Omikron ist da – welche Konsequenzen kann das für die Inzidenz in Deutschland haben? Anders als man meinen könnte, ist das keine rein virologische, sondern auch eine logistische Frage.

Denn die Anzahl an PCR-Tests, die in Deutschland ausgewertet werden können, ist im europaweiten Vergleich gering: Rund 2,8 Millionen Tests wies das RKI zuletzt als wöchentliche Testkapazität für die 83 Millionen Deutschen aus. Zum Vergleich: In der Stadt Wien (rund zwei Millionen Einwohner) sollen bald pro Woche 3,5 Millionen Test ausgewertet werden können.

Selbst wenn also alle hierzulande möglichen Tests positiv ausfallen würden, könnte die PCR-bestätigte Inzidenz in Deutschland nur auf rund 3400 steigen und damit rein aus formalen Gründen unter den Werten bleiben, die andere Länder erreicht haben.

Positivrate bei Tests hat natürliche Grenze

Allerdings ist eine Positivquote von 100 Prozent in der Realität auszuschließen, etwa wegen Kontaktpersonen-Testungen, einfließender Routinetestungen in Schulen und weil nicht jeder mit Symptomen tatsächlich Corona hat. Selbst 50 Prozent Positivquote gelten als extrem hoher Wert – womit die Inzidenz schon bei etwa 1700 an eine logistische Grenze kommen würde, was PCR-Tests angeht.

Allerdings können auch nicht-PCR-bestätigte Fälle in die Statistik eingehen: Sie gelten nach RKI ebenfalls als Fälle, wenn die Erkrankten Symptome haben und zuvor Kontakt zu anderen Kranken hatten. Deswegen kann die Inzidenz über die Grenzen der Testkapazität hinaus anwachsen.