Die Corona-Krise bedingt für alle Menschen eine Ausnahmesituation. Viele Berufsgruppen sind außergewöhnlichen Unsicherheiten, wenn nicht sogar existentiellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Dazu gehören auch Künstler. Im Gespräch mit der aus Bonndorf stammenden, freischaffenden Künstlerin Miriam Götz erfahren wir mehr über deren berufliches Wirken, nächstliegende Ziele sowie Unwägbarkeiten, die der aktuellen Situation geschuldet sind.

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Die Tochter von Ingeborg und Meinrad Götz lebt derzeit in Berlin, das als interessanter Ort für die freie Musiktheaterszene gilt. Dort hatte sie das Glück, Mitte März als Regieassistentin noch eine der letzten Theaterpremieren vor der Stilllegung des kulturellen Lebens in der Hauptstadt mitgestaltet zu haben. „In der Berliner Kulturszene herrscht momentan so etwas wie Endzeitstimmung“, sagt sie über die dortige Atmosphäre. Wobei freischaffende Künstler im Allgemeinen durchaus damit umgehen können, dass Einnahmen zur Sicherung des Lebensunterhaltes weder planbar sind noch regelmäßig fließen.

Jetzt beginnt ihr Masterstudium

„Mich selbst tangiert die Corona-Krise im Augenblick nicht allzu sehr, da ich mit Semesterbeginn meinen Masterstudiengang in der Fachrichtung Inszenierung der Künste und Medien in Hildesheim beginne.“ An der dortigen Universität hatte sie bereits ihr Bachelorstudium der „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ absolviert. Nach Berufserfahrungen an verschiedenen Theatern ist für Miriam Götz nun der richtige Zeitpunkt gekommen, sich inhaltlich im Masterstudium noch intensiver mit all dem, was gutes Musiktheater ausmacht, auseinanderzusetzen.

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Ihre berufliche Zukunft sieht sie als freischaffende Regisseurin. Wobei sie auch während des Vollzeitstudiums bei Theaterprojekten mitwirken möchte. Zum einen ist es aus finanzieller Sicht geboten, zum anderen will sie den Faden zum Theater in dieser Zeit nicht abreißen lassen. Denn gerade das interdisziplinäre Zusammenspiel verschiedener Kunstformen fasziniert die Frau, angefangen von den kreativen Ideen für Bühnenbilder und Kostüme über thematisch passende Musik bis hin zur optimalen Rollenverteilung der vielfältigen Schauspielcharaktere. „All das zusammenzuführen, ist immer wieder eine spannende Aufgabe“, sagt Miriam Götz. Die von sich sagt, dass sie sich immer schon für so ziemlich alles interessierte.

Nach dem Abitur war zunächst nicht klar, ob sie Sport oder Musik studieren würde. Am Ende landete sie bei Kulturwissenschaft. Als Kind – einziges Mädchen mit vier Brüdern – hatte sie Geigenunterricht, brachte sich selbst auch Klavierspielen bei. Als einer der Brüder den Klavierunterricht hinschmiss, übernahm sie. Sie trainierte Leichtathletik, startete bei Langlaufwettkämpfen, auch Biathlon interessierte sie. „Ich wollte alles ausprobieren, meine Eltern mussten mich hin und wieder bremsen“, schmunzelt sie rückblickend.

Kontakt zur Heimatstadt

Den Kontakt zur Heimatstadt intensivierte Miriam Götz im zurückliegenden Winter. Als Regieassistentin des Familienstückes „In einem tiefen dunklen Wald“ besuchte sie unter anderem auch eine Klasse der Bonndorfer Grundschule. Gemeinsam mit Kostümbildnerin Sarah Mittenbühler wollte sie direkt von Kindern erfahren, wie die sich ein Untier vorstellen. Im Rahmen eines Workshops sollten die Mädchen und Jungen aufzeigen, welche Farben und Proportionen sie einem Untier zuordnen. Die Überraschung war groß, denn die Kinder malten nicht etwa abscheuliche schwarze, sondern farbenprächtige Figuren. Das Freiburger Theaterteam setzte aus der Fülle der Vorschläge eine Figur um. Freilich besuchten auch die hiesigen Grundschüler die Aufführung. „Erst vor einigen Wochen erhielt ich Post aus Bonndorf. Viele Kinder schrieben mir Briefe und schilderten ihr Theatererlebnis“, freut sich die Künstlerin.

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Bei Gelegenheit würde sie gerne wieder mal am Freiburger Theater mitwirken. „Im Augenblick steht allerdings noch vieles in den Sternen. Ich stehe ja erst am Anfang meiner Tätigkeit“, sagt die sympathische junge Frau, auch im Hinblick auf ihr Masterstudium.

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