee mit zunächst einem Hühnermobil konzentriert und relativ schnell umgesetzt.“ Auch soll die kleine Mutterkuhherde vergrößert und ein Mutterkuhstall gebaut werden.

Umsetzung nicht einfach

Allerdings sei die Umsetzung nicht so einfach. Die Verhandlungen mit der Versicherung und dem Landwirtschaftsamt ziehen sich. Die Hoffnung, noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen zu können, sei sehr gering.

Viele Ideen hat er entwickelt, um die Zukunft seines Hofes zu sichern. Eine davon, die er bereits verwirklicht hat, ist ein schmucker Hofladen mit zwei Automaten direkt an der Bundesstraße. „Wenn wir die Mutterkuhherde haben, sollen auch Wurst- und Fleischwaren vom eigenen Betrieb ins Sortiment“, sagt er.

Der Laden werde gut besucht. Das zeige auch, „dass die regionale Landwirtschaft gut angenommen wird, dass Regionalität zählt und nicht nur der Preis“. Seine Produkte verkauft er auch auf dem neuen Wochenmarkt in Höchenschwand.

Nach dem Brand bot sich Robin Vogelbacher, seiner Familie und den Feuerwehrleuten ein schreckliches Bild. „Die Gebäude kann man wieder aufbauen, aber die Tiere, die im Stallgebäude verendeten, das ist das, was uns immer noch schmerzt und was auch nicht zu entschädigen ist“, sagen der 28-Jährige und sein Onkel Hans-Otto Vogelbacher, der vorherige Hofeigentümer, traurig.

„Es war ein heftiges Gewitter, das in der Nacht tobte. Plötzlich war der Strom weg und wir standen im Dunkeln“, erinnert sich Robin Vogelbacher. Sein Onkel und er trafen sich am Sicherungskasten. Hans-Otto Vogelbacher, ein erfahrener Feuerwehrmann, habe plötzlich gesagt: „Dieses Geräusch kenne ich, wo brennt‘s.“

Erinnerungen an Katastrophe

Das war bald klar: „Der Blitz hat ins Stallgebäude eingeschlagen. Die Flammen zerstörten es komplett, auch das Zwischengebäude zwischen Stallgebäude und Wohnhaus, das von den Flammen erfasst wurde, wurde zerstört – mit allem, was drin war“. Von den 31 Kühen und Kälbern überlebte nur ein Tier – es konnte aus dem Stall flüchten.

Mut machte ihnen damals die große Solidarität und Hilfsbereitschaft aus nah und fern. Viele Menschen haben mit angepackt. Die kleine Herde von neun Tieren, die in einem anderen Stall untergebracht war, wurde vom Feuer weg zum Nachbarn getrieben. Der Stall blieb aber zum Glück unbeschadet. Die überlebende Kuh nahm der Nachbarhof für mehrere Monate auf, versorgte und pflegte sie.

Angst bleibt vor Gewittern

„Eigentlich“, sagt Robin Vogelbacher, „habe ich mich vor dem Brand sehr sicher gefühlt und ich versuch mir einzureden, dass wir immer noch sehr sicher sind und ein weiterer Brand so gut wie ausgeschlossen ist.“ Dennoch sitze die Angst vor einem weiteren Feuer tief, gesteht er im Gespräch. Wenn die Gewitter toben, wie am vergangenen Wochenende, habe er sich tatsächlich in der Nacht um 23 Uhr die Arbeitskleidung angezogen, damit er schnell gerüstet ist, falls etwas passiert.