Herr Schweinsteiger, der Film heißt „Memories – von Anfang bis Legende“. Was löst es in einem aus, wenn man die ganzen Erinnerungen des Films noch einmal durchlebt?

Erinnerungen waren schon immer wichtig für mich. Sie lösen große Emotionen aus und ich erinnere mich gerne an meine Vergangenheit zurück. Auch als Spieler habe ich mich immer wieder an vergangene Ereignisse erinnert, daraus konnte ich viel Kraft schöpfen.

Was ist Ihre Lieblingserinnerung?

Da gibt es mehrere, aber ich glaube, meine Lieblingserinnerung ist der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 2014, das war ein unglaubliches Gefühl, ich denke immer gerne daran zurück.

Bastian Schweinsteiger aus Deutschland mit dem WM-Pokal auf der Fanmeile nach dem Sieg im Finale der Fußball-WM 2014.
Bastian Schweinsteiger aus Deutschland mit dem WM-Pokal auf der Fanmeile nach dem Sieg im Finale der Fußball-WM 2014. | Bild: dpa

Was verbindet Sie mit Til Schweiger?

Wir sind gute Freunde. Und wenn jemand einen Film über mich produzieren kann, dann ist es Til. Er ist ein toller Produzent.

Es heißt, dass Sie eine tränenreiche Situation vom Ende nicht so gerne im Film haben wollten. Was hat Sie daran gestört und warum wird sie doch gezeigt?

Meine Privatsphäre ist mir sehr wichtig. Für mich ist es nicht leicht, eine Kamera nah an mich und meine Familie heranzulassen. Als ich beispielsweise bei meinem Abschied in Orlando in der Kabine Emotionen gezeigt habe, das war schon schwierig für mich. Ich denke, niemand sieht sich selbst gerne weinen. Ich habe dann mit Til hin- und hergeschrieben. Er hat mich überzeugt, dass das auch dazu gehört. Und: Das Ergebnis ist ja wirklich gut geworden.

Uli Hoeneß hat 2003 nach einem Torjubel mit Haarband mal gesagt, Sie sollen Fußball spielen und kein Schauspieler sein. Jetzt sind Sie in einem Dokumentarfilm dabei. Welche weiteren Filmrollen können Sie sich vorstellen?

George Clooney ist mein Vorbild (lacht). Nein, mal im Ernst, ich denke, ich bin nicht als Schauspieler geboren und es bleibt bei der Filmdokumentation.

Welche Pläne verfolgen Sie ein knappes Jahr nach dem Karriereende?

Ich genieße die Zeit mit meiner Familie und zusätzlich begeistere ich mich momentan für meine neue Aufgabe als ARD-Sport-Experte.

Im Film verrät Ihre Ehefrau auch, was der erste Satz war, den Sie ihr auf Deutsch beigebracht haben („Nein Danke, ich bin glücklich verliebt“). Gab es da eine besondere Situation?

Nein, ich wollte sie nur auf eine solche Situation vorbereiten (lacht).

Bastian Schweinsteiger und seine Frau Ana Ivanovic.
Bastian Schweinsteiger und seine Frau Ana Ivanovic. | Bild: dpa

Von wem gab es das eindrucksvollste Feedback der Weggefährten, die im Film vorkommen – und wie lautete es?

Jogi Löw hat über die Filmdoku Folgendes gesagt: „Wahnsinn, Gänsehaut, Chapeau! Der Film zeigt Basti genau so, wie er ist.“ Es freut mich sehr, das zu hören. Genau das war ja auch das Ziel, das wir mit der Doku verfolgt haben.

Beim Miteinander der Fußballer im Film denkt man angesichts der Coronavirus-Pandemie fast schon wehmütig an schon länger zurückliegende Fußballzeiten. Was denken Sie über Geisterspiele?

Für die Spieler ist es natürlich nicht einfach, ohne Publikum im Stadion zu sein. Aber ich bin sehr froh, dass es weitergeht und man die Spiele im Fernsehen mitverfolgen kann.

Wie verfolgen Sie aktuell den FC Bayern und was trauen Sie ihm zu?

Ich schaue mir jedes Spiel an und freue mich im Nachgang, darüber bei der ARD zu sprechen. Ich glaube auch, in diesem Jahr hat der FC Bayern großes Potenzial, viel zu erreichen.

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