Pfingsten steht kurz bevor. Lockerungen der Bundesregierung sind angekündigt, aber Urlaub im Nachbarland oder am Mittelmeer? Das bleibt vorerst schwierig. Warum, haben wir hier für Sie beantwortet.

Kann ich denn wieder in die Schweiz fahren, um dort auf dem Säntis wandern zu gehen?

Nein. Die Schweiz hält voraussichtlich bis zum 15. Juni an den Grenzkontrollen und damit auch an den Einreisebeschränkungen fest. Touristische Reisen sind dabei nicht vorgesehen. In die Schweiz einreisen darf nur, wer Berufspendler ist oder einen triftigen Grund hat, einzureisen. Ähnliches gilt für Österreich und Frankreich. Ab Mitte Juni wollen die EU-Länder die Grenzen möglichst gemeinsam wieder öffnen – vorausgesetzt, die Infektionszahlen gehen bis dahin weiter zurück.

Das könnte Sie auch interessieren

Kann ich denn wieder campen gehen?

Das kommt auf das Bundesland an. In Baden-Württemberg dürfen ab Montag, 18. Mai, Campingplätze wieder öffnen, allerdings nur für Übernachtungen in Wohnwagen, Wohnmobilen oder festen Mietunterkünften. In Bayern ist eine Öffnung für Campingplätze zu Pfingsten „angedacht“, aber noch nicht beschlossen. In vielen anderen Bundesländern gibt es ähnliche Lockerungen.

Darf ich wenigstens im Allgäu Urlaub machen?

Bayern will schrittweise wieder Tourismus zulassen. Das bayerische Innenministerium gibt auf seiner Webseite aber nur eine vage Auskunft: „Eine schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus wird angestrebt.“

Wanderer gehen zur Bad Kissinger Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) im bayerischen Pfronten. Touristen dürfen wieder kommen – aber es gibt noch viele Einschränkungen.
Wanderer gehen zur Bad Kissinger Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) im bayerischen Pfronten. Touristen dürfen wieder kommen – aber es gibt noch viele Einschränkungen. | Bild: Nicolas Armer

Konkret sollen Restaurants am 18. Mai wieder im Außenbereich öffnen dürfen, beispielsweise Biergärten. Gaststätten dürfen ihren Innenbereich ab 25. Mai wieder betreiben. Für das Pfingstwochenende (30. Mai) ist eine mögliche Öffnung von Hotels „angedacht“, aber noch nicht beschlossen. Aber auch dann sollen strenge Auflagen gelten. Schwimmbäder und Saunen bleiben höchstwahrscheinlich geschlossen.

Ebenfalls steht noch offen, ob bis dahin touristische Ziele wie Schlösser, Seenschifffarten und die Öffnung von Freizeitparks ihre Tore aufmachen dürfen.

Wo darf ich in meine Zweitwohnung?

In Schleswig-Holstein ist die Nutzung seit dem 4. Mai wieder erlaubt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen Zweitwohnungen, sofern die Besitzer den Zweitwohnsitz gemeldet haben, ihre Wohnungen nutzen. In Niedersachsen wurde in einem Eilverfahren entschieden, dass Besitzer von Zweitwohnungen nach Hause fahren müssen. Seit dem 6. Mai dürfen aber auch dort Zweitwohnungen wieder genutzt werden. In Bayern ist das ebenfalls erlaubt, ebenso wie in Baden-Württemberg.

Darf ich einen Städtetrip nach Berlin oder Hamburg unternehmen?

Im Inland zu reisen, ist nicht verboten. Die Bundesregierung rät aber von nicht notwendigen Reisen auch im Inland nach wie vor ab. Zudem gelten unterschiedliche Bestimmungen zum Infektionsschutz in den einzelnen Bundesländern.

