Schnell über die Grenze in die Schweiz fahren und die Lebenspartnerin oder Familienangehörge besuchen: Das ist wieder erlaubt. Und wenn man schon in der Schweiz ist, liegen vielleicht auch eine Wanderung oder ein Barbesuch drin. Doch was muss dabei in Sachen Corona-Regeln beachtet werden? Wir haben uns durch die Verordnungen der Schweizer Behörden gewühlt und die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

Lust auf Fondue oder Zürigschnetzlets? Diese Regeln gelten bei Restaurantbesuchen

Seit dem 11. Mai empfangen Schweizer Restaurants wieder Gäste. Allerdings dürfen nur Gruppen à maximal vier erwachsenen Personen oder Eltern mit ihren Kindern gemeinsam an einem Tisch sitzen. In Baden-Württemberg ist diese zulässige Höchstzahl weniger klar definiert: Gemäß Verordnung dürfen sich Personen aus zwei verschiedenen Haushalten in Restaurants treffen.

Blick in das Restaurant „Radar de Poche“ in der Stadt Genf: Plexiglasscheiben zwischen den Tischen trennen die Gäste voneinander.
Blick in das Restaurant „Radar de Poche“ in der Stadt Genf: Plexiglasscheiben zwischen den Tischen trennen die Gäste voneinander. | Bild: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Den „Apéro“ am Tresen einnehmen geht in der Schweiz nicht, alle Gäste müssen auf einem Stuhl Platz nehmen. Zwischen den einzelnen Gästegruppen sind Mindestabstände von zwei Metern oder trennende Elemente wie Plexiglaswände vorgeschrieben. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg ist die Angabe von Kontaktdaten bei einem Restaurantbesuch in der Schweiz freiwillig, wird von den Behörden aber empfohlen.

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Ein Glas Rotwein oder einen Appenzeller Kräuterschnaps genießen? Diese Regeln gelten in Bars und Kneipen

Anders als in Baden-Württemberg dürfen in der Schweiz grundsätzlich auch Bars und Kneipen öffnen. Wie in Restaurants müssen auch hier alle Gäste sitzen, maximal zu viert an einem Tisch. Aufgrund der Mindestabstandsregeln von zwei Metern zu anderen Gästegruppen gelten in vielen Bars und Kneipen Einlassbeschränkungen.

An Schweizer Seeufern entlang bummeln oder den Säntis erklimmen? Diese Regeln gelten bei Spaziergängen und Wanderungen

Der Säntis, betrachtet vom Bodenseeufer nahe Allensbach.
Der Säntis, betrachtet vom Bodenseeufer nahe Allensbach. | Bild: Stefan Arendt

Spaziergänge sind in der Schweiz generell erlaubt. Geachtet werden muss dabei auf das Versammlungsverbot (maximal fünf Personen) und die Abstandsregeln (mindestens zwei Meter zu anderen Personen/Gruppen). Das gilt auch beim Wandern. Die Vereinigung der Schweizer Wanderweg-Fachorganisationen bittet eindringlich darum, eine Schutzmaske zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

„Eine Maske gehört momentan in jeden Rucksack“, schreibt die Wanderweg-Vereinigung auf ihrer Internetseite und rät derzeit auch von Bergtouren ab. Im Gegensatz zu Bus oder Bahn dürfen Bergbahnen in der Schweiz ihren Betrieb erst am 8. Juni wieder aufnehmen.

Was droht, wenn man die Corona-Regeln in der Schweiz nicht einhält?

Ein bisschen Kulturluft schnuppern? Diese Regeln gelten in Museen

Während Zoos, Theater und Kinos in der Schweiz erst ab dem 8. Juni wieder öffnen dürfen, sind Museumsbesuche seit dem 11. Mai möglich. Allerdings empfehlen einige Museen, vorab ein Online-Zeitticket zu lösen, das den Einlass einzig zu einer bestimmten Uhrzeit erlaubt. Denn vielerorts ist der Zutritt nur für eine bestimmte Anzahl Personen gestattet.

