Sonne satt und Temperaturen um 30 Grad: Bei schönstem Sommerwetter steuern derzeit viele Menschen in der Bodenseeregion täglich die Strandbäder und Seeufer an. Das wird jedoch vor allem an den Wochenenden zum Problem, denn der Besucheransturm ist vielerorts so groß, dass die Badestellen überfüllt sind. Abstand halten im Sinne der Corona-Schutzmaßnahmen ist dann kaum noch möglich.

Und auch im Straßenverkehr machen sich die Staus an den Badestellen bemerkbar. So verursachten mehr als 40 Falschparker am vergangenen Wochenende rund um die Konstanzer Therme und das Strandbad Horn ein Verkehrschaos. Zahlreiche Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, nachdem sie für massive Verkehrsbehinderungen im Konstanzer Stadtteil Staad gesorgt hatten.

In Konstanz mussten am vergangenen Wochenende mehrere falsch abgestellte Autos abgeschleppt werden. (Symbolbild)
In Konstanz mussten am vergangenen Wochenende mehrere falsch abgestellte Autos abgeschleppt werden. (Symbolbild) | Bild: Stefan Hilser

Voll waren die Uferbereiche auch in Bodman-Ludwigshafen. Dort musste die Polizei im Naturschutzgebiet durchgreifen, wo sich Besucher verbotenerweise mit Gartenstühlen ins flache Wasser gesetzt hatten.

Volle Badestellen im Bodenseekreis: Drei Badeorte, drei Konzepte

So wie in Konstanz sieht es derzeit auch an den Badeplätzen im Bodenseekreis aus. Dort versuchen die Gemeinden mit ganz unterschiedlichen Konzepten, die Lage in den Griff zu bekommen.

  • Sipplingen wollte den Seezugang eigentlich komplett sperren. Das Landratsamt untersagte diese Allgemeinverfügung jedoch, worauf Bürgermeister Oliver Gortat mit Parkverboten reagierte, beziehungsweise einer Sperrung des halben Ortes. Doch das alles half nichts, wie sich am vergangenen Sonntag zeigte. Es setzte zwar Bußgelder, doch die Angst im Ort vor einem Corona-Hotspot bleibt, auch beim Bürgermeister.
Betretungsverbot aufgehoben, stattdessen mit Restriktionen beim Parken reagiert. In Sipplingen klappte das eher schlecht als recht, wie sowohl die Gemeinde als auch Besucher bestätigten.
Betretungsverbot aufgehoben, stattdessen mit Restriktionen beim Parken reagiert. In Sipplingen klappte das eher schlecht als recht, wie sowohl die Gemeinde als auch Besucher bestätigten. | Bild: Michael Schnurr
Ein Bild aus der zurückliegenden Woche. Am Wochenende war es am Schlosssee deutlich voller. Pächter Enno Haß entschied am Sonntag sogar, kurzzeitig für ankommende Besucher zu schließen.
Ein Bild aus der zurückliegenden Woche. Am Wochenende war es am Schlosssee deutlich voller. Pächter Enno Haß entschied am Sonntag sogar, kurzzeitig für ankommende Besucher zu schließen. | Bild: Mardiros Tavit
  • In Meersburg setzt man dagegen auf markieren statt sperren: Mit einem Fußballfeld-Streuwagen wurden auf der öffentlichen Liegewiese an der Therme Parzellen und Wege eingezeichnet. Dieser Ansatz hat bisher gut funktioniert. Die Reaktionen auf die kreative Herangehensweise waren durchweg positiv und der gewünschte Effekt sei mehr als erwartet erfüllt worden. Der Bürgermeister erklärte: „Es ist toll, wie sich die Gäste an die Orientierungshilfen (Linien) halten, und somit die Abstände gewährleistet werden können.“
Sonnenbadende liegen an der Meersburger Uferpromenade auf einer Wiese, die die Stadt mit einem Fußballfeld-Streuwagen in Einzelabschnitte aufgeteilt hat.
Sonnenbadende liegen an der Meersburger Uferpromenade auf einer Wiese, die die Stadt mit einem Fußballfeld-Streuwagen in Einzelabschnitte aufgeteilt hat. | Bild: Felix Kästle

Sipplingen verzweifelt und ertrinkt in der Flut an Badegästen. Salem reagiert und sperrt den Schlosssee wegen Überfüllung. Meersburg baut vor und parzelliert erfolgreich seine Liegewiesen am See. So unterschiedlich die Orte und Konzepte, so ist ihnen doch gemeinsam, dass sie an diesen heißen Tagen die Schönheit ihrer Orte und ihrer Badestellen eher verfluchen.

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