Die Schäden an der L 170 von Bonndorf Richtung Schattenmühle haben sich weiter verschlimmert. Zwischenzeitlich sei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet, so die Informationen aus dem Regierungspräsidium. Aus diesem Grunde wird die Straße ab Donnerstag, 17. Juni, bis Ende des Jahres voll gesperrt. Die Wanderparkplätze bleiben aber erreichbar.

Fass ohne Boden

Die L 170 durch die Wutachschlucht ist ein Fass ohne Boden. Seit Jahren finden aufwendige Sanierungsmaßnahmen mit Kosten in Millionenhöhe statt, um die Fahrbahn zu stabilisieren. Wie Matthias Henrich, Pressesprecher im Regierungspräsidium Freiburg, informierte, hat sich der Zustand der L 170 zwischen Abzweig B 315 und Abzweig Boll in der jüngsten Zeit erneut massiv verschlechtert.

Tiefe Risse ziehen sich durch die Fahrbahn der L170.
Tiefe Risse ziehen sich durch die Fahrbahn der L170. | Bild: Straßenmeisterei Bonndorf

Aus Sicherheitsgründen müsse die Straße deshalb bis Ende des Jahres voll gesperrt werden. Zu Wochenbeginn sei festgestellt worden, dass bereits vorhandene Aufbrüche in der Straße in den vergangenen Tagen erheblich gewachsen sind. Erneut sei es zu einer Verschiebung des Straßenuntergrunds gekommen, der Löcher und Risse in der Fahrbahn verursachte. Eine unmittelbare geologische Begutachtung zum Straßenuntergrund brachte das Ergebnis, dass die Straße voll gesperrt werden müsse. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gewährleistet.

„Selbstverständlich ist uns die Bedeutung der L 170 für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonndorf, die dort ansässigen Unternehmen und für den Naturschutz und den Tourismus rund um die Wutachschlucht bewusst. Dennoch hat die Verkehrssicherheit Vorrang. Unsere Mitarbeiter arbeiten bereits mit Nachdruck an einer nachhaltigen Sanierung der Straße“, so der zuständige Abteilungsleiter im RP, Karl Kleemann. Bedingt durch die geologische Situation der Wutachschlucht ist die L 170 immer wieder Bodenbewegungen ausgesetzt, die zu Schäden in der Straße führen. Die Straßenbauingenieure im RP sind deshalb bereits seit Jahren damit befasst, die für die Verbindung der B 31 und der B 315 erforderliche Landesstraße in einem verkehrssicheren Zustand zu erhalten.

Langfristiges Sanierungskonzept

Dazu setzt das RP ein langfristiges Sanierungskonzept um, mit dem der Straßenuntergrund und der anstehende Hang nachhaltig stabilisiert werden sollen. Die nächste größere Sanierungsmaßnahme im Rahmen dieses Konzeptes ist für 2021 bereits beauftragt, die im Bereich der aktuellen Rutschungen erforderlichen Arbeiten werden zeitnah ausgeschrieben und sollen im Herbst ausgeführt werden. Mehrmals wöchentlich finden Kontrollen statt, um immer einen aktuellen Stand über den Zustand der Straße zu haben.

Die jüngsten erheblichen Straßenschäden wurden nach Ansicht der Fachleute insbesondere auch durch unzulässigen Schwerlastverkehr beschleunigt, der den ohnehin labilen Untergrund weiter strapaziere. Viele Laster hätten trotz bereits bestehender Sperrung ab 3,5 Tonnen weiterhin die L 170 in diesem Bereich genutzt, um Umwege zu vermeiden, gibt das Regierungspräsidium bekannt.

Kein Auto- und Busverkehr

Nach den nun aufgetretenen Straßenschäden müsse die Landesstraße nun auch für den Auto-Verkehr gesperrt werden, um die Straße instand setzen zu können. Die Sperrung gelte auch für den Busverkehr, gibt Matthias Henrich bekannt. Der öffentliche Wanderbus der SBG werde umgeleitet. Alle Wanderparkplätze bleiben jedoch erreichbar. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, eine Sperrung der Landstraße während der Hauptwandersaison zu vermeiden. Die neuen Schäden machen den Planern nun aber einen Strich durch die Rechnung. Die Kosten für die im Herbst anstehenden Sanierungsarbeiten wurden vom RP vor einiger Zeit auf etwa eine Million Euro geschätzt.