Wenn Manfred Weber etwas sagt, verdient das inzwischen erhöhte Aufmerksamkeit. Der CSU-Abgeordnete im Europäischen Parlament ist als neuer Kommissionspräsident in Brüssel im Gespräch. Bemerkenswert klar äußert sich Weber zur möglichen Mitgliedschaft der Türkei. Er verneint sie in aller Klarheit.

Der bayerische Politiker hat Recht. Seit dem Aufstieg von Präsident Erdogan und seiner Partei tut die türkische Politik alles, um sich von Europa zu entfernen. Erdogans persönlicher Ehrgeiz gilt einer vorderasiatischen Interessensphäre unter türkischem Szepter – und im Vorzeichen eines männergetriebenen Retro-Islam. Die europäischen Werte stören ihn nur. Er verlacht sie. Die Pressefreiheit hat er ins Gefängnis geworfen, mit seinen Nachbarn lebt er im Streit. Mit den Kurden als riesiger Minderheit in der Türkei steht die AKP auf Kriegsfuß. Das politische Europa wäre von allen guten Geistern verlassen, wenn es diesem notorischen Streithansel einen Hausschlüssel gäbe.