Eine Städtereise nach Berlin: Das ist wieder möglich.
Eine Städtereise nach Berlin: Das ist wieder möglich. | Bild: Christian Spicker via www.imago-images.de

In Berlin gilt: Hotels ab 25. Mai wieder Touristen aufnehmen, sofern die Infektionszahlen es zulassen. Dort gilt auch: Der Besuch von Freunden zu Hause ist möglich, so lange nicht mehr als zwei Haushalte zusammenkommen. Restaurants und Cafés dürfen morgen unter Auflagen wieder öffnen. Aber um 22 Uhr ist Schluss. Shishabars, Bars und Diskotheken bleiben vorerst noch geschlossen. Das gilt auch für Kinos (mit Ausnahme von Autokinos), Theater und Konzerthäuser.

In Hamburg dürfen Hotels, Herbergen und Ferienwohnungen und Campingplätze nur für Touristen öffnen, wenn die Belegungsquote unter 60 Prozent bleibt. Diese Einschränkung soll noch bis Ende Mai gelten. Saunen, Schwimmbäder und Wellnessbereiche müssen aber geschlossen bleiben. Gaststätten dürfen wieder öffnen, Geschäfte mit einer Ladenfläche bis 800 Quadratmeter sind ebenfalls offen.

Was ist mit Badeurlaub an Nord- und Ostsee?

Sylt öffnet am 18. Mai wieder für Besucher. Dort regt sich allerdings Widerstand. Zumindest Tagestouristen sollten noch bis Anfang oder Mitte Juni fernbleiben müssen, lautete die Forderung.

Bereits Anfang der Woche hatten die Sylter Gemeinden und Unternehmer in einem Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU) gebeten, das Betretungsverbot für Tagestouristen auf den Inseln zu verlängern. Auch die Inseln Föhr und Amrum schlossen sich den Bitten an, zumindest Tagestouristen noch fernzuhalten von den Inseln.

Ein Strandkorb in Westerland auf Sylt: In den deutschen Urlaubsorten könnte es in diesem Sommer so richtig voll werden. Noch ist es ruhig, aber ab 18. Mai dürfen Urlauber wieder kommen.
Ein Strandkorb in Westerland auf Sylt: In den deutschen Urlaubsorten könnte es in diesem Sommer so richtig voll werden. Noch ist es ruhig, aber ab 18. Mai dürfen Urlauber wieder kommen. | Bild: Carsten Rehder

Für Übernachtungsgäste gilt: Ab dem 18. Mai dürfen Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser unter Auflagen wieder öffnen. Gemeinschaftsräume, Schwimmbäder und Saunabereiche müssen aber geschlossen bleiben. Dafür dürfen die beliebten Strandkörbe wieder vermietet werden und auch Ausflugsschiffe dürfen wieder fahren. Auch Restaurants dürfen ab Montag wieder öffnen.

Gute Nachrichten gibt es auch für Zweitwohnungsbesitzer. Sie dürfen schon seit 4. Mai wieder ihre Wohnungen aufsuchen.

Kann ich nach Italien in den Urlaub?

Keine gute Idee. In Italien gilt nach wie vor die Notverordnung. Die kürzlichen Lockerungen im Inland haben keinen Einfluss auf die Einreisebeschränkungen. Sie gelten nach wie vor. Demnach ist die Einreise nur für nachweisbare berufsbedingte Fahrten, gesundheitliche Gründe oder sonstige absolute Notwendigkeit handelt. Reisende müssen eine ausgefüllte, schriftliche Erklärung für den Grund der Einreise mitführen.

Das könnte Sie auch interessieren

Einreisende müssen außerdem 14 Tage in Quarantäne – Urlaub sieht anders aus. Touristische Reisen sind also erst einmal nicht möglich. Sehr viel Freude hätten Besucher vor Ort wohl ohnehin nicht. Restaurants und Bars sowie kulturelle Einrichtungen sind noch geschlossen, zudem gilt eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Steht einem Urlaub in Österreich etwas im Wege?

Ja. Touristische Reisen müssen warten. Österreich hält in Absprache mit seinen Nachbarländern an den Grenzkontrollen bis voraussichtlich 15. Juni fest. Dann sollen zumindest die Grenzen zu Deutschland geöffnet werden.

