Seit 21 Jahren ist Olaf Döhring als Fachangestellter für Bäderbetriebe, meist Schwimm- oder Bademeister genannt, im Waldfreibad Häusern-Höchenschwand tätig. Sein Aufgabengebiet ist vielfältig und geht weit über die bloße Beckenaufsicht und Kontrolle des Wassers hinaus.

Für Olaf Döhring ist sein Beruf gleichzeitig seine Leidenschaft. Dabei übte er diesen nicht von Anfang an aus, sondern lernte zunächst den Beruf des Schreiners, in dem er auch kurze Zeit tätig war. Dann aber entschloss er sich zu einer Umschulung als Fachangestellter für Bäderbetriebe bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen.

„43 Prozent sind durch die Prüfung gefallen“

Eine Ausbildung, die es in sich hat, denn sie vermittelt Kenntnisse auf den verschiedensten Gebieten. Schwimmen, Erste Hilfe, Rechts- und Verwaltungskunde, Biologie, Chemie, Mathematik, Psychologie und handwerkliche Grundlagen, insbesondere in Sachen Elektrotechnik, stehen auf dem Lehrplan. In seinem Jahrgang seien 43 Prozent der Auszubildenden durch die Prüfung gefallen, erinnert sich Döhring.

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Gutes Gehör für alte Technik

Ebenso umfangreich und abwechslungsreich wie die Ausbildung ist auch die Tätigkeit Döhrings im Waldfreibad. Jeder Arbeitstag beginnt mit einer Kontrolle der mittlerweile 45 Jahre alten Technik. Da spielt die Erfahrung eine große Rolle: Beim Betreten der Räume, in denen die technische Anlage untergebracht sei, höre er schon, wenn etwas nicht in Ordnung ist, so Döhring. Er kennt die Anlage mittlerweile so gut, dass er auch Reparatur- und Wartungsarbeiten problemlos selber übernehmen kann.

Wasserqualität stets im Blick

Ferner gilt es, die Chlor- und pH-Werte des Wassers sowie die Redoxspannung, mit der die Wirksamkeit der Wasserdesinfektion bestimmt wird, im Auge zu behalten und gegebenenfalls durch die Zugabe von Frischwasser regulierend einzugreifen. Weitere wichtige Aufgaben sind die Betreuung der Badegäste und die Beckenaufsicht, bei der Döhring in Ferienzeiten und an Wochenenden durch junge Rettungsschwimmer der DRLG St. Blasien unterstützt wird. Und bei Notfällen, die aber nur selten vorkommen, muss Döhring erste Hilfe leisten.

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Alle zwei Jahre stehen für ihn ein Kurs in Erster Hilfe und die Ablegung des Rettungsschwimmerabzeichens in Silber auf dem Programm. Zu den weiteren Aufgaben von Döhring gehören unter anderem die Kontrolle der Becken und der Liegewiese, Reinigungsarbeiten, Arbeiten an der Außenanlage wie Rasenmähen und Heckenschneiden, Reparaturen am und im Gebäude und einiges mehr.

Auch außerhalb der Saison viel zu tun

Der Schwimmmeister ist nicht nur während der rund viermonatigen Öffnungszeit der Bades im Sommer beschäftigt. Nach dem Ende der Badesaison am Ende der Sommerferien gilt es, die Becken teilweise leerlaufen zu lassen, abzudecken, den Beckenkopf mit Teichfolie abzudecken, Filterkerzen sowie die Mess- und Regelungstechnik auszubauen und zur Wartung an eine Fachfirma zu schicken, die Solaranlage leerlaufen zu lassen und einiges mehr. Rund vier Wochen benötigt Döhring dafür, bevor er sich in den wohlverdienten Urlaub verabschieden kann.

Und im Frühjahr heißt es dann etwa zwei Monate vor Beginn der Badesaison, das Bad für die Badegäste vorzubereiten. „Da muss man alles, was man im Herbst rausgetragen hat, wieder reintragen“, so Döhring schmunzelnd. Zudem stehen Reinigungsarbeiten an und das Gebäude ist komplett zu desinfizierten. Alles in allem: „Der Aufwand ist für die vier Monate Badesaison groß“.

In diesem Jahr ist die Badesaison durch Corona überschattet, aber bislang hat es mit der Einhaltung der Regeln gut geklappt, lobt Döhring die Badegäste.

Eine Erfahrung hat der Schwimmmeister im Laufe der Jahre gemacht: Das Waldfreibad wird gut angenommen, die Badegäste kommen zum Teil von weit her. Und das Bad habe sich im ländlichen Raum als sozial sehr wichtig erwiesen, es finde ein reger sozialer Austausch statt, erklärt er.