Im Norden Deutschlands wohnen die Impfwilligen, im Süden die Widerständigen und im Osten die Verweigerer. So konnte man lange Zeit die Impfquoten interpretieren. Aber stimmt das noch? Kurz gesagt: Ja. Was den Bundesländervergleich angeht, hat sich wenig geändert.

Der Norden dominiert

Was die Grundimmunisierung angeht (in der Regel zwei Impfungen) führt immer noch Bremen mit 87,6 Prozent, am Ende des Liste steht Sachsen mit 64,7 Prozent, irgendwo im Mittelfeld liegt Baden-Württemberg (74,5). Etwas anders stellt sich die Lage bei den Auffrischungsimpfungen dar. Hier ist Schleswig-Holstein (69,9) Spitze, Bremen liegt nur auf Platz drei (66,2), aber Sachsen (49,8) ist immer noch hinten und Baden-Württemberg (60,8) im Mittelfeld.

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Viel interessanter ist eine regionale Auswertung, die das RKI im Juli für die Daten bis Dezember 2021 vornahm. Dabei wurde differenziert zwischen Impf-Ort und Herkunftsort. In den großen Städten, wo viele Impftermine vergeben wurden, wurden teilweise über 100 Prozent der Bevölkerung geimpft – rein rechnerisch, in der Realität kamen die Impflinge teils von weit her angereist.

Was war im Landkreis Schwäbisch Hall los?

In Baden-Württemberg landete auch der ländliche Landkreis Schwäbisch Hall bei über 100 Prozent. Grund: Dort befand sich in Rot am See ein zentrales Impfzentrum. Nach Wohnorten sortiert, ergibt sich im Südwesten dagegen ein recht einheitliches Impfbild.

Mit einem Ausreißer nach unten: Der Stadtkreis Pforzheim bewegt sich eindeutig auf sächsischem Niveau. Bei der Impf-Ort-Auswertung liegt es noch vor dem die Stadt umgebenden Enzkreis – aber die Enzkreis-Bewohner haben das Impfangebot in der Stadt intensiver wahrgenommen als die Pforzheimer selbst.