Bis dahin gilt: Einreisen dürfen nur Berufspendler und Menschen mit triftigen Gründen. Zu den Ausnahmen gehören etwa der Besuch des Ehe- oder Lebenspartners, kranke Familienangehörige und die Wahrnehmung des Besuchsrechts eines minderjährigen Kindes. Wer einreisen will, muss allerdings ein Gesundheitszeugnis mitführen, das nicht älter als vier Tage ist.

Aber wer einreisen darf, kann ab dem morgigen Freitag wieder Restaurants besuchen. Außerdem öffnen Museen und Zoos wieder ihre Tore, auch Ausflugsschiffe dürfen wieder fahren. Ab dem 29. Mai dürfen auch Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen wieder Gäste empfangen.

Darf ich denn nach Frankreich reisen?

Im Moment gilt auch hier: Einreisen dürfen nur Berufspendler und Menschen mit triftigen Einreisegründen. Touristische Reisen gehören nicht dazu. Ohnehin wäre ein Besuch derzeit eher trist: Die meisten Geschäfte dürfen seit 11. Mai zwar wieder öffnen, aber Restaurants, Cafés, große Museen und andere touristische Attraktionen sind nach wie vor geschlossen. Auch viele Strände und öffentliche Parks bleiben vorerst gesperrt.

Frankreich will die Grenzkontrollen auch mindestens bis 15. Juni aufrechterhalten. Ob sie danach gelockert oder aufgehoben werden, hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. Urlaubsplanungen für Paris empfehlen sich derzeit nicht. Im Herzen der Hauptstadt müssen selbst Arbeitnehmer eine Bescheinigung dabei haben, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen.

Kann ich wieder in den Urlaub fliegen?

Der Flugverkehr ist nach wie vor sehr eingeschränkt. Manche EU-Länder erlauben keine Flüge aus Drittstaaten außerhalb des Schengenraums – Fernreisen sind dementsprechend schwierig. Viele Airlines haben ihren Flugplan ohnehin zusammengestrichen. Zum Sommer hin könnte es wieder besser werden.

Nahezu menschenleer sind die Check-In Schalter und die Abflughalle im Terminal 1 am Flughafen Hamburg. Durch die Corona-Pandemie ist der Betrieb am Hamburg Airport Helmut Schmidt fast zum Erliegen gekommen.
Nahezu menschenleer sind die Check-In Schalter und die Abflughalle im Terminal 1 am Flughafen Hamburg. Durch die Corona-Pandemie ist der Betrieb am Hamburg Airport Helmut Schmidt fast zum Erliegen gekommen. | Bild: Christian Charisius

Die Billigairline Ryanair etwa will ab Juli wieder 40 Prozent ihrer regulären Flüge anbieten. Ab Juni sollen bei den Konzern-Airlines Lufthansa, Swiss und Eurowings wieder 160 Jets im Einsatz sein die 106 Ziele im In- und Ausland ansteuern, teilte die Lufthansa mit. Voraussetzung für touristische Flugreisen sind allerdings offene Grenzen im Zielland. Bis mindestens Mitte Juni dürften Flugreisen zumindest in Europa schwierig bleiben. Anzuraten sind solche Reisen nicht: In vielen Ländern gelten noch strenge Vorgaben.

Wo gelten noch Reisewarnungen?

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für nicht notwendige touristische Reisen bis zum 15. Juni verlängert. Grund dafür ist laut Auswärtigem Amt der stark eingeschränkte internationale Luft- und Reiseverkehr sowie die Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen, die viele Länder anlässlich der Ausbreitung von Covid-19 erlassen haben. Auch Rückreisemöglichkeiten sind häufig eingeschränkt, heißt es auf der Webseite des Amts.

Allerdings macht Bundesaußenminister Heiko Maas Hoffnung: „Für Europa wird es sicher früher möglich sein, die Reisewarnung aufzuheben als für andere Reiseziele – vorausgesetzt, dass sich der jetzige positive Trend in vielen Ländern verstetigt.“

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.