Die Errichtung eine Nahwärmeversorgung wird immer wahrscheinlicher: 217 Grundstückseigentümer in der Gemeinde haben ihr Interesse an einem Anschluss signalisiert, hieß es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Wenn die Corona-Pandemie den Planungen nicht einen Strich durch die Rechnung macht, könnten erste Gebäude Ende 2021 mit Wärme beliefert werden. Die Heizzentrale wird ihren Platz voraussichtlich im Bereich des Kur- und Sporthauses finden.

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„Es sieht nicht schlecht aus“, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser angesichts der Tatsache, dass 217 Grundstückseigentümer Interesse an dem Anschluss bekundet haben. Es sei aber damit zu rechnen, dass einige der Grundstückseigentümer wieder absprängen, andere dagegen dazukämen, so Bene Müller von der Firma Solarcomplex, die das Nahwärmenetz errichten möchte.

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Der angemeldete Wärmebedarf liege bei sieben Millionen Kilowattstunden und entspreche einem Heizöläqivalent von einer Million Liter, fuhr er fort. Geplant sind zwei Heizkessel mit Leistungen 900 und 1200 Kilowatt, die je nach Bedarf einzeln oder gemeinsam betrieben werden, der Heizbedarf werde modular abgefahren, so Müller. Genutzt werden solle vorrangig Holz aus der Gemarkung. Der vorläufige Netzplan führe durch ganz Häusern, die Interessenten seien räumlich gut und gleichmäßig verteilt.

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Auf Frage von Bürgermeister Kaiser erklärte Müller, Feinstaubbelastungen seien ausgeschlossen, da eine Abgasreinigungsanlage zwingend vorgeschrieben ist. Was aus der Anlage austrete und auch sichtbar werde, sei kein Rauch, sondern lediglich Dampf, die Restfeuchte des Holzes.

Mit der geplanten Anlage wird ausschließlich Wärme erzeugt, verneinte Müller die Frage von Monika Schwinkendorf nach einer eventuellen gleichzeitigen Erzeugung von Strom. Für eine Anlage wie die geplante mit einem kleinen Leistungsspektrum gäbe es keine Technik für die Stromerzeugung, die reibungslos funktioniere, so seine Begründung.

Informationsveranstaltung geplant

Mitte Juni wird der Aufsichtsrat der Firma Solarkomplex über den Wärmepreis entscheiden, geplant ist in der Folgezeit eine weitere Informationsveranstaltung unter anderem mit dem Wärmepreis. Aber diese Informationsveranstaltung ist das, wie es Müller formulierte, Nadelöhr, durch dass das Projekt durch muss. Denn angesichts der Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie ist derzeit völlig offen, wann diese Veranstaltung stattfinden kann.

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Sollte die Informationsveranstaltung im Sommer über die Bühne gehen können, haben die Interessenten bis Ende September Gelegenheit zum Abschluss der Wärmelieferungsverträge. Im Oktober würde das Unternehmen Solarcomplex über den Projekteinstieg entscheiden. Angesichts des großen Interesses zeigte sich Bene Müller zuversichtlich über das Zustandekommen des Nahwärmeprojektes. Wenn sich der Zeitplan einhalten lässt, könnte im Frühjahr 2021 mit dem Bau des Wärmenetzes begonnen, erste Gebäude Ende des kommenden Jahres angeschlossen werden.

Standort für Heizzentrale

Als Standort für die Heizzentrale bietet sich das Gelände im Bereich des Kur- und Sporthauses an, darüber war man sich am Ratstisch einig. Ein Beschluss soll in der Sitzung im Juni gefasst werden. Geplant ist, die Heizzentrale in Verlängerung Kur- und Sporthaus zu bauen, für ein Kollektorfeld ist das angrenzende kommunale Grundstück vorgesehen.

Für die Gemeinde gilt es, in der nächsten Zeit im Zusammenhang mit dem Nahwärmenetz einige Entscheidungen zu treffen. Will man das Grundstück für das Kollektorfeld verkaufen oder wird Erbpacht bevorzugt? Ferner gilt es, die Konzessionsabgabe festzulegen, denn: „Jede Kostenposition fließt in den Wärmepreis ein“, so Müller. Es muss auch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan beschlossen werden.

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