Und wie der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung weiß, ist auch das freie Schlendern von Raum zu Raum in vielen Schweizer Museen derzeit eingeschränkt: Das Aufsichtspersonal achtet strikt darauf, dass sich nicht zu viele Personen auf einmal in einem Ausstellungssaal aufhalten.

Mit Bahn oder Schiff die Schweiz erkunden? Diese Regeln gelten im öffentlichen Nahverkehr

Zwei Mitarbeiterinnen des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt Lausanne reinigen einen U-Bahn-Waggon.
Zwei Mitarbeiterinnen des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt Lausanne reinigen einen U-Bahn-Waggon. | Bild: Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Auf Schweizer Straßen und Schienen herrscht beim öffentlichen Nahverkehr wieder weitestgehend Normalbetrieb. Der Binnenschiffsverkehr ist aber teilweise noch eingeschränkt, vor allem Kursschiffe verkehren vielerorts nicht. Und Bergbahnen dürfen den Betrieb erst wieder am 8. Juni aufnehmen.

Wer mit Bahn, Bus oder Schiff in der Schweiz unterwegs ist, muss anders als in Baden-Württemberg keine Mund-Nase-Maske tragen. Jedoch empfehlen die Schweizer Behörden dringend, eine Maske aufzusetzen, wenn der im Land geltende Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.

Keine Pflicht: Ein Mann mit Mundschutz liest am 19. Mai eine Zeitung in einer Tram an der Haltestelle Bellevue in der Stadt Zürich.
Keine Pflicht: Ein Mann mit Mundschutz liest am 19. Mai eine Zeitung in einer Tram an der Haltestelle Bellevue in der Stadt Zürich. | Bild: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Zudem wird von Reisen mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu Stoßzeiten abgeraten. Wie in Baden-Württemberg gilt auch bei Schweizer Bussen und Postautos meistens: Hinten einsteigen. Tickets können in der Regel nur online oder am Automaten gelöst werden und nicht beim Busfahrer.

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Noch schnell eine Tafel Schoggi oder ein Stück Käse kaufen?: Diese Regeln gelten in Läden

Seit dem 11. Mai haben in der Schweiz wieder alle Läden geöffnet. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg gilt beim Einkaufen jedoch keine Maskenpflicht. Anders sieht es bei „Dienstleistungen mit Körperkontakt“ wie in Friseur- oder Massagesalons aus: Hier muss eine Mund-Nase-Maske aufgesetzt werden.

Allerdings müssen auch in Schweizer Supermärkten und Boutiquen die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Deshalb setzen Läden entsprechende Schutzkonzepte um, beispielsweise durch Einlassbeschränkungen, Abstandsmarkierungen auf dem Boden oder Plexiglaswände an der Kasse.

Auch Märkte dürfen in der Schweiz wieder stattfinden, wie hier am 12. Mai in der Stadt Luzern, wo eine Schutzwand Verkäufer und Kunden eines Standes voneinander trennt.
Auch Märkte dürfen in der Schweiz wieder stattfinden, wie hier am 12. Mai in der Stadt Luzern, wo eine Schutzwand Verkäufer und Kunden eines Standes voneinander trennt. | Bild: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

Und auch wenn das schweizerische Bundesamt für Gesundheit in seinen Empfehlungen schreibt, dass das „Bezahlen mit Bargeld kein erhöhtes Ansteckungsrisiko“ darstellt, empfehlen einige Branchenverbände das kontaktlose Zahlen mit Bankkarten.

Mit den Kindern rumtollen? Diese Regeln gelten auf Spielplätzen

Wer seine Kinder in der Schweiz besucht, kann mit ihnen jederzeit auf einen Spielplatz gehen – solange er zwei Meter Abstand zu anderen Eltern hält. Jedoch gilt auch für Kinder das Versammlungsverbot: Sie dürfen maximal zu fünft miteinander spielen.

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