Zu einer Besichtigung des Mutterkuhstalles, den Nebenerwerbslandwirt Joachim Wasmer in der Nähe des Bernauer Sportplatzes errichtet hat, hatte die Arbeitsgemeinschaft für Höhenlandwirtschaft am Samstag eingeladen. Groß war das Interesse an der Besichtigung, auch der Landtagsabgeordnete Reinhold Pix hatte sich eingefunden.

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25 Rinder hält Landwirt Wasmer, darunter zehn Mutterkühe. Der alte Stall im Ort war inzwischen zu beengt, daher hatte sich Wasmer zum Bau eines neuen Stalls entschlossen. Den Tieren solle es gut gehen, sagte er und nannte das wirtschaftliche Betreiben seiner Nebenerwerbslandwirtschaft als weiteren Grund für den Neubau. Geplant war ursprünglich, auf eine feste Wasserleitung und einen Stromanschluss zu verzichten, aber da habe ihm der Kreisbrandmeister einen Strich durch die Rechnung gemacht, so Wasmer. 120.000 Euro musste er daher zusätzlich einplanen, insgesamt beliefen sich die Kosten für den Stall auf 100.000 Euro netto. Diese Kosten wurden zu 30 Prozent gefördert, 70.000 Euro musste der Nebenerwerbslandwirt selbst aufbringen.

Klimawandel weiteres Problem

Als weiteres Problem erwies sich, dass ein Gülleloch wegen der Nähe zu einem Gewässer nicht genehmigt wurde. Auch wenn das Projekt Neubau des Stalls erfolgreich umgesetzt werden konnte, plagen den Landwirt dennoch Sorgen. Da ist zum einen der Klimawandel mit Dürre, Trockenheit und Veränderung der Pflanzenwelt. Wasmer bemängelte zudem die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Landwirten und forderte die Wertschätzung der Landwirtschaft ein. Sorgen macht sich Wasmer auch wegen der Ausbreitung des Wolfes. „Wie soll man die Landschaft erhalten, wenn der Wolf da ist?“, fragte er und legte nach: „Ich verstehe nicht, was die Gesellschaft für Stroh im Kopf hat.“

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Aber auch Positives hatte Wasmer zu berichten. In Einkaufsmärkten in der Region und Gastronomen hat er Marktpartner gefunden, die ihm eine regionale Vermarktung seiner Tiere ermöglichen. Einen Wunsch hat Wasmer an die Politik: „Unterstützt die Landwirte in den Höhengebieten, damit diese erhalten bleiben.“

Einsatz für wolfsfreie Regionen

Die Offenhaltung der Landschaft sei eine Dienstleistung, so Wasmer weiter, es gehe nicht darum, Subventionen zu kassieren, betonte er. Und auch weniger Bürokratie wäre sinnvoll, denn dann hätte man mehr Zeit, sich um die Tiere zu kümmern. Zum Thema Wolf nahm der Landtagsabgeordnete Reinhold Pix Stellung. Er sprach des Spannungsfeld zwischen Natur- und Artenschutz auf der einen Seite und Landwirtschaft auf der anderen Seite an. In Zusammenarbeit mit der EU werde man sich um wolfsfreie Regionen bemühen, zu denen sicher auch der Südschwarzwald gehören werde, erklärte er. Pix versicherte ferner, die Naturschutzleistungen der Landwirte würden von der Gesellschaft geschätzt. Viel Zeit nahm sich Wasmer anschließend, um den Interessierten rund um Stall und Landwirtschaft Rede und Antwort zu stehen.