Seit Samstag kann man Corona-Selbsttests im Handel erwerben. Beim Discounter Aldi konnte man erste Tests an der Kasse kaufen. Konkurrent Lidl hat bereits online mit dem Verkauf begonnen, auch die Supermärkte von Rewe und Edeka wollen bald nachziehen. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und dm planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

Bei Aldi war die Abgabemenge der in Deutschland produzierten Tests zunächst auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Allerdings waren die Packungen mit fünf Tests vielerorts bereits am frühen Morgen ausverkauft.

Der Discounter selbst zeigte sich vom Ansturm überrascht. „Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft“, teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter „in dieser Intensität doch überrascht“.

Auch zwischen Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein konnte man die Selbsttests erwerben. Schon vor Ladenöffnung bildeten sich zum Teil Schlangen – und auch hier warteten einige Kunden vergeblich. Ein Blick in die Region.

Bodenseekreis: Drägeln, Schimpfen und Gelassenheit

In Friedrichshafen ist es erstaunlich ruhig auf dem Aldi-Parkplatz. Es haben sich draußen weder Stau noch Schlange gebildet, der Parkplatz ist nicht annähernd voll. Dennoch verkündet die Kassiererin schon drei Minuten nach der offiziellen Öffnungszeit der Filiale: „Die Tests kann ich Ihnen leider nur noch per ‚Aldi liefert‘ anbieten. Sie bezahlen hier und bekommen die Tests dann per Post.“

Die letzte Fünferpackung Selbsttests, die in der Aldi-Filiale in Friedrichshafen am Samstagvormittag verkauft wurden: Auf dem Kassenzettel sieht man die Uhrzeit. Exakt zwei Minuten und 44 Sekunden nach 8 Uhr.
Die letzte Fünferpackung Selbsttests, die in der Aldi-Filiale in Friedrichshafen am Samstagvormittag verkauft wurden: Auf dem Kassenzettel sieht man die Uhrzeit. Exakt zwei Minuten und 44 Sekunden nach 8 Uhr. | Bild: Lena Reiner

In Markdorf wird die Schlange dagegen schon vor der offiziellen Ladenöffnung um 8 Uhr immer länger. Als sich die Tür öffnet, geht dann alles sehr schnell. Es gibt Gedrängel und bissige Wortwechsel, doch auch gelassene Reaktionen – selbst wenn viele Kunden leer ausgingen.

Hochrhein: In 17 Minuten alles ausverkauft

Verhaltenes Interesse oder Ansturm? Prognosen waren schwer. Um acht Uhr, als der Discounter Aldi in Dogern am Samstag seine Pforten öffnete, wusste man, dass es eher in Richtung Ansturm ging. Dass das begehrte Objekt nur in so kleiner Anzahl verfügbar war, dürfte den ein oder anderen überrascht haben. Nur diejenigen Kunden, die schon vor acht Uhr oder unmittelbar nach Öffnung vor Ort waren, kamen zum Zug. Auch in Bad Säckingen waren nach fünf Minuten alle Tests ausverkauft – gerade mal 20 Schnelltests waren erhältlich.

Kreis Konstanz: Die Corona-Schnelltests waren vor allem eines – nämlich vergriffen

In Konstanz standen schon vor Öffnung die Menschen vor den Discountern Schlange. Die große Enttäuschung erlebten sie dann im Laden: In der Filiale im Lago gab es gerade Mal rund ein Dutzend der begehrten Exemplare. Auch im Industriegebiet und in Allensbach suchten den ganzen Tag über zahlreiche Kunden vergeblich nach einem Selbsttest.

Schwarzwald: Nur wenige Packungen erhältlich

Auch vor der Aldi-Filiale in Donaueschingen warteten schon am frühen Morgen die ersten Kunden auf die Ladenöffnung. Und auch hier galt: Wer später kam, hatte das Nachsehen. Die wenigen Packungen waren schnell ausverkauft.