Seit längerem wird über die Errichtung eines Fernwärmenetzes nachgedacht. In einer nichtöffentlichen Klausurtagung hatte der Gemeinderat mehrheitlich das Kur- und Sporthaus als Standort für die Heizzentrale befürwortet.

In der Gemeinderatssitzung am Montag wurden aber auch Stimmen laut, die eine weitere Prüfung von Alternativstandorten forderten. Sobald wie möglich soll es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben, bei der unter anderem der Wärmepreis genannt werden soll.

„Ortsmitte am geeignetsten“

Als „riesen Sache“, die in Häusern angegangen wird, bezeichnete Bürgermeister Thomas Kaiser das Projekt Nahwärme. Eine Heizzentrale in der Ortsmitte sei aus wirtschaftlichen Gründen am geeignetsten, je günstiger gebaut werde, desto günstiger sei auch der Preis, zu dem der Bürger die Nahwärme beziehen könne, rief er in Erinnerung. Die Errichtung der Heizzentrale abseits der Ortsmitte sei mit Mehrkosten von rund 500.000 Euro verbunden.

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Dies, so sei von der Firma Solarcomplex, die das Nahwärmenetz errichten soll, errechnet worden, würde zu einem Mehrpreis von 0,3 Cent führen. Was die Frage nach dem Verkauf des gemeindeeigenen Grundstücks für die Errichtung der Heizzentrale und des Kollektorfeldes oder eine Erbpachtregelung betrifft, tendiert der Gemeinderat zu einer Erbpachtreglung. So bleibe die Gemeinde Eigentümer und damit auch künftig bei Entscheidungen, die das Grundstück betreffen, im Boot, informierte der Rathauschef über das Ergebnis der Klausurtagung.

Verhandlungen mit Firma Solarcomplex

Was die Konzessionsabgabe betrifft, soll diese bei ein bis drei Prozent des jährlichen Umsatzes liegen, darüber wird noch mit der Firma Solarcomplex verhandelt. Diese werde, so Bürgermeister Kaiser, noch in dieser Woche über den Wärmepreis beraten.

Unklarheit über Standort

Sie sei, sagte Sabine Gruhn, bislang der Meinung gewesen, der Platz am Kur- und Sporthaus sei der beste. Inzwischen seien ihr aber Zweifel in Hinblick auf die Wertschöpfung gekommen. Denn im Bereich des Kur- und Sporthauses gäbe es keine Ausdehnungsmöglichkeiten, so sei auch kein Platz für eine Trocknungshalle für die verwendeten Hackschnitzel. Dann aber bestehe die Gefahr, dass aufgrund des geringeren Heizwertes von feuchten Hackschnitzeln das Holz nicht nur, wie vorgesehen, in der Region gekauft werde.

Die Gemeinderätin sprach sich dafür aus, weitere mögliche Standorte wie den alten Sportplatz auszuloten und auch Ideen aus der Bürgerschaft zu sammeln. Sie wolle sicher sein, dass das Grundstück neben dem Kur- und Sporthaus die einzige Alternative sei.

Auch Patrick Bühler erklärte, es mache Sinn, nach Alternativen zu suchen. Was den immer wieder ins Gespräch gebrachten Standort am alten Sportplatz beim Naturfreundehaus betrifft, wies Rainer Schwinkendorf darauf hin, dass laut Aussagen eines Planers ein derartiges Vorhaben im Außenbereich kaum durchsetzbar sei. Und Bürgermeister Kaiser gab zu bedenken, dass es sich bei diesem Areal um eine der „schönsten Ecken Häuserns“ handele. Allerdings, räumte er ein, habe dieser Standort den Vorteil, dass er problemlos mit Lastwagen für die Hackschnitzellieferungen angefahren werden kann. Bei dem Standort Kur- und Sporthaus muss die Anlieferung über den Hallenvorplatz erfolgen.

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