Er bewegt sich noch immer, der Hang an der L 170-Sanierungsstelle zwischen dem Abzweig Boll (K 6516) und der B 315. Hangseitig ausgeführte Arbeiten an der Asphaltdecke, die heute abgeschlossen werden sollen, werden den Straßenverkehr auf dieser doch bedeutenden Verkehrsachse zunächst sicherstellen. Trotz einer umfangreichen Hangsanierung, die im Juni 2018 abgeschlossen und die Straße danach wieder geöffnet worden war, kommt der Hangabschnitt zur Wutachschlucht nicht zur Ruhe.

Es ist für Verkehrsteilnehmer nicht gerade beruhigend, den 50 Meter langen Bereich zu passieren, der optisch wie ein zusammengeschobener Teppich aussieht. Zwischen einem Teil der in der Sanierungsphase gesetzten Betonpfähle rutschte der Bauuntergrund in Teilen hangabwärts, die Asphaltdecke der Straße gab nach (siehe Infokasten). Der ehemals 150 Meter breite Rutschungsabschnitt konnte auf rund ein Drittel reduziert werden.

Dort weisen mittlerweile die Wellentäler allerdings Setzungen von 30 bis 40 Zentimetern auf. Die talseits gelegene Fahrbahnhälfte wurde deshalb bereits im vergangenen Jahr gesperrt, die Stelle ist nur hangseitig passierbar. Der Profilausgleich in diesem Bereich mit leichter Verformung der Asphaltdecke wird wohl heute beendet werden. Auch nach Abschluss dieser Arbeiten wird die Strecke lediglich halbseitig befahrbar bleiben.

Die Straßenbauer seien an einer dauerhaften Problemlösung des Hangrutschbereichs oberhalb der Wutachschlucht interessiert, versicherte Baudirektor Oliver Gassenmeier, stellvertretender Referatsleiter im Referat Straßenbau Süd des Regierungspräsidiums Freiburg auf Anfrage. Die Maßnahme mit den verbauten Betonpfählen habe nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Fachleute des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau nehmen noch bis in diesem Sommer Daten des kompletten Rutschbereichs auf, der sich hinabzieht bis wenige hundert Meter vor den Wanderparkplatz bei der Schattenmühle. Eine Gabionenwand baucht dort an der L 170 aus. Die Verkehrsführung wurde dort deshalb ebenfalls auf halbseitig gesetzt.

Wie eine Lösung aussehen wird, um den Hang doch noch zu beruhigen, und wann sie genau umgesetzt wird, sei offen, so Oliver Gassenmeier. Die Kostenfrage hänge dann von der umzusetzenden Maßnahme ab. Man sei zur Erkenntnis gelangt, eine Komplettlösung zu erarbeiten. Von zunächst angedachten getrennten Sanierungsarbeiten des oberen Hangbereichs und der Stelle bei der Schattenmühle habe man Abstand genommen. Gassenmeier hält bei Vorliegen eines Konzepts eine zeitnahe und zügige Hangsanierung für möglich. Dieses Jahr werde baulich wohl nichts mehr unternommen, 2021 sei dies aber denkbar.

Ob eine Anfang März aufgetretene kleinere Rutschung in der Nähe der Lotenbachklamm kurz vor der Einmündung der L 170 in die B 315 noch in diesem Jahr saniert wird, sei noch unsicher, so Oliver Gassenmeier. Diese Schadstelle könne jedoch losgelöst von dem größeren Rutschbereich gesehen werden. Trotzdem entpuppte sich die Stelle in der Nähe der Lotenbachklamm als aufwendiger als gedacht.

Zunächst seien die Fachleute von einer reinen Sicherungsmaßnahme ausgegangen, man habe den Bereich nun jedoch als aufwendigere Sanierungsmaßnahme eingestuft. Das Referat Straßenbau Süd war noch im April nach Anfrage der Zeitung von einem Einbau einer rückverankerten Spritzbetonschale mit Kosten von 150.000 bis 200.000 Euro ausgegangen.