„Zur Eröffnung gibt es Langos“, verkündet Angelika Preiser fröhlich. Den ungarischen Brot-Leckerbissen hat sie eigens zum diesjährigen Saisonstart des Schwimmbadkiosks ausprobiert. Sie, ihr Mann Manfred und Sohn Christoph, seit 2018 Betreiber des Kiosk, freuen sich, dass es für sie nunmehr endlich Arbeit gibt. Allabendlich soll man auf der Terrasse über der idyllisch gelegenen Schwimmbadanlage die Seele baumeln lassen können.

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Die Vorbereitungen zur Saisoneröffnung liefen auf Hochtouren. Unten zwischen den mit blau-klarem Wasser lockenden Becken werkelte Schwimmbadspezialist Jürgen Blattert. Die Chefin der Touristinformation, Petra Kaiser, schaut vorbei, um Hinweisschilder für die Wohnmobilisten, die hinter dem Schwimmbad kampieren, abzugeben. Die Wohnmobilisten dürfen die Toiletten in diesem Corona-Jahr nur besuchen, wenn sie auch Gäste des Kiosks sind. Denn das Schwimmbad wird trotz Kioskbetriebs bis auf weiteres geschlossen haben.

Das Schwimmbad bleibt vorerst geschlossen, der Kiosk darf allerdings öffnen. Natürlich gilt dort die Aha-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske.
Das Schwimmbad bleibt vorerst geschlossen, der Kiosk darf allerdings öffnen. Natürlich gilt dort die Aha-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske.

Darob blutet allen das Herz, allen voran Marika Keßler. Die Gemeinderätin (Bürgerliste) erarbeitet in Absprache mit Ratskollegen Werner Intlekofer (Grüne) und einem Ansprechpartner beim Gesundheitsamt ein Betriebskonzept unter Corona-Bedingungen, was auch ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar sein soll. Die Bestimmungen der Verordnungen allerdings sind in ihren Augen großteils nicht nachvollziehbar, bisher zumindest seien diese teilweise strenger als im öffentlichen Raum. „Dabei ist man im Schwimmbad doch immer an der frischen Luft und das Wasser ist gechlort“, erklärt Marika Keßler im Gespräch.

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Seit 35 Jahren sitzt sie jede Saison als DLRG-Frau in vorderster Front als Aufsicht im Schwimmbad. „Ich kenne das Bad in- und auswendig, da hat es nie Schlangen an der Kasse gegeben“, meint sie zu weiteren Befürchtungen. Letztlich ist eine mögliche Eröffnung in dieser Saison weiterhin nicht in Sicht. „Schließlich gibt es zusätzlich ungeklärte Haftungsfragen“, zitiert sie auch Probleme, die man seitens der Stadtverwaltung sieht. Hoffnung sieht sie in den angekündigten neuen Verordnungen und vielleicht auch in der am 13. Juli anberaumten Gemeinderatssitzung.

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So kommt es, dass der von der Stadt gepachtete Kiosk im Schwimmbad vorerst nichts anderes sein wird, als eine Art zusätzliches gastronomisches Sommerangebot für Bonndorf. „Wir haben die Speisekarte extrem verkleinert“, gibt Angelika Preiser zu. Denn angesichts der ausbleibenden Badegäste rechnet man natürlich auch mit einem geringeren Ansturm als sonst. Einzelne Aktionstage sollen hier und da Höhepunkte sein für einen Feierabendschoppen. „Speziell unsere hausgebackenen Kuchen werden von vielen geliebt“, sagt Angelika Preiser, die sich zunächst einmal die Linzer Torte vorgenommen hat.

Es sei auch immer schön gewesen, positive Rückmeldung zu bekommen, meint Sohn Christoph Preiser. „Wenn wir im größten Stress in unserer heißen Küche fast durchgedreht sind, hat uns so ein lachendes Kindergesicht für die Mühe total entschädigt“, meint er. Kinder werden vermutlich – mangels Badebetrieb – vorerst ausbleiben.

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