Konrad Schröder kämpft seit frühester Kindheit mit den Folgen seiner Mukoviszidose-Erkrankung. Sein Leben lang begleiteten den 18-jährigen die Probleme der Stoffwechselerkrankung, bei der zäher Schleim lebenswichtige Organe quasi verstopft. Doch seit Herbst vergangenen Jahres erlebt Konrad Schröder ein völlig neues Lebensgefühl. Er profitiert von einem kurz zuvor neu in Europa zugelassenen Medikament namens Kaftrio. Damit können nun endlich in vielen Fällen nicht mehr nur die Symptome der Erkrankung, sondern deren Ursachen behandelt werden. Ein bedeutsamer Teil der bisherigen Therapie ist dennoch weiter erforderlich.

In der Nachsorgeklinik in Tannheim, wo Konrad Schröder zum wiederholten Mal in seinen jungen Jahren behandelt wird, bestätigt Ärztin Susanne Posselt, fachliche Leiterin Mukoviszidose, den, wie sie sagt „bahnbrechenden Erfolg“ des neuen Medikaments.

Untergewicht und Bauchschmerzen

Mukoviszidose bereitet den Patienten vielfältige Probleme. Durch den Schleim in der Lunge ist diese anfälliger für Infekte und Entzündungen. Auch die Verdauung ist durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Die Patienten können ihre Nahrung sehr schlecht verwerten. Fett wird ungenügend verstoffwechselt. Untergewicht und Wachstumsstörungen sind neben Bauchschmerzen und fettigen Durchfällen die Folge.

Das neue Medikament setzt nun bei der Ursache dieser Probleme an. Es verbessert die durch die Erkrankung gestörte Funktion der Kochsalzkanäle und reguliert damit den Salz-Wasser-Austausch und vermindert die Schleimbildung.

Er traut sich nun eine Ausbildung zu

Für Konrad Schröder bedeutet das eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität und auch der Lebenserwartung. Er traut sich, auch wenn die Ärzte nicht komplett davon begeistert sind, eine Ausbildung zum Erzieher zu machen – viele Kontakte zu den zahlreichen Infektionen von Kleinkindern inklusive. Wesentlich weniger als befürchtet fällt er zur Überraschung seines Arztes zuhause durch Krankheit aus. Beim Fußball, seinem Hobby, macht sich die verbesserte Ausdauer bemerkbar und auch sein bislang immer problematisch zu niedriges Körpergewicht beginnt sich zu verbessern.

Die Nachsorgeklinik Tannheim – hier von oben zu sehen – bekommt ein neues Kinderhaus, auch mit Hilfe der Leserinnen und Leser des SÜDKURIER.
Die Nachsorgeklinik Tannheim – hier von oben zu sehen – bekommt ein neues Kinderhaus, auch mit Hilfe der Leserinnen und Leser des SÜDKURIER. | Bild: Ambrosius, Andreas

Eigentlich könnte für Mukoviszidose-Patienten doch jetzt die Sonne vom Himmel scheinen, könnte man meinen. Doch Jochen Künzel, Leiter des Psychosozialen Dienstes der Nachsorgeklinik, macht auf eine andere Herausforderung aufmerksam: „Patienten, die ihren Körper über Jahre mit der Erkrankung einschätzen lernten, müssen ihn jetzt neu kennenlernen. Das ist mit Unsicherheiten, teilweise mit Ängsten und auch mit Neuorientierung bei der Zukunftsplanung verbunden. Nicht jeder steckt das problemlos weg“.

An dieser Stelle leistet die Nachsorgeklinik Tannheim ganz wichtige Arbeit. Mediziner, Psychologen sowie unter anderen auch Ernährungsfachleute arbeiten hier Hand in Hand und helfen durch ihre intensive und individuelle Begleitung, Patienten wie Konrad Schröder die richtigen Schritte in die Zukunft zu machen.

So helfen Sie

Das SÜDKURIER Medienhaus bittet mit der Weihnachtsaktion um Ihre Unterstützung für die Nachsorgeklinik Tannheim. Mit den Spenden soll der Bau eines neuen Kinderhauses realisiert werden.

Das müssen Sie als Spender wissen:
Stichwort: „Hilfe für Tannheim“
Empfänger: Nachsorgeklinik Tannheim Sparkasse Schwarzwald-Baar
IBAN: DE17 6945 0065 0010 5500 11
BIC: SOLADES1VSS

Eine Spendenbescheinigung wird ab 100 Euro ausgestellt. Unterhalb dieses Betrages reicht beim Finanzamt die Vorlage des Kontoauszugs.