Samstag morgen kurz vor acht Uhr, es ist noch kalt auf dem schattigen Parkplatz vor der Bonndorfer Grundschule. Die Marktbeschicker breiten ihre Auslagen aus. Frisches Obst und feines Gebranntes können die Bonndorfer schon seit 30 Jahren am Stand vom „Hofgut Stefan“ kaufen. Zusammen mit dem Wagen der Familie Keller vom „Röschenhof“ in Stühlingen-Wangen mit Käse aus dem Bregenzer Wald und selbstgemachter Wurst und Brot – seit elf Jahren sind sie präsent – sind sie das Rückrad des Bonndorfer Wochenmarkts.

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An diesem Samstag gab es neue Marktbeschicker. „Wenn der Gast nicht zum Wirt kommen darf, dann kommt das Restaurant zum Gast.“ Ihre Klassiker der heimischen Küche brachten sie mit, alles vorgegart. Frische und geräucherte Forellen, Hirschragout, Rehbolognese boten Lorenz Baschnagel und Azubi Jona Robold von der „Tannenmühle“ in Grafenhausen an. Am großen Stand gab es auch Selbstgebasteltes vom Huhn als Türstopper bis zur Kuh aus Blumentöpfchen. Rindsrouladen, Schweinebäckchen, verfeinerte Leberwurst und die hausgemachte Tomatenbutter von der „Krone“ in Holzschlag wurden von Philipp und Stephanie Scharf angeboten. Dünnete in vielen Varianten, Wildschweinkrautwickel oder eine Maispularde gab es am Stand der Familie Wekerle vom „Schwanen“.

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Die Initiative der Gastronomen wurde mit Erfolg belohnt, alle meldeten am Ende des Markttags „Speisen ausverkauft“. „Es tut gut, zu wissen, dass das, was man macht, geschätzt und angenommen wird“, so der Kommentar von Philipp Scharf von der „Krone“. Der Umsatz ist durch die Corona-Pandemie weggebrochen, der familiäre Zusammenhalt ist enorm, seine festen Angestellten kann er noch bezahlen. Viele Stammgäste nutzten jetzt die Gelegenheit, den Stand auf dem Wochenmarkt zu besuchen.

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Alexandra Wekerle vom „Schwanen“ in Schwaningen lobte das gute Miteinander mit den Wirten. „Philipp hat sich gemeldet und von der Idee überzeugt, alle zusammen haben wir uns abgesprochen, welche Essen wir anbieten werden. Wir wollen uns ergänzen und nicht Konkurrenz auf dem Markt machen.“ Wie die anderen freut sich Lorenz Baschnagel über die Treue der Stammgäste. Mit rund 40 Mitarbeitern in Kurzarbeit ist die „Tannenmühle“ besonders betroffen. Derzeit beschäftigt man sich dort mit Renovierungsmaßnahmen und Aufräumen und hofft, dass die schlimmste Zeit bald vorüber ist. Ein gemeinsamer Dank galt den alteingesessenen Marktbeschickern, die die Wirte spontan auf „ihrem“ Markt als Kollegen akzeptiert haben, und der Stadtverwaltung, die den Strom kostenfrei zur Verfügung stellt. Die Familie Keller vom „Röschenhof“ und Rudolf Stefan freuten sich, dass so viele neue Gesichter zusätzlich zu ihren treuen Stammkunden auf dem Wochenmarkt zu sehen waren.

Ostermarkt am Samstag

Abstand halten und Geduld waren bei der Kundschaft absolut kein Problem, es herrsche zwar reger Betrieb, von Marktgedränge gab es aber keine Spur. Und alle Wochenmarktteilnehmer haben schon zugesagt, dass sie am kommenden Samstag, beim Ostermarkt, wieder mit dabei sind.