Als Reaktion auf die stark steigenden Infektionszahlen hat die Landesregierung Baden-Württemberg die höchste Pandemiestufe und damit die „kritische Phase“ ausgerufen. Zu dieser Alarmstufe Rot gehört auch eine erweiterte Maskenpflicht.

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In Schulen gilt die Maskenpflicht ab Klasse 5 nun auch im Unterricht. Wie haben Schulen vom Hochrhein über den Schwarzwald bis zum Bodensee den ersten Tag mit dieser neuen Regelung erlebt? Ein Überblick.

So lief der erste Tag an den Schulen im Kreis Waldshut

Die Hälfte der Daumen zeigt nach oben, die andere Hälfte nach unten: Im Kreis Waldshut fallen die Reaktionen gemischt aus. Generell herrscht bei Schülern, Lehrern und Eltern Verständnis für die neue Regelung. Erste Schwierigkeiten kristallisieren sich heraus: So können Schwerhörige nicht mehr von den Lippen der Lehrer lesen und dem Unterricht nicht mehr so gut folgen.

Ein großes Problem ist das beispielsweise an der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut, die Inklusionsschule ist. „Wir stehen bereits im Kontakt mit dem Kultusministerium, um eine Lösung hierfür zu finden“, sagt Rektor Thomas Gehr. „Denkbar wären beispielsweise Plexiglasscheiben am Lehrerpult oder auch ein Plastik-Mundschutz. Allerdings wäre das natürlich zu den üblichen Mund-Nasen-Schutz nur ein Kompromiss, weil die Aerosole ja durch das Gewebe der Masken gefiltert werden und ein Plastik-Mundschutz nur eine Art Spuckschutz ist. Aber hier arbeiten wir an einer Lösung“.

Das sagen Schüler im Schwarzwald

Auch im Schwarzwald fallen die Reaktionen gemischt aus. In Donaueschingen äußern die Schüler Verständnis, üben aber auch Kritik an der Umsetzung.

Und wie gehen Schüler, Lehrer und Eltern in Mönchweiler mit der Maskenpflicht um? Dort wurde die Regel aufgrund der Infektionszahlen des Landkreises bereits am Freitag umgesetzt. An der Gemeinschaftsschule Mönchweiler ist man gerüstet. In der Ecke des Rektorats steht ein Turm aus Kartons – mit 8000 Einwegmasken, die das Land der Schule bereits im Sommer zur Verfügung gestellt hat.

Dicker Pullover und Mund-Nasen-Schutz gehört für die Schüler der Gemeinschaftsschule Mönchweiler jetzt zur unverzichtbaren Ausstattung.
Dicker Pullover und Mund-Nasen-Schutz gehört für die Schüler der Gemeinschaftsschule Mönchweiler jetzt zur unverzichtbaren Ausstattung. | Bild: Cornelia Putschbach

Konrektor Lothar Reiner hofft auf die Herbstferien. Man müsse sehen, wie sich die Sache anschließend entwickle. Und die Schüler? „Wir finden die Maskenpflicht bescheiden“, sagen viele.

Auch die Goldenbühl-Schule in Villingen hat bereits am Freitag einen Testlauf für die Maskenpflicht durchgeführt, wie Schulleiterin Stephanie Schick sagt. Dabei seien mehrere Dinge aufgefallen: „Die Hälfte der Mimik eines jeden sieht man nicht. Das führt vor allem bei Schülern mit deutsch als Zweitsprache zu Problemen.“ Außerdem unterrichte etwa die Hälfte der 46 Lehrkräfte auch an den Grundschulklassen der Goldenbühl-Schule. Schick: „Auch für die jüngeren Schüler ist es schwierig, wenn sie die Mimik der Lehrer, die den Mundschutz immer aufhaben, nicht erkennen.“

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Auch in Blumberg sind die Reaktionen gemischt. „Man gewöhnt sich daran“, heißt es dort. Doch nicht überall machen die Vorschriften nach Meinung der Schüler Sinn. So sagen Schülerinnen über den Sportunterricht: „Da müssen wir keine Maske tragen“, dabei seien im Sportunterricht alle drei neunten Klassen gemischt.

So lief der erste Schultag mit Maske im Bodenseekreis

Auch im Bodenseekreis sind viele Schüler von den Masken genervt. „Man kriegt schlecht Luft. Später wird sie feucht und sie riecht komisch“, so eine Schülerin in Überlingen. Ein Schüler in Friedrichshafen sagt dagegen: „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt, die ganze Zeit Maske zu tragen“.

Realschüler am Markdorfer Bildungszentrum in der siebten Stunde – und immer noch mit Mund-Nasen-Schutz.
Realschüler am Markdorfer Bildungszentrum in der siebten Stunde – und immer noch mit Mund-Nasen-Schutz. | Bild: Jörg Büsche

Viele Eltern sind ebenfalls verunsichert. Im Sekretariat des Karl-Maybach-Gymnasiums in Friedrichshafen steht am Montag das Telefon nicht still. Mitarbeiterin Maria Fröhle schildert, als sie kurz den Hörer auflegen kann: „Es rufen ganz viele Eltern an, die wissen möchten, ob die neuen Regelungen wirklich auch hier, also im Bodenseekreis, gelten. Es ist ganz schön verwirrend für viele, wieso das jetzt gilt, obwohl wir ja unter dem Inzidenzwert liegen.“

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