Trotz Pandemie und ausgelaufener Patente hat die Roche Pharma AG deutschlandweit ihren Umsatz im Jahr 2020 auf 1,93 Milliarden Euro und damit um drei Prozent gesteigert. Diese Zahlen stellte das Unternehmen in einem digitalen Pressegespräch am Montag vor. Das neue Gebäude in Grenzach, das „Fritz“, in das das Unternehmen rund 60 Millionen Euro investiert, soll in diesem Sommer fertig werden – allerdings ist auch ein Abbau von Stellen im Gespräch.

Die Zusammensetzung der Mitarbeiter

1515 Mitarbeitende sind derzeit in Grenzach bei der Roche beschäftigt. Das sind fünf weniger als im Jahr 2019; zuvor waren die Mitarbeiterzahlen stetig gestiegen. Bei einer Frauenquote von 66 Prozent, 45 Prozent Frauen in Führungspositionen und 29 verschiedenen Nationalitäten zeigte sich Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG, zufrieden mit der Diversität im Unternehmen. Zudem sei das Unternehmen 2021 im „Glassdoor Ranking“ als bester Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet worden.

Digitalisierung

Gleichzeitig verändere sich aber die Arbeitswelt, auch durch die Pandemie würden digitale Formate viel stärker genutzt. Nicht nur durch die Digitalisierung veränderten sich Prozesse und Arbeitsweisen. „Da sind wir mit den Kollegen im Austausch, um zu schauen, in welchen Bereichen wir Ressourcen anders einsetzen können.“ Zu einem internen Papier, dem zufolge noch in diesem Jahr rund zehn Prozent der Stellen wegfallen könnten, über das die „Oberbadische Zeitung“ berichtet hatte, wollte Pfundner sich nicht äußern. „Wir wollen uns für die Zeit nach der Pandemie gut aufstellen.“ An anderen Roche-Standorten in Penzberg und Mannheim sind 2020 rund 500 Arbeitsplätze neu geschaffen worden – vor allem in der Produktion, betont Pfundner, während in Grenzach nicht produziert wird.

Fritz wird bald fertig

Dennoch sei der Standort wichtig, in diesem Jahr feiere das Unternehmen in Grenzach sein 125-Jahr-Jubiläum. „Wir haben hier substantiell investiert, modernisiert und auf 100 Prozent grüne Energie umgestellt“, sagte Pfundner. Allein 2020 habe Roche 24 Millionen Euro in den Standort investiert. Bei dem neuen Gebäude, dem „Fritz“ – nach dem Roche-Gründer Fritz Hoffmann – „sind wir auf der Zielgeraden“, sagte Jochen Klein, der die Standortentwicklung in Grenzach verantwortet.

Der neue Campus

Zur Mitte des Jahres soll das Gebäude, das Roche rund 60 Millionen Euro kostet, in Betrieb genommen werden. Mit dem „Fritz“ entstehe auch ein neuer Campus, der zum arbeiten, aber auch als sozialer Treffpunkt stärker genutzt werden soll. Zwischen Emil-Barell-Straße und dem Neubau entstehe eine öffentlich zugängige Grünanlage. „Damit wollen wir uns der Gemeinde öffnen“, so Pfundner.

Kesslergrube liegt im Zeitplan

Auch bei der Kesslergrube liege man im Zeitplan, bis 2022 soll der Aushub fertig sein. „Dann sehen wir, wie wir das nachnutzen, da gibt es schon ein paar Ideen.“ Den Nachfahren der Gründerfamilie sei es wichtig, „dass wir nicht einfach nur renaturieren, sondern auch der Natur etwas zurückgeben“. Daher solle die Nachnutzung auf jeden Fall nachhaltig sein, so Pfundner.

Ressourcen für die Forschung

Deutschlandweit hat die Roche Pharma AG im vergangenen Jahr den Umsatz um drei Prozent gesteigert. „Das hat nichts mit Corona zu tun, sondern ergibt sich nur aus der Routineversorgung“, so Pfundner. Dass die Versorgung kranker Menschen auch in der Pandemie gelinge, zeige die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in Deutschland. Die drei Krebsmedikamente, mit denen Roche bis 2016 den meisten Umsatz gemacht hatte, bevor die Patente ausgelaufen waren, habe man durch ein neues Portfolio ersetzen können. „Das heißt auch, dass wir Ressourcen brauchen für Forschung und Entwicklung“, so Pfundner.

Umsatzsteigerung

Um 60 Prozent gesteigert hat die Roche Diagnostics Deutschland GmbH ihren Umsatz. Das hat vor allem mit den Corona-Tests zu tun, die das Unternehmen auf den Markt gebracht hat. Seit vergangenem Freitag hat Roche auch die Zulassung für einen Selbsttest, der wohl ab kommender Woche in den Apotheken erhältlich sein